HGV + Neigetechnik (Allgemeines Forum)

Henrik, Dienstag, 02.11.2010, 12:37 (vor 5661 Tagen) @ Alphorn (CH)

Aber ich frage mich, ob die Schweden wirklich die Vollneigetechnik wollen oder eher sowas, wie jetzt für die Schweiz realisiert worden ist, also mit Wankkompensation. Dafür muss nämlich das Lichtraumprofil nicht so angepasst sein wie bei einem echten Neigezug.

Wäre mir neu, dass einstöckige Neigezüge Anpassungen beim Lichtraumprofil bräuchten.

Genau, so rum wird ein Schuh draus.
Die Neigetechnikzüge brauchen die Anpassungen bei ihren Abmessungen - nicht das Lichtraumprofil.

Ich bin zwar kein Experte, aber ein leicht angepasster Wagenkasten eines Velaro oder eines Zefiro könnten dafür evtl. reichen. Vollneigetechnik ist beim Thema HGV-Züge aus meiner Sicht eh ein Auslaufmodell.

Die Wankkompensation wird komplett im Drehgestell gemacht, das wäre wohl bei fast allen Zügen machbar.

"machbar" ist vieles......"leicht machbar" aber schon weniger....und sinnvoll noch weniger.

Ich würde HGV+NT nicht so schnell aufgeben. Okay, der letzte Versuch (ETR 610) war nicht gerade ein Erfolg: Spät geliefert und wegen zu hoher Seitenkräfte darf er am Gottard nicht bogenschnell fahren. Ich sehe aber nicht, wieso man das Konzept nicht zum Funktionieren kriegen sollte: Es gibt heute schon diverse Züge, die mit 200 km/h und mehr zuverlässig funktionieren, und ich sehe keinen Grund, wieso man das nicht auf 250 km/h steigern könnte. Man muss ja nicht gleich einen 350 km/h-Boliden bauen. Die Japaner fahren übrigens mit Wankkompensation 270 km/h.

Ein NTV-HGV-Zug hätte zwei Vorteile: Erstens kann er, nachdem er eine HGV-Strecke verlassen hat, schneller zum Ziel fahren (was manchmal mehr bringt als die HGV).

Nein. das bringt in den allerseltensten Fällen mehr als HGV auf NBS.
Das Ausfahren der Geschwindigkeit auf NBS ist das Haupteinsatzgebiet dieser Züge, nicht eventuelle kurvenreichen Strecken. Auf letztere wo er eher selten zu sehen ist, sollte es nicht grundsätzlich hin konzipiert sein. Dafür kann es gut & gerne andere Züge geben.

Zweitens könnten theoretisch HGV-Strecken von Anfang an mit Neigetechnik im Hinterkopf gebaut werden und so enger trassiert werden. Wird aber wohl kaum passieren.

Sollte auch nicht passieren.
Habe ich von Ingenieuren auch noch nie wirklich als ernstzunehmende Idee gehört, wäre auch reichlich grotesk.
Der Ingenieur der ein solche wahrlich plant, sollte sein Diplom(MA/BA)-Zeugnis abgeben müssen!


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum