[EST] [FI] Unterwassertunnel: Neue Regierung, neues Glück? (Allgemeines Forum)

Chrispy, Mittwoch, 17.02.2021, 10:18 (vor 13 Tagen) @ SPFVG
bearbeitet von Chrispy, Mittwoch, 17.02.2021, 10:21

Lol, was ist das denn für ne witzige Einbahnstraßendenke? Die Russen dürften selbstverständlich mit zahlen, ist doch logisch.

Lies meinen Abschnitt noch einmal, Stichwort: "mitfinanzieren".

Schon mal was von Transitzügen durch die DDR nach West-Berlin gehört? Wenn man sowas auf dem Höhepunkt des kalten Krieges fertig brachte, sollte das heutzutage auch kein Problem sein - wenn man denn wollte.

Ja, kenn' ich. Kennst du die Berliner Luftbrücke und die Gründe ihrer Existenz? Denkst du, die BRD hätte die Transitzüge über DDR-Gebiet fahren lassen, wenn man West-Berlin über eigenes Territorium hätte erreichen können? Wohl eher nicht. Aber die Verhältnisse bei Kaliningrad sind ja gerade umgekehrt. Warum also einen Transitzug über eine Exklave fahrenlassen?

Umgekehrt könnte man das gleiche für Reisende Kaliningrad - RUS anbieten - wenn es ds nicht schon gäbe.

Das bedarf jedoch eher einer Ost-West Strecke durch Litauen und Wiessrussland und nicht einer Nord-Süd Strecke durch die Baltischen Staaten.

Wozu Normalspur? Das Ganze ist doch ne ziemlich blöde Idee, dass man in 3-4 Breitspurländern eine Normalspurbahn mitten durchlegen will. Ist doch klar, dass das den Nutzen der Normalspurbahn entweder stark einschränkt oder aber stark verteuern wird, da eben das Netz fehlt. Dann will man noch den Tunnel nach Finnland und in Finnland hat man welche Spur? Richtig - Breitspur.

Ist aber nicht so einheitlich wie es scheint: Finnland hat 1524 mm - und das Baltikum 1520 mm Spurweite. Ist zwar kompatibel, aber Fahrdynamisch ungünstig. Rail Baltica wird ganz offiziell als Normalspurstrecke geplant (siehe hier). Das Ziel ist eine Anbindung an Westeuropa und spurwechsel sind eben das grösste denkbare technische hindernis für Schienenverkehre. Die baltischen Staaten haben zudem eher ein spärliches Bahnnetz, welches relativ Günstig auf Normalspur umgestellt werden könnte.

Sorry, aber das ist rein politisch motiviert, mit sinnvoller Logistik-Planung hat das nichts am Hut.

Natürlich hat Verkehrsplanung mit Politik zu tun. Man hat mit dem europäischen Wirtschaftsraum die grösste Freihandelszone der Welt geschaffen. Ein politischer Entscheid, der die Voraussetzung für den Ausbau vieler Handelswege stellt, siehe TEN-Korridore inklusive Rail Baltica. Die Basistunnel in der Schweiz z.B. wurden nur aufgrund der politisch gewollten Verlagerung des Lastwagenverkehrs auf die Schiene gebaut. Auch Deutschland plant politisch, wie die diversen VDE projekte oder der Deutschlandtakt zeigen. Die Politik gibt sogar Verkehre vor: TEE 2.0 und neue Nachtzugverbindungen.

Nö, eben deshalb mit Transitzügen durch. Über Kaliningrad ist nunmal die kürzeste Strecke. Anhalten muss man deshalb nicht. Halten würden dagegen die Züge Kaliningrad-St.Petersburg.

Wollte man lediglich die preussischen Stammlande wieder mit dem Rest von Preussen verbinden, dann ist die geplante Strecke vielleicht ein Umweg. Nur hat sich die politische Lage seit 1918 verändert. Zudem existiert ausserhalb von Preussen auch noch (Zentral-) Europa.

Äh ja, nach Warschau ist es ein Umweg über Kaliningrad. Aber die Frage ist, wie viel Verkehr will nach Warschau und Ostpolen und wie viel nach Deutschland und Zentraleuropa.

In Litauen geben ca. 10% der Bevölkerung Polnisch als Muttersprache an, also kulturell sind die Länder daher ja schon mehr verbunden als das Baltikum und Deutschland. Desweiteren nehmen Personenverkehre generell mit steigender Distanz ab und für Güterverkehre sind Umwege im bereich von 100 km meist nicht relevant. Und ja, grösser ist der Umweg nicht, denn sonst würde man die Städte Kaunas und damit Vilnius (noch mehr) von der NBS abhängen (siehe Link oben). Die Pläne für Rail Baltica beinhaltet eine 870 km lange NBS zwische Warschau und Tallinn (ev. Helsinki ca. 980 km). Wieviele Personen meinst du würden eine ca. 1500 km Bahnreise Berlin - Tallinn auf sich nehmen? Da gibt es wohl mehr Potential auf der Relation Berlin - Warschau. Züge mit langen Laufwegen werden halt meist nur auf Teilstrecken genutzt und somit ergibt eine Anbidung über Warschau schon mehr Sinn als direkt nach Preussen um 1914. Raumzeitkrümmungen sind eben sehr Teuer. :D

Na wenn das so wenig ist, dann macht es ja auch nichts aus, wenn man über Kaliningrad nach Warschau führe. :)

Kaunas-Kaliningrad-Warschau, mensch warum hab ich nicht dran gedacht! ;)


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