Nein, ist sie nicht! (Allgemeines Forum)

AX-330, Sonntag, 03.06.2012, 22:59 (vor 5053 Tagen) @ ICE-T-Fan

Ich traue der Sicherheit von KKW in einer kapitalistischen Gesellschaft generell nicht.

Der Sicherheit von KKWs in nichtkapitalistischen Gesellschaften traue ich noch wesentlich weniger.

Diese Gewinnsucht und der Geiz bei der Instandhaltung und der Fürsorge des Personals gepaart mit persönlicher Skrupellosigkeit von Managern ist für mich Grund genug solche Anlagen zu meiden

Das Personal wird wirklich Fürsorge für ihre Anlage aufbringen, allein schon deswegen, weil sie nebenan wohnen und unter Kernkraftwerkern eine sehr starke Identifikation mit "ihrer" Anlage vorherrscht (ein ehemaliger Nachbar von uns arbeitet in Unterweser). Gut bezahlt werden die Jungs und Mädels auch.

Beispiele von Störfällen (zur Klarstellung: Ein Störfall ist nicht zwingend mit Radioaktivitätsfreisetzung verbunden!), die aus kurzsichtigem Spartrieb des Betreibers und sicherlich auch durch Kostenoptimierungswillen und -zwang von Führungskräften entstanden sind, gibt es in der Tat mehr als genug. Zu nachweislichen Todesfällen oder Erkrankungen in der Bevölkerung hat das meines Wissens allerdings noch nicht geführt, weil das ja gerade einer der Schönheiten kerntechnischer Anlagen ist: Wenn eine oder teilweise auch mehrere Sicherheitseinrichtungen, seien sie institutioneller oder physischer Art versagen, führt das nicht zwangsweise zu einer Radioaktivitätsfreisetzung.

Außerdem gibt es genug Skandale rund um AKW, insbesondere die Geschichte mit Vattenfall.

Meinst du die Trafobrände in Brunsbüttel und Krümmel? Die waren wirklich idiot... ungeschickt gemanaget in Sachen Kommunikation. Oder den Notstromfall in Forsmark?

Nein, für mich spricht überhaupt nichts dafür im aktuellen gesellschaftlichen Rahmen innerhalb von Deutschland Hochrisikotechnologie zu betreiben.

Angesichts der Ergebnisse probabilistischer oder deterministischer Risikostudien würde ich nicht von Hochrisikotechnologie sprechen wollen.

Von mir aus in Gegenden, die man notfalls komplett evakuieren und abriegeln kann, wenn dann er zu erwartenden Störfall eintritt, aber nicht in Regionen wo mehrere Millionen Menschen auf nur wenigen 100.000 Quadratkilometern wohnen.

Finde ich nicht notwendig, aber: In den USA gibts viele Kernkraftwerke in ziemlich isolierten Lagen. Da ist dein Wunsch durchaus gegeben.

Falls dein Englisch dafür ausreicht (bitte versteh das nicht falsch, ich weiß eben nicht, wie gut du diese Sprache sprichst!), ist dieser von einem Nuklearingenieur geschriebene Techno-Thriller äußerst empfehlenswert. Mein per Fern- und Ortsleihe zusammengetragenes Viertel- bis Dreiviertelwissen sagt mir, daß der Mann definitiv weiß, wovon er da redet, und gut lesbar ist es auch noch. Letztenendes ist es beinahe das Fukushima-Szenario, was er da behandelt (lange andauernder Blackout, Versagen aktiver Sicherheitseinrichtungen duch interne Einwirkungen). Kann ich nur empfehlen.


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