Weil sich die Bahn AG dafür nicht interessiert! (Reiseberichte)

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Mittwoch, 12.09.2012, 18:41 (vor 4939 Tagen) @ gus78
bearbeitet von Alibizugpaar, Mittwoch, 12.09.2012, 18:41

"Wie kann es sein, dass sich Kunden besser auskennen als die eigenen Mitarbeiter des Unternehmens?"


Weil sehr viele engagierte Mitarbeiter die Bahn AG verlassen haben und durch Neueinsteiger ersetzt wurden, die dort arbeiten nur weil sie irgendwo arbeiten müssen. Daß den verbliebenen engagierten Mitarbeitern der Arbeitstag immer schwerer fällt und gar leidlich gemacht wird, das liegt an den eingangs beschriebenen mittlerweile absolut konfusen Betriebsabläufen bei der Bahn. Einsparungen überall, aus jeder Mücke wird eine eigene Kostenstelle gemacht, separate Zuständigkeiten und auch Nicht-Zuständigkeiten, Zugausfälle, Umleitungen, Verspätungen, gestrandete Reisende und knapp berechnete Dienstzeiten.

Nur so kann es geschehen, daß in Köln am Freitagmittag ein Entlastungszug vom Abstellgleis geholt wird, bei dem die Hälfte der Klimaanlagen ausgefallen sind, weil seit dem vorangegangenen Sonntag sich kein Mensch um die Wagen gekümmert hat. Das Elend im Hochsommer ertragen dann die Reisenden und die ebenfalls überraschten Zugpersonale.

Gedrehte Wagenreihungen und fehlplatzierte Zugteile gehören zum DB-Alltag und kotzen mich mittlerweile schon an. Die DB antwortet auf Beschwerdebriefe dann mit der Bitte um Verständnis, daß die Bahn mit Unwägbarkeiten in den Betriebsabläufen zu rechnen habe.
Na und? Was interessiert mich diese Ausrede als gehetzter Reisender, wenn ich in Köln Hbf auf einmal und binnen 4 Minuten mit Gepäck und quer durch verstopfte Bahnsteige vom Abschnitt F ganz runter laufen darf bis A?

Ist eben Mist, wenn man als Einsatzstelle drei ICE abfahren muß, aber nur zwei Fahrzeuge auf dem Hof stehen hat. Dann nimmt man eben die Einheit, die gerade zufällig verfügbar ist, nach der Reihung aber für eine andere Linie eingeplant ist. Die ICE München-Hamburg über Augsburg-Nürnberg sind nun mal anders herum gereiht als die über Ingolstadt.

Und dann die elende Baureihen-Schwemme: Die eine Linie hier in Köln muß mit ICE-2 fahren, die andere mit ICE-T, der nächste mit ICE-3 und andere mit ICE-1. Nichts passt wirklich zusammen und bei gegenseitigen Ersatzdiensten können auch die Sitzplatzreservierungen nicht übernommen werden, weil jeder Zug einen anderen Grundriss hat. Schaut Euch da mal die TGV-Flotte der SNCF an: Da gibt es nur Einstock- und Doppelstockzüge - fertig.

Das bekommt die Bahn aber nicht einmal bei den Ersatz-IC hin. Jeder einzelne Ersatz- und Entlastungspark ist individuell und nahezu einzigartig zusammengestellt. Da ist gar nichts genormt oder abgestimmt. Und bei den falsch gedrehten Zügen hat die Bahn jede Fantasie verloren wie man diese Misstände abstellen könnte, bspw über Dreiecksfahrten. So etwas kann also binnen 30 Minuten erledigt sein. Aber für so einen Luxus reicht wegen Personal- und Fahrzeugmangel die Zeit zwischen zwei Fahrten nicht.

Ein weiterer Grund ist die heute nicht mehr existente, klar strukturierte Linienführung im Fernverkehr. Der eine ICE von Frankfurt wird über Köln Hbf geleitet, der nächste über Deutz. Klar, daß die ICE nördlich Köln dann unterschiedlich stehen und die Fahrzeuge nach der Ankunft in Dortmund im Bedarfsfall nur mit dem Resultat einer gedrehten Wagenreihung getauscht werden können - wieder einmal.


Erst neulich...

http://www.ice-treff.de/index.php?id=198892

http://www.ice-treff.de/index.php?id=198974


Will die Bahn mit einem solchen Verhalten ihren schlechten Ruf bei den zahlenden Kunden dauerhaft in Granit meißeln oder was steckt dahinter? Dabei habe ich andere heitere Erlebnisse wie ersatzlos ausgefallene IC-Wagen oder Sicht-Anschlußverluste noch nicht einmal thematisiert.


Gruß
Olaf


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