Wie viele Bahnstrecken gibt es in Luxemburg? [LU][FR] (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Donnerstag, 07.01.2021, 17:35 (vor 15 Tagen) @ Krümelmonster

Ich brachte meine Tasche ins Hotel direkt gegenüber vom Bahnhof und fuhr eine Stunde nach Ankunft schon wieder weiter. Diesmal wurde anders als sonst kein Coradia Duplex eingesetzt, sondern eine Traxx zog mich & meine Kekse. Allerdings nur eine Station bis Pfaffenthal-Kirchberg. Dort gibt es ganz exotisch eine Standseilbahn, die den Bahnhof mit der Tram-Haltestelle verbindet. Anschließend fuhr ich einmal die komplette Tram-Linie, so wie sie damals bestand (nördlich/westlich vom Stäreplatz/place d’Etoiles bis zu Luxexpo) ab. Die Ansagen in der Tram waren übrigens zuerst auf Französisch und erst danach auf Luxemburgisch. :-O Nachdem ich die Tramlinie abgehakt hatte, streifte ich noch etwas durch die hübsche Innenstadt der Hauptstadt des Großherzogtums.
[image]
22 Die Standseilbahn war damals schon kostenlos, seit der Seuche ist es ja der gesamte inländische ÖPNV
[image]
23 Da kommt was
[image]
[image]
24 – 25 Die Strecke bergauf
[image]
26 Tram ohne Panto ist wie Krümelmonster ohne Kekse :-(
[image]
27 Des Gefährtes Innenleben
[image]
28 Tram komplett :-)
[image]
29 Warnhinweise gibt’s sogar auf Portugiesisch :-O
[image]
30 Am Place d’Armes
[image]
31 Wer mal einen schlechten Tag hat, sollte versuchen, diese Worte laut vorzulesen ;-)
[image]
32 Der Großherzogliche Palast
[image]
33 Ich habe Fragen :-s
[image]
34 Blick auf die Kathedrale

Wer sich nicht gut im luxemburgischen Bahnnetz auskennt, wird diese Karte sicher hilfreich finden. ;-)
Kurz vor vier nachmittags zog mich wieder die Bahn in ihren Bann. ;-) Ich fuhr zunächst wieder die Strecke Richtung Metz, stieg aber bereits nach 10 min in Bettembourg um nach Volmerange-les-Mines. Zweitere Strecke erreicht ihren heutigen Endpunkt erst seit 2003, er liegt unmittelbar hinter der französischen Grenze. Die Durchschnitts-Geschwindigkeit auf der Fahrt von 17 min lag bei gerade einmal 35 km/h, in Erinnerung geblieben sind mir die äußerst langsam befahrenen Weichen.^^ In Volmerange-les-Mines gab es am Samstag Nachmittag einen oder zwei Aussteiger, eine Einsteigerin und mich. Da man dort absolut nichts machen kann (der Bahnhof dient allein französischen Pendlern), wartete ich die Wendezeit ab (immerhin genauso hoch wie die Fahrzeit^^) und absolvierte die um 2 min längere Rückfahrt. :D Anschließend hatte ich 30 min Pause in Bettembourg, ich glaube, die waren ursprünglich als Puffer im Falle von Verspätungen geplant. Zwar befindet sich hier einer größten Bahn-Knotenpunkte des Landes (vier verschiedene Strecken überbietet einzig die Hauptstadt), aber tatsächlich handelt es sich um einen eher kleinen Ort (gut 11.000 EW).
[image]
[image]
35 – 36 Industrieruinen südlich von Bettembourg (in Luxemburg gebe ich die Ortsnamen so an, wie wir es von den Bahnhofsnamen kennen, auch wenn das i. d. R. der französische Name ist und die deutschsprachige Wikipedia eine andere Schreibweise verwendet. Ich denke, bei der französischen Variante ist der Wiedererkennungswert höher.)
[image]
37 Ist das die einzige Vollbahn in Frankreich, die nie mit dem restlichen Streckennetz des Landes verbunden war?
[image]
38 Die Kirche von Bettembourg
Zurück am Bahnhof gab es eine manuelle, mehrsprachige Durchsage, um vier Minuten Verspätung anzukündigen. Gut, dass ich immer ein bisschen Puffer eingeplant hatte, denn tatsächlich hatte der Zug + 7 und holte während meiner 12-minütigen Mitfahrt bis Esch/Alzette auch nur eine Minute auf. Mir blieben 14 min Wartezeit bis zur Abfahrt der alten Knatterkiste. Auf ihre alten Tage darf sie noch fleißig ins Ausland pendeln, nämlich den Stummel von Esch/Alzette nach Audun-le-Tiche. Es gibt keine Zwischenhalte, die Fahrzeit beträgt nur 5 min, allerdings ist auch das alles andere als schnell für 2,7 km.^^ In Audun-le-Tiche befand sich übrigens das letzte Eisenerzbergwerk Frankreichs, erst 1997 wurde es geschlossen. Im Gegensatz zu Volmerange-les-Mines war Audun-le-Tiche früher durchaus mit dem französischen Bahnnetz verbunden: Hinter dem Bahnhof führte die Strecke in einem Bogen um den Ort, gewann an Höhe und überquerte auf einer Brücke sich selbst, um tiefer ins Land des Schnurrbarts hinein zu führen. Im Zuge des Niedergangs des Bergbaus war es 1992 auch mit dem Güterverkehr aus und die sogar elektrifizierte Strecke wurde stillgelegt. Im Ort angekommen verließen die zahlreichen Reisenden den Zug. Nach 10 min Wendezeit war ich rückzu allein mit dem Tf und der KiNe. :D Wenn die Wendezeit jeweils doppelt so hoch wie die Standzeit ist, hat zumindest der Tf eine sehr entspannte Schicht. :D
[image]
39 Auf ihre alten Tage darf die Knatterkiste fleißig Pendel ins Ausland spielen. Zeitgemäß ist an diesem Zug höchstens die Jahreszahl. ;-) Das letzte gute Jahr… -.-
[image]
[image]
40 – 41 Des Gefährtes Innenleben
[image]
42 Dort oben verläuft die ehemalige Fortführung der Strecke auf französischem Gebiet, die Audun-le-Tiche mit der Bahnstrecke Thionville – Longuyon verband. Der Zug überquerte bis 1992 auf der Weiterfahrt genau die Strecke, die er zuvor genommen hatte.
[image]
[image]
43 – 44 Der heutige Endbahnhof
[image]
45 Die Knatterkiste in all ihrer Pracht^^
[image]
46 Schaltzentrale der Schildkröte
Zurück in Esch/Alzette stieg ich um und fuhr weiter Richtung Westen. Gleich 23 min blieb ich im Zug – gar nicht mal so übel für das kleine Land. :D Nach einem Umstieg in Rodange verschlug es mich sowie tatsächlich neun weitere Reisende nach Longwy. Dorthin kam man samstags erst am Abend, deshalb nämlich hatte ich den Nachmittag in der Hauptstadt verbracht. Praktischerweise galt das Saar-Lor-Lux-Ticket auch hier. Allerdings war das ohne Nachfrage am Schalter der CFL nicht herauszufinden, denn die DB schreibt nur, dass es „in Lothringen“ gilt, eine Verwaltungsregion mit diesem Namen gibt es allerdings seit Ende 2015 nicht mehr… Für meine bisherigen Fahrten zwischen Luxemburg & Frankreich kam der günstige innerluxemburgische Tarif zur Anwendung, bzw. mittlerweile ist der ÖPNV dort ja sogar kostenlos (dasselbe gilt auch für die Strecke ins belgische Athus), aber nach Longwy und natürlich auch nach Metz muss man den (bezogen auf die Entfernung) sündhaft teuren internationalen Tarif bezahlen – wovor mich mein Ticket von heute Morgen zum Glück bewahrte. ;-) Nun hatte ich an diesem Tag also an sieben verschiedenen Stellen die Außengrenze vom Land des Schnurrbarts überquert – das muss man auch erstmal schaffen. B-)
[image]
[image]
47 – 48 Ruhrpott-Flair
[image]
49 Ein Coradia Duplex in Rodange
[image]
50 Das Bahnhofsgebäude von Rodange
[image]
51 Der nächste Coradia Duplex, ich fahre endlich mal wieder ins Land des Schnurrbarts :D
[image]
52 Ach du meine Fresse!! :-O
[image]
53 Französisches Fossil & Großherzogliches Gegenwärtiges
[image]
54 Es schaut sogar noch ein Gelbischer Gütertransporter vorbei
[image]
55 Das Bahnhofsgebäude von Longwy
Ratet mal, was ich in Longwy machte? Natürlich wartete ich auch dort bloß die Wendezeit ab, um zurückzufahren. :D Ab Longwy war ein weiterer Fahrgast mit mir im Zug.^^ Die Fahrt in die ferne Hauptstadt dauerte gleich 36 min – das war ja so lange, da musste in Pétange natürlich ein Personalwechsel stattfinden. :D Abends halb neun war ich dann wieder in der Hauptstadt.

--
Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Bzw in der Kekspackung. :)


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum