Wie viele Bahnstrecken gibt es in Luxemburg? [LU][FR][DE] (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Donnerstag, 07.01.2021, 17:36 (vor 15 Tagen) @ Krümelmonster

Während man in anderen europäischen Ländern die Europäische Woche der Mobilität durch das Aufhängen bunter Plakate feiert, die die Existenz öffentlicher Verkehrsmittel bekanntgeben, ist man in Luxemburg deutlich weiter: Die ganze Woche lang war die Benutzung der Öffis innerhalb des Landes komplett kostenlos! Seit März ist das bekanntlich generell so. (Bloß internationale Tickets sind eben bezogen auf die Entfernungen immens teuer…)
Viel zu früh am Morgen stand ich auf und schaute in die App von mobiliteit.lu, die mich passend zur Europäischen Woche der Mobilität auf den Ausfall des Viertelstundentaktes in die Hauptstadt aufmerksam machte.^^ Also ging ich einen Takt früher zum Bahnhof und fuhr in einem elendig vollen Coradia um 6 Uhr 7 min weit nach Noertzange. Während der Wartezeit in Noertzange sah ich den Viertelstundentakt in seiner Leibhaftigkeit vor mir, während die App immer noch standfest verkündete, er würde ausfallen. -.- Nach 29 min Wartezeit durfte nochmal eine alte Knatterkiste ran und brachte mich in 9-minütiger Fahrt nach Rumelange. Diese Stichstrecke wird am Wochenende überhaupt nicht befahren (und auch unter der Woche trotz Halbstundentakts kaum frequentiert :D). In Rumelange hatte ich eine gute halbe Stunde Zeit. Der Ort mit gut 5.500 EW liegt an der französischen Grenze und hat ein Bergbaumuseum mit Grubenbahn, aber dafür war ich noch zu früh dran. Deshalb ging ich bloß einmal bis zur Grenze und zurück zum Bahnhof.
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102 Morgens in Noertzange
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103 Wieder mit der Knatterkiste
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104 Das Großherzogtum heißt zwar so, ist aber nicht groß – der Platz ist knapp und muss genutzt werden: Die Grenze zum Land des Schnurrbarts verläuft auf der Straße, rechts ist Luxemburg.
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105 Oder verläuft die Grenze sogar auf dem Gehweg? Auf jeden Fall zweigt die Grenze hier nach links ab, vorn ist nur noch Luxemburg.
Wieder am Bahnhof fuhr ich in derselben Knatterkaste wie auf der Hinfahrt zurück nach Noertzange, wo ich schnell in eine immer noch brechend volle Regionalbunn in die Hauptstadt wechselte. Die 19 min auf der Treppe stehend waren nicht schön. Es war der erste KISS auf meiner Reise.^^ Die automatischen Ansagen waren zunächst nur auf Französisch, erst die Ansage über den kurzen Halt in der Hauptstadt und die anschließende Weiterfahrt Richtung Wasserbillig war zweisprachig und zuerst in Landessprache. In der Hauptstadt stieg ich aus, wie natürlich fast alle.
Kurz nach halb neun hatte ich bereits die Hälfte meiner Umstiege heute geschafft. :D Denn nach einer guten halben Stunde Wartezeit folgte meine längste Fahrt jemals in einem luxemburgischen Zug (schon wieder KISS): fast 2½ h dauerte es bis Kowelenz/Coblence (davon eine gute halbe Stunde in Luxemburg). Die Begrüßungsansage nach Abfahrt in der Hauptstadt war sogar viersprachig: LU, FR, DE & EN! Nun endlich hatte ich Gelegenheit, die Altstadt zu fotografieren, doch eine alte Knatterkiste rauschte mir ins Bild. Was macht die Minikiste eigentlich mitten in der HVZ in Luxemburg-Stadt? Deren Kapazität reichte in Vor-Seuche-Zeiten doch nie im Leben!
Bis Trier ging alles gut, auch das Kuppeln mit dem entfernten Verwandten namens Flirt gelang. Die KiNe verkündete „Leider haben wir momentan eine Verspätung von 3 Minuten.“ So eine Ansage hab ich in Deutschland noch nie gehört. :D Dann setzte DB Netz Signalstörung ein. Das war zum Glück nicht sehr effektiv.^^ Es sorgte für + 7. Die KiNe machte den guten Eindruck wieder zunichte, indem sie um Verständnis bat – für ne Signalstörung… Das Gespann mit finanziellem Migrationshintergrund (immerhin wurde es in der Schweiz fabriziert) folgte der Mosel bis zur Stadt an ihrer Mündung, deren Hbf. es mit + 4 erreichte.
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106 Ich wäre auch nicht auf die Idee gekommen :D
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107 – 108 Pendelnde Knatterkiste
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109 Per KISS in die Hauptstadt
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110 Und im gleichen Fahrzeug nach Schland
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111 Knatterkiste in der Hauptstadt – merkwürdig!
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112 Hier nun endlich die Altstadt
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113 Grenzfluss Sauer: links Luxemburg (sie nutzen den knappen Platz halt wirklich immer bis zur Grenze :D), rechts Deutschland
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114 Die Mosel bei Konz
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115 Der Fluss kurz später auf der Weiterfahrt Richtung Trier
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116 Hier nochmal unter der Doppelstockbrücke Alf-Bullay
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117 Lieblingsort aller Katzen ;-)
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118 Ediger-Eller (sag das 10 x hintereinander :D)
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119 Schönes Moseltal
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120 Völkerfreundschaft in Trier. Ich freue mich ja schon sehr aufs Erstellen der Berichte, wo alle Maultäschle tragen und ich keine Gesichter mehr unkenntlich machen muss. :p
Der 13-min-Übergang gelang. Nun ging es der Lahn entgegen, zunächst mit DB Regio. Leider war ich zu müde, um die Fahrt durchs Lahntal wirklich genießen zu können. :-/ Die Fahrt war pünktlich, nach einer guten Stunde stieg ich in Limburg um in die HLB. Ich kenne zwar mehrere fiese Möglichkeiten, diese Abkürzung auszuschreiben, finde aber, ich darf sie nicht verwenden, solange ich selbst keine negativen Erfahrungen gemacht habe. ;-) In Limburg schaffte StuS es bis zum Ende nicht, auf dem ZZA den richtigen Zug mit Ziel anzuzeigen! Nur die Anzeigen direkt am Fahrzeug waren korrekt… Die HLB brauchte auf einer Strecke mit uralter Sicherungstechnik gut 1½ h bis Gießen, wobei sie kurz vor dem Ziel noch 11 min dekorativ in Wetzlar rumstand (planmäßig).
Ausgerechnet am 8-min-Umstieg musste ich mein Ticket splitten, weil mein abenteuerlicher Umweg nicht auf ein Ticket passte. Die zweite Strecke mit mehr FV-Anteil wollte ich natürlich mit einem speziellen, vergünstigten Tarif buchen, bei dem im Nahverkehr nur DB-Regio erlaubt ist. Deshalb hoffte ich inständig, dass die HLB liefern würde. Tat sie auch. Nachdem ich in Gießen erfolgreich Richtung Palast der Winde umgestiegen war, sah ich, dass der ICE 20 min Verspätung hatte (mal wieder wegen verspäteter Bereitstellung in Altona). :D Immerhin konnte durch das Splitten kein Zub mich auslachen, was für eine schwachsinnige Strecke ich doch fuhr. :D Hier im Forum lacht mich ja keiner aus, hier sind wir ja alle so gaga. :p Die Assel mit K wurde pünktlich erreicht, 57 min Aufenthalt hatte ich hier planmäßig.^^
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121 Lintig nach Limburg
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122 Horchheimer Brücke im Süden von Koblenz
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123 Hallo Fans!
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124 Kapazität nach Kassel
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125 Sie hat es geschafft^^
Mit + 13 verließ ich den Bahnhof schließlich. Wird eigentlich generell nicht mehr auf fehlende Reservierungsanzeigen hingewiesen? Ich kann mich in den letzten Jahren nur an eine Ansage diesbezüglich erinnern (was nicht ausschließt, dass es vielleicht doch mehr gegeben hat – man merkt sich das Negative ja eher), dafür an etliche betroffene Züge. Früher wurde so etwas auch oft auf dbf.finalrewind angezeigt. Oder hat man bei diesem Thema einfach angesichts der gravierenderen Probleme (2019) resigniert? -.- Übrigens hatte ich durch die aktuelle Tour seit Freitagabend in 2019 mehr km zurückgelegt als im gesamten Fahrplanjahr 2017 und mit der jetzigen Rückfahrt nach München mehr Geld ausgegeben als im gesamten Fahrplanjahr 2018. ;-) Mich wunderte, dass es tatsächlich Leute gibt, die Nürnberg – Ingolstadt oder Ingolstadt – München mitm ICE fahren.^^ Ich dachte, als Pendler ist es was Anderes, aber Sonntag Nachmittag dürften die Allermeisten zeitlich flexibel sein. Bis mir mal wieder auffiel, dass heute gar nicht Sonntag war – den Fehler machte ich an dem Tag mehrmals. :D Auf die Minute pünktlich wurde schließlich München erreicht. =)
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126 Der Alte Mann ließ sich zunächst Zeit
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127 Immerhin weiß man vorher, wie viele Wagen weiter man laufen musste, und konnte sich das ganze nochmal durch den Kopf gehen lassen
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128 Verpeiltheitslevel 100: Ich wollte ursprünglich nach Berlin fahren. Aber irgendwann ist mir aufgefallen, dass ich doch nach München muss ;-)

Am Ende noch die Statistik ohne die Tram-Fahrten in Kehl, Straßburg & Luxemburg:
Dank der zahllosen kurzen Fahrten v. a. rund um Fond-de-Gras beinhaltete die Tour am Ende nicht weniger als 40 Fahrten. Diese dauerten 24:46 h, davon genau 3 h für Zwischenhalte. Also gerade einmal 37 min pro Fahrt – die ganzen Museumsbahnen hauten eben ordentlich rein.^^ Es wurden 1.794 km zurückgelegt, davon 1.271 in Deutschland, 233 auf französischem Boden (inkl. der dortigen Streckenenden mit CFL-Tarif), 268 km im „Groß“-Herzogtum und 22 km in Belgien. Auf alle Länder gerechnet ergibt das eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 81,3 km/h (gesondert nach luxemburgischem Tarif waren’s nur 40,4 km/h :D). 37 x war die Ankunft pünktlich (d. h. maximal + 4), drei Mal war sie es nicht, das macht gute 92,5 % Pünktlichkeit. Freilich war der ganze Spaß nicht sonderlich günstig: 8,4 ct/km löhnte ich im Durchschnitt – hierfür waren die vielen kurzen und relativ teuren internationalen Fahrten sowie natürlich die Museumsbahnen verantwortlich.

Um noch die Frage aus dem Titel vollständig zu beantworten, gehe ich noch auf die anderen Bahnstrecken in Luxemburg ein:
Die Nordstrecke nach Troisvierges mit dem Zipfel nach Diekirch wurde zwar hier nicht gezeigt, aber die hatte ich auf einer früheren Tour schon erledigt. B-)
Sonst fehlt mir an Bahnstrecken in Luxemburg noch:
- Kautenbach – Wiltz (verdammter SEV!)
- Rodange – Aubange (BE) (verläuft bis zur Grenze komplett parallel zur Strecke Rodange – Athus, hat aber auch in Luxemburg eine eigene Streckennummer; Betrieb nur während der HVZ, am Wochenende gar nicht; 2019 ab August bis min. Dezember Vollsperrung wegen Bauarbeiten)
- die Erweiterung der Tram (erst kurz nach meinem Besuch in Betrieb gegangen)
- Berchem – Oetrange an der Hauptstadt vorbei (kein planmäßiger PV, nur als Umleiter bei Streckensperrungen wegen Bauarbeiten oder Störungen)
- kurze Stichstrecken bei Kleinbettingen nahe der belgischen Grenze sowie bei Ettelbruck (nur Güterverkehr; in der Übersichtskarte fehlt die Strecke bei Kleinbettingen)
- der Abzweig vom letzten Zwischenhalt vor Rumelange bis zum dortigen Zementwerk sowie eine bessere Verbindungskurve (aber mit eigener Streckennummer) aus Rumelange Richtung Esch (beide nur Güterverkehr); von beiden habe ich erst erfahren, während ich diesen Bericht geschrieben habe :D
- Fond-de-Gras – Fond-de-Gras Giedel (damit komme ich klar, auf jeden Fall gebe ich für die 400 m keine 17 € aus :D)
- evtl. die Minenbahn des Museums in Rumelange, bitte gern mehr Infos ;-)
Joa, und mehr Bahnstrecken gibt’s in dem Land wirklich nicht. :D
Mit Ausnahme von Pétange – Bettembourg sowie Berchem – Oetrange führen also alle Bahnstrecken des Landes entweder in die Hauptstadt oder sind Stichstrecken. :D

Lt. CIA Factbook habe ich 86,0 % der Bahnstrecken in Luxemburg befahren. B-)
Mehr biete ich nur in Montenegro (89,6 %: alle 3 Strecken mit PV) sowie Monaco & Liechtenstein (jeweils 100 %).^^

Soweit erstmal für heute. Demnächst geht’s dann weiter. :p

Es grüßt
Das Krümelmonster

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Bzw in der Kekspackung. :)


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