Dichte Takte vereinfachen oder komplizieren die Sache? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 05.04.2019, 12:00 (vor 2572 Tagen) @ Bahngenießer

Hallo Bahngenießer,

Wenn zum Beispiel fast alle Strecken, die den Knotenbahnhof berühren, im 10-Minuten-Takt bedient werden, braucht man sich um Anschlüsse und Anschlussknoten nicht ganz so viel Gedanken zu machen!

Bin ich mir nicht sicher.

Im Prinzip hast Du recht. Nur schade, dass man in Europa solche dichten Takte auf allen Strecken bei der Vollbahn vergeblich sucht (lediglich Trambahnen und Metrobahnen). Soweit ich weiss bietet nur der japanische Hankyu-Express sowas an.

Wir sind in NL schon froh dass es auf Eindhoven-Amsterdam einen 10-Minutentakt "IC" gibt. Züge kommen aus Maastricht, Heerlen und Venlo und verkehren nach Alkmaar (via Amsterdam C), Enkhuizen (via Amsterdam C) und Schiphol (via Amsterdam Zuid). Letzterer korrespondiert in Utrecht mit einem "IC" Nijmegen-Den Helder (via Amsterdam C) damit der 10-Minutentakt bis Amsterdam C kommt.

Wenn man auf dieser Achse unterwegs ist, sind die Umständen ideal. Weniger lustig wird es im Fall Heerlen-Breda. Hier muss man 20 Minuten in Eindhoven warten, weil der IC Eindhoven-Den Haag nur halbstündlich verkehrt (nach Den Haag kann man auch via Utrecht reisen; "IC" Utrecht-Den Haag verkehrt in 15-Minutentakt).

Gut, in Deutschland wären 20 Minuten eher eine normale Wartezeit.

Wichtiger ist allerdings, dass die Takte der Strecken Vielfalten hoch zwei haben. Also 15-, 30-, 60-, 120-Minutentakt.
Bei uns ist besagter 10-Minutentakt eine Ausnahme in einem 15-Minutentaktnetz. Bei Fahrten wie Maastricht-Schiphol und Heerlen-Schiphol entstehen in Utrecht Wartezeiten von 5 oder 10 Minuten, die es nicht gäbe wenn beide Korridoren (Nijmegen-Schiphol und Eindhoven-Amsterdam) 15-Minutentakt (wie der Fall war vor dem 10-Minutentakt) oder 10-Minutentakt (geplant für 2025) hätten.

Für 2030 sind bei uns allerdings "doppelte 15-Minutentakte" vorgesehen. Ich berichtete schon eher. Vollständige Grafik hier.

Wenn hingegen alle Strecken im Stundentakt bedient werden, wird es aber kaum gelingen, dass sich wirklich alle Züge zur selben Zeit 5 Minuten lang im Umsteigebahnhof X treffen. Da müsste man schon Prioritäten setzen.

Es würde schon etwas sein, wenn man im deutschen Fernverkehr ein Kernnetz im Halbstundentakt hinkriegt. Man würde sagen: das ist leicht gemacht, denn 1979 hatte man landesweit Stundentakt.
Aber es hat seitdem einiges getan: jede sichselbst respektierende Stadt möchte Fernverkehrsanschluss haben, sei es einmal pro Tag, einmal pro Woche oder meinetwegen saisonal. Das lässt sich nur mit einem Halbstundentakt vereinigen, wenn diese Wunschhalte ausserhalb des Kernnetzes liegen und für diese Sonderleistungen keine Taktzüge weichen müssen.
Hauptsache ist, für jede Stadt ein bestimmtes passendes Zugangebot zu schaffen, egal was für ein Logo auf dem Zug steht. Und dann kann es halt mal passieren, dass Arnhem ICE-Anschluss hat, aber die viel grössere Städte Den Haag und Rotterdam eben nicht.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum