[CH] Grünes Licht für MehrSpur Zürich-Winterthur (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Mittwoch, 21.01.2026, 11:14 (vor 9 Tagen) @ Arctocebus

Hoi,

Danke für die gut aufbereitete Zusammenfassung! Ich verstehe jedoch das Argument von Prof. Weidmann nicht bezogen auf die Beschleunigung in die Ostschweiz. Wieso reicht das als Argument nicht? Welches "Konzept" wäre denn nötig? Man kann den Zeitgewinn doch als Basis für viele weitere Begründungen des Ausbaus nehmen. Für die doppelt (Billettpreise & Steuerzuschuss) zahlenden Nutzer steht doch fest: Nach St. Gallen dauert es zu lange!

Es geht um einen planerischen Zielwert. Also konkret: Welche Ankunftsminute in St. Gallen muss erreicht werden, um die Anschlüsse im Knoten zu erreichen. Es geht um das altbekannte Prinzip: So schnell als nötig, nicht so schnell wie möglich. Jede Beschleunigung kostet Geld, aber nicht unbedingt jede Minute wird auch benötigt. Erst wenn man weiss, welche Beschleunigung man wirklich braucht, kann man auch die richtigen Massnahmen vorsehen. Und das gesparte Geld bleibt dann für anderes übrig. Einen Franken kann man eben auch nur einmal ausgeben.

Also wenn nun die Abfahrtsminute in Zürich HB auf .05 liegt, dann ergibt sich aktuell folgendes mit dem Brüttenertunnel und Reihe R (normaler Reisezug ohne Neigetechnik):
Zürich HB ab 12.05 Uhr
Winterthur an 12.21 Uhr
Winterthur ab 12.23 Uhr
St. Gallen an 12.59 Uhr

Und jetzt ist eben die Frage, welche Ankunftsminute brauchen wir denn in St. Gallen. Ist es .59, brauchen wir .58 oder benötigen wir .57? Dazu müssen auch die Knotenplanungen für Zürich HB und St. Gallen vollständig vorliegen. Vielleicht können wir Zürich HB ja auch schon um .03 oder .04 verlassen. Gegeben ist die Fahrzeit Zürich-Winterthur und die Standzeit in Winterthur. Nun brauchen wir genau diese Knotenplanungen, um wirklich zu wissen, welche Fahrzeit Winterthur-St. Gallen erreicht werden muss. Und das liegt aktuell noch nicht vor, weil noch alles überarbeitet wird.
Dass der Kanton St. Gallen wünscht, dass der IC auch in Wil hält und somit drei Minuten zusätzlich eingespart werden müssten für diesen Wunsch steht auf einem anderen Blatt.


Der exakte Wortlaut von Professor Weidmann:

WAKO-Ersatz Zürich – St. Gallen

Um Fahrzeitreduktionen trotz des Verzichts auf die WAKO-Technologie zu erreichen, soll die Strecke
Winterthur - Wil als Ausbaustrecke mittels zweier Massnahmenarten beschleunigt werden: Zu den
günstigen zählen kleine Kurvenoptimierungen, die aber jeweils nur geringe Fahrzeitgewinne beisteu-
ern. Der zweite Massnahmentyp besteht aus grösseren und eher aufwendigen Umtrassierungen, teil-
weise mit Tunnels. Für die Fahrzeitreduktion und als WAKO-Ersatz ist die Wirkung insgesamt ungenü-
gend, weil die Geschwindigkeiten nur auf kurzen Strecken und nicht entscheidend angehoben werden
können. Eine zusätzliche Kapazität wird nicht gewonnen, da lediglich die bestehende Doppelspur ab-
schnittsweise neu trassiert wird. Die sehr hohen Kosten von rund 13 Mio. CHF pro Sekunde Fahrzeit-
gewinn sind daher nicht zu rechtfertigen.

Da derzeit kein klarer planerischer Zielwert für den angestrebten Fahrzeitgewinn vorzuliegen scheint,
ist eine schlüssige Beurteilung schwierig. Die Beschleunigung ist jedenfalls im Kontext der langfristi-
gen Achsenstrategie St. Gallen - Genève nochmals grundsätzlich zu überprüfen. Daraus sind die Mas-
snahmen abzuleiten, die aber erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts umsetzbar sind. Zwischen-
zeitlich lassen sich die vielerorts ermittelten sehr kostengünstigen kleinen Kurvenoptimierungen zur
Geschwindigkeitsanhebung im Rahmen des Unterhaltes umsetzen, um etwas Fahrzeit zu einsparen
und die Stabilität zu erhöhen.

-> https://www.uvek.admin.ch/dam/de/sd-web/otbleRCrlLBm/20251009%2520ETH%2520Z%C3%BCrich%2...


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