Russenerlebnisse, Kap. 3: Widrige Russenrückreise (T4) (Reiseberichte)

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Dienstag, 31.03.2020, 23:02 (vor 2180 Tagen) @ Krümelmonster

Langsam, immerhin etwas schneller als zu Fuß ging es dann Richtung EU. Nun begann die Grenzkontrolle. Das wurde ja immer besser: Der weißrussische Zoll behauptete, das Transitvisum wäre nur für die Fahrt nach Russland gültig ... Meine größte Angst während der Kontrolle war ja, dass die Zöllner mein Handy begutachten würden ... Ich meinte: „Moment, ich habe meinen Pass nicht wieder!“ Er drehte sich weg und ging. „Danke für nichts!“ Irgendwann gab es doch den Pass mit dem ersehnten Ausreisestempel. Jetzt fahr endlich über diese verdammte Brücke! -.- Geschlagene 38 min nach Abfahrt in Brest fuhr der Zug endlich über diese verdammte Brücke

Hand auf's Herz: Hast Du in der Situation nicht gedacht 'ach säße ich jetzt bloß mit dem Quer durchs Land-Ticket in einer kleinen deutschen Nebenbahn-Schaukel und alle Sorgen wären von mir ab'? ;)


Ich habe mich zum ersten Mal komforteingecheckt. Es gab prompt Mecker von der DB-Provodniza, weil ich anschließend mit einer amerikanischen Touristin den Platz getauscht hatte, damit sie am Fenster sitzt

Und so sind die Rollen verteilt: Gerade eben wird der verdächtige Reisende noch von sowjetischen Apparatschiks durchgekaut und sauergekocht. Aber kaum über die Oder gerollt ist er es selber, der das Personal ärgert. Arglistig den Comfortcheck-Sitzplatz tauschen geht ja mal gar nicht.


Eine interessante Reise, zudem mit einer recht frischen und teilweise amüsanten Feder geschrieben. Für solche zweifelhaften Erlebnisse hätte ich inzwischen aber weder das Bedürfnis noch das nötige sprachliche Werkzeug, schon gar nicht aber das Nervenkostüm. Und erst recht nicht den erforderlichen feuerfesten Magen-Darm-Trakt. Nachdem Du beide Medikamente eingenommen hattest fing es direkt auch bei mir unten an zu grummeln...

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797


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