Grundfahrplan ist ein natürliches Monopol (Allgemeines Forum)

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Donnerstag, 30.11.2023, 21:18 (vor 875 Tagen) @ Alphorn (CH)

Mein Votum wäre daher das Modell Nahverkehr: Ein Besteller gibt die gewünschten Leistungen vor, um die sich EVU bewerben können.

Mein Lieblingsbeispiel: In Hannover stehen Dispo-Ersatzzüge und Personal der Wettbewerbs-Unternehmen X und Y bereit. Nun fällt aber ein Zug des Unternehmen Z aus und Z hat keine Möglichkeit halbwegs zeitnah einen eigenen Ersatz heran zu führen. Da starten die Dispo-Züge X und Y lange nicht, die rühren sich keinen Meter.

Das ist das aktuelle Liniendenken "ich und nur meins" statt Netzdenken "wir für alle". Viele kleine Parallelwelten mit zig Nichtzuständigkeiten. Und was kostet es, wenn in vielen Knotenpunkten praktisch für jede Linie eigene Ersatzzüge + Personal auf Dispobereitschaft stehen müssten? Statt weniger Züge, die auf jeder Linie starten könnten?

Und jeds Unternehmen braucht eigene Disponenten, Werkstattpersonale, Reinigungstrupps, Aushänge aktualisieren ... ach was alles zum Bahnverkehr gehört. Wenn im Bahnhof Fahrkartenautomaten dreier Unternehmen stehen, dann kommen drei Servicewagen angefahren und jeder macht nur seine.

Eine große Heidenei - wo sollen wir da angeblich was sparen?

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797


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