Man sollte nach Alternativen zur Dieseltraktion suchen (Allgemeines Forum)

Felix, Göttingen, Sonntag, 17.04.2011, 11:13 (vor 5556 Tagen) @ heinz11

Elektromobilität im Straßenverkehr wird m.E. deutlich überschätzt.

Dachte ich bis vor kurzem auch, aber was ich neulich so gelesen habe, hat meine Einschätzung doch gewandelt.

Hier sind zwei interessante Auszüge aus Wikipedia-Artikeln über Elektroantrieb im Straßenverkehr in China:

"Die günstigen Preise und die Tatsache, dass sie dort als Fahrräder gelten, haben E-Roller in der VR China bereits vor 2010 sehr populär werden lassen.
China ist das erste Land, in dem im Jahr 2006 erstmals mehr Elektrofahrzeuge als Benzinfahrzeuge verkauft wurden (19 Mio. Elektrofahrzeuge, 13,4 Mio. Benzinfahrzeuge). Der Elektromotorroller gehört mittlerweile zum gewöhnlichen Alltagsbild wie vor 20 Jahren das berühmte chinesische Fahrrad."

http://de.wikipedia.org/wiki/Elektroroller

aber auch dieses hier:

"In den letzten Jahren haben in China, in westlichen Ländern bisher weitestgehend unbemerkt, E-Bikes den Individualverkehr revolutioniert. Waren vor wenigen Jahren noch Fahrräder dominant im Straßenbild chinesischer Großstädte, sind inzwischen viele Millionen E-Bikes hinzugekommen. Getrieben durch die Gesetzgebung, d.h. Zulassungsverbot für Krafträder mit Verbrennungsmotor in vielen Großstädten, ist eine Industrie von schätzungsweise 20 Mio. E-Bikes pro Jahr entstanden. Eine Vielzahl lokaler Anbieter überschwemmen den Markt und führen einen heftigen Preiskampf. Die Preise liegen mit 200 bis 300 Euro pro Bike nur knapp über dem Materialwert. Das typische chinesische E-Bike ist im Erscheinungsbild eher einem Motorroller wie z.B. einer Vespa denn einem Fahrrad nachempfunden. Die Geschwindigkeit ist auf 25 km/h limitiert, ein Pedalantrieb ist in der Regel nur zum Notbetrieb oder als Steigungshilfe vorgesehen. Energiespeicher sind in der Mehrzahl der Fälle Bleiakkus, Li-Ionen-Batterien kommen nur in wenigen hochpreisigen Modellen zum Einsatz. Interessanterweise ist eine ähnlich explosionsartige Entwicklung in anderen bevölkerungsreichen asiatischen Ländern wie Indien oder Indonesien nicht zu beobachten. Dort dominieren benzingetriebene Kleinkrafträder, da keine Zulassungsbeschänkungen existieren."

http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrorad

Wenn ich mir anschaue, welche Effizienzfortschritte der Dieselmotor in den letzten 15 Jahren erlebt hat, ist ein Ende des Verbrennungsmotor noch lange nicht in Sicht.

Einverstanden. Andererseits wird bei der Eisenbahn meistens doch Elektroantrieb vorgezogen, wenn Fahrdraht vorhanden ist und da muß es doch sehr teuer und unbefriedigend sein, nur wegen der noch nicht elektrifizierten Streckenabschnitte extra Dieselloks und -triebwagen vorhalten und ggf. umspannen zu müssen.

Sind Dieselloks und -triebwagen eigentlich auch effizienter geworden und gibt es die Effizienzfortschritte nur im Straßenverkehr?

Überlegung: Wie weit kommt ein Auto mit Batteriebetrieb bei ca. 2.500 KG Gesamtmasse und wieviel Batterien benötigt es dazu? Das ganze übertragen auf einen Güterzug, der was weiß ich wieviel Gesamtmasse besitzt. Meines Erachtens technisch eine Illusion.

Ein Güterzug ist zwar schwer, aber man kann ja entsprechend mehr Batteriekapazität mitnehmen. Moderne Akkus haben Energiedichten von bis zu 200 Wh/kg. Du hast vielleicht von der Rekordfahrt eines umgebauten Audi A2 von Berlin nach München gehört: http://de.autoblog.com/2011/04/03/rekord-e-audi-a2-dekra-bestatigt-700-km-batterieleist...


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