Einseitige Stützung ist der große Unsinn (Allgemeines Forum)

hfrik, Mittwoch, 13.06.2012, 16:15 (vor 5044 Tagen) @ TheFons

Also,

da muss man mal wieder heftig Ordnung in die Diskussion bringen.
zum einen bezüglich der heftig fluktuierenden erneuerbaren Energien:
die fluktuieren besonders heftig, wenn man sie nur auf einem Punkt betrachtet.
Betrachtet man sie immer grossflächiger, fluktuieren sie immer weniger, bis sie dann in totale Grundlast übergehen.
Bei Windenergie ist die Grundlast erreicht, wenn man sie über Leistungsfähige Hochspannungsleitungen über Ausdehnungen verküpft, die grösser sind als ein Schwachwindgebiet - das in der Regel nie grösser ist als 1000-1500km im Durchmesser.
Also in Deutschalnd allein nicht zu schaffen, in Europa sehr wohl.
Sprich, wenn es dann bei uns Windstill ist, schwimmen Italiener, Skandinavier, Engländer und Spanier erfahrungsgemäss gerade in überzähligem Windstrom, und umgekehrt.
Bei Photovoltaik dehnt sich die Leistungserzeugung aus, wenn man in Ost-WEst-Rictung geht, dort muss man aber grössere Distanzeun überwinden. Ein Weltumspannendes Netz hätte perfekte Grundlast.

Bezüglich Kosten: ein KKW kostet allein beim Bau heute über 4000€ je kW Leistung, bei um 6000 Vollaststunden je Jahr wenns gut geht.
Alpha Ventus erreichte im letzten Jahr 4400 Vollaststunden, sehr gute Anlagen im Binnenland liegen schon bei 3000 Vollaststunden - im Binnenland heute aber bei Preisen um 1-2€ /kW. je kWh liegt die Windkraft also allein von den Baukosten her schon unter der kWh eines neu gebauten KKW.
Photovoltaik liegt heute bei 1,3€/kW aber nur 1000 Vollaststunden je Jahr, und damit noch etwas oberhalb des KKW ohne Betriebs- Versicherungs- Brennstoff- und Entsorgungskosten (diese eingerechnet ist das KKW vermutlich auch hier schon teurer). Es ergänzt sich also hervorragend mit einer grossflächig verteilten Windenergei, und mit einigen Speichern kommt man dann im Regelfall schon sehr gut hin.

Was dann noch fehlt ist eine Rückfallebene für exotische Wetterereignisse. Dafür ist dann aber Wirkungsgrad und CO2 Bilanz relativ egal, dafür wäre ein kleines Entgelt für die Vorhaltung sinnvoll. Da kämen z.B. Plug-In Hybride in Frage. Nicht wegen der Batterien, sondern weil bereits ein starker Motor und Generator serienmässig vorhanden ist. Mit 50kW je Fahrzeug würden 1 Mio solcher Fahrzeuge, oder 2% der deutschen PKW-Flotte ausreichen, das deutsche Stromnetz im worst case mit 50GW zu stützen. An kosten würde anfallen ggf. ein Anschluss zum Gasnetz, ein Anschluss an ein Abgassystem in der Garage sowie ggf. eine Verbindung zum Heizungsnetz um die Wärme loszuwerden (Ein Extremszenario wäre meteorologisch eher im Winter zu erwarten als im Sommer, im Sommer würde die Photovoltaik mit Pumpspeicherhilfe schon fast die ganze Leistung erbringen können, auch bei Europaweiter Dauerbewölkung). Kosten bei serienmässigem Einbau sicher unter 50€ je kW Leitung.
Oder 5% Aufpreis auf die Windstromkosten. die Leitungsnetze kämen auf etwa 10%-15% der Kraftwerkskosten wenn man es mit "think big" angeht. Das alles eingeschlossen liegt man dann immernoch _unterhalb_ der Kosten die z.B. Olkiluoto allein durch die Baukosten je kWh erzeugt.
Entsprechend lohnt Kernspaltung heute nur, wenn man mit alten abgeschriebenen Krafwerken fährt, oder aber bei den Sicherheitsstandards ganz erhebliche Abstriche macht.
Alternativ braucht man viele grosse, dicke, lange Leitungen, und viele NAchbarn, die mitmachen.

Dafür bildet sie, Europaweit betrachtet, die Tagesspitzen relativ gut ab.


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