Karlsruher Modell / Phileas Trambus (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 31.01.2011, 08:45 (vor 5636 Tagen) @ Alphorn (CH)

Trams auf richtigen Vollbahnen im Stil von Karlsruhe? Nein. Alle Trams in der Schweiz sind meterspurig.

OK, dachte die Zürcher Tram wäre normalspurig, wieder was gelernt.
Ich kann mich allerdings vorstellen, sollte Chur eine Tram erhalten, dass diese einfach mit der Rhätischen Bahn zu verknüpfen wäre.

Allerdings gibt es mehrere Trams in der Schweiz, welche zu meterspurigen Überlandbahnen mutieren, mit komplett eigenem Bahnkörper und stark vergrösserten Haltestellenabständen.

Also so etwa wie die Stubaitalbahn in Innsbruck. Diese fährt zum Teil als Straßenbahn und zum Teil als Regio-Tram (und ist s.i.w. als Vollbahn in Hafas abfragbar).

Vermutlich liegen aber in allen Fällen die Durchschnittsgeschwindigkeiten deutlich unter dem Karlsruher Modell. Dennoch hat Karlsruhe bei allen Vorteilen auch Nachteile: Die Fahrzeuge sind teuerer, schwerer, und kommen wegen Normalspur um weniger enge Kurven als Meterspurtrams.

Karlsruhe ist ja auch ein bißchen großräumiger gebaut als die CH-Städte.

Zudem sind sie auf S-Bahn-Linien relativ langsam (100 km/h) - die S-Bahn Zürich fährt mit Expresszügen 160.

Es gibt S-Bahnen und S-Bahnen. Die Karlsruher "S-Bahn" ist eher eine Überlandstadtbahn. Genauso die "S-Bahn" von Saarbrücken.
Die Ortenau- und Breisgau-S-Bahnen erreichen auch bestenfalls nur 120 km/h (werden mit VT650 gefahren), sind aber nur marketingtechnisch S-Bahnen.
Auch die Stromschienen-S-Bahnen in Hamburg und Berlin erreichen keine 160 km/h.

Zudem verkehrt in Eindhoven zwischen Hauptbahnhof und Flughafen der Phileas, der die ganze Strecke über freie Busspuren fahren kann.


Ist der ein Erfolg? Frühere Spurbusse hatten doch schnell das Problem, dass sie Fahrrinnen in den Asphalt gruben.

Der Phileas befährt (wohl aus diesem Grund) meistens eine betonnierte Strecke und nicht Asphalt.

In Eindhoven hatte das Phileas-Projekt anfangs zum Debakel geführt. Die Absicht war fahrerlos zu fahren (elektronische Streckenführung) und mit einem Flüssiggasaggregat zu fahren, dazu noch ein elektronisches Fahrkartensystem. Das hatte aber nicht funktioniert.
Später wurde ein Dieselaggregat verwendet und fuhr das Fahrzeug als "normaler Bus", mit dem heutigen ÖV-Chipkartenverfahren. Jetzt funktioniert es relativ stabil, allerdings als "normaler Bus" und nicht mit den vorgesehenen Phileas-Merkmale.
Man überlegt jetzt, ein Netzwerk zu bauen, mit Verbindungen nach benachbarten Gemeinden (Geldrop, Nuenen, Valkenswaard, Son en Breugel). Allerdings gibt es auch Initiativen, ein Tramnetz zu bauen. Sogar bimodale Fahrzeuge sind im Gespräch = etwa moderne Versionen von den Schienenstraßenbussen.

In Douai (Frankreich) sollte allerdings der Phileas ein Erfolg sein.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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