Juni 1988 (Allgemeines Forum)

Henrik, Dienstag, 02.04.2019, 06:06 (vor 2584 Tagen) @ ThomasK

Geplant war es nicht, nie. Genau das hätte man dort auf der IVA auch erfahren.
Ein Einsatz des ICE auf der Strecke war ja auch nicht vorgesehen, nicht in Sicht, erst recht nicht für 10 Jahre später.

Erste Priorität

nicht Erste Priorität, das war schlicht weg der Plan der Inbetriebsetzung,
da ab Juni 1991 eben nicht alle 41 bzw. 60 Triebzüge zur Verfügung stehen.
Ziel war es, mit den ICE-Linien möglichst viele NBS-Abschnitte zu bedienen.

für den ICE-Verkehr hatte 1988 in der Planung die Strecke Hamburg - Fulda - Frankfurt - Mannheim - Stuttgart - München.

ICE Linie 6

Danach sollte Hamburg - Würzburg - München folgen

ICE Linie 4

und danach Hamburg - Fulda - Frankfurt - Mannheim - Basel SBB

ICE Linie 3

..weiter nach Zürich und im Norden mit Start auch in Bremen und Berlin,
diese letzten 19 schweiztauglichen ICE-Triebzüge wurden im Juli 1990 bestellt.

und Hamburg - Bremen - Köln.

Nein, definitiv nicht,
macht ja auch kein Sinn. Was soll da ein ICE?

Dann kam die Wiedervereinigung dazwischen und alle Pläne waren Makulatur, zumal man nur 60 ICE 1-Züge hatte und unbedingt Berlin anbinden wollte.

Die Schnellbahn Hannover-Berlin war weit vor der Wiedervereinigung bereits in Planung,
schau mal in den BVWP '85 - da is sie drin. der lag massenhaft aus auf der IVA '88.
Man hatte nicht 60 ICE-Züge, sondern 41.
Angesichts dass die Linie 3 einst in Hannover endete rechnete man bis dahin mit 55 nötigen Triebzügen. Aufgrund der Anbindung von Bremen sowie auch Berlin erhöhte man auf 60 Triebzügen.
Eine vorhandene Option auf 7 ICE-M wurde nicht gelöst.
Von ICE für die Linie 1 Hamburg-Bremen-Köln(-..) war nie die Rede, war nie in Überlegung,
wäre aber auch offensichtlich weder an Wiedervereinigung noch an möglichen Triebzügen gescheitert.

Nach der Wiedervereinigung hatte der Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke Helmstedt - Magdeburg - Berlin höchste Priorität.

wie alle VDE - nicht mehr, nicht weniger.

Die Planungskapazitäten für diese Ausbaumaßnahme wurde zugleich für die Streckenplanung einer NBS Wolfsburg - Stendal - Berlin gebündelt.

Nein, das waren völlig unterschiedliche Planungsbüros, die jeweils zuständig waren.

Da fiel Bremen - Hamburg logischerweise komplett hinten runter, weil das kein Verkehrsprojekt Deutsche Einheit war.

Nein, das ergäbe auch erst recht keinen Sinn.
Vom gewaltigen Aufschwung Deutsche Einheit war jeder Fleck Deutschlands betroffen.
Die ABS Hamburg-Münster war abgeschlossen - dort hatte man bereits ne halbe Milliarde reingesteckt.
Da noch zusätzlich ne ganz neue NBS daneben zu setzen macht keinen Sinn - da hat auch niemand drüber nachgedacht, da ist nichts runter gefallen.
Überlegungen auf 220 km/h oder 230 km/h raufgehen zu können, gab es - dieses fiel aber nicht runter, siehe Literatur, s.o.

Dann schau doch in die Literatur rein in der Zeit nach der Wiedervereinigung und vor dem Beschluss der 2. Ausbaustufe Hamburg - Berlin auf 230 km/h.
Da siehst Du durchaus Überlegungen, auf der Strecke Hamburg - Bremen schneller als 200 km/h zu fahren, aber eben keine 250 km/h.
Im Rahmen der Y-Trasse hätte es auf dem entsprechenden Abschnitt dort die höhere Geschwindigkeit von 230 km/h gegeben.

Die Y-Trasse kam erst viel später. Sie hatte auch mit der ABS Münster (Westf.) - Osnabrück - Bremen - Hamburg, die unabhängig davon schon jahrelang im BVWP stand, zunächst einmal nichts zu tun. Richtig ist, dass die ABS Münster (Westf.) - Osnabrück - Bremen - Hamburg im Bundesverkehrswegeplan 1985 zunächst noch mit Vmax = 200 km/h enthalten war.

nicht zunächst.
Das Projekt ABS Hamburg - Münster ist eine Ausbaustrecke - mehr nicht
und war mit Verkündung des BVWP '85 auch so gut wie durch.

Bei der IVA wurde uns gesagt, dass darüberhinaus intern geprüft wird, zwischen Bremen und Hamburg auch 250 km/h zu fahren. Der Mitarbeiter sagte mir dann, dass das aber noch 10 Jahre dauern würde.

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Es ist jetzt auch müßig darüber zu streiten, was wann die Bundesbahn bezüglich der ABS Münster (Westf.) - Hamburg geplant und geprüft hat.

da ist nichts müßig, da muss man auch nicht drüber reden - auf ABS sind keine 250 km/h drin,
die Bundesbahn hat auf Hamburg-Bremen nie mit 250 km/h geplant, erst recht keine NBS in Überlegung gezogen.
Dir wurde schlicht einen Bären aufgebunden oder hast was verwechselt.
Wenige Tage zuvor war der ICE/V zur Einweihung des Abschnittes Fulda-Würzburg - nach über 20 Jahren Planungs- und Bauzeit. Ein ICE-Einsatz war für die 10..15 Jahre nicht abzusehen auf Hamburg-Bremen - diese Zahlen nur mal zur zeitlichen Einordnung, für ein Projekt, das nicht einmal im laufenden BVWP enthalten war.

Ich habe lediglich die Einschätzung des Bundesbahnmitarbeiters von 1988 hier wiedergegeben.

..und weißt nich mal mehr, welcher Monat das war, wie das Wetter war, geschweige denn wer das gesagt haben soll.
An elementarsten Informationen der Messe bist Du blind dran vorbei gegangen - warst Du überhaupt da?
Vielleicht hast Du es ja verwechselt mit dem Transrapid - bei ihm wäre es aber 400 km/h gewesen.

Und im Rahmen der Wiedervereinigung war doch völlig klar, dass Berlin so schnell wie möglich ICE-Züge bekommen sollte und da fiel eben die Strecke Hamburg - Köln hinten runter.

das ist eher völlig unklar, wie man auf derlei Gedanken kommt, vor allem in dem Kontext, s.o.

Die unglaubliche Schande vor der ganzen Welt, mit IC-Dieselzügen von Helmstedt über Magdeburg in die Hauptstadt Berlin zu fahren, war so groß, dass die Politik auf Teufel komm raus die Strecke über Magdeburg nach Berlin elektrifizieren wollte und den ICE-Einsatz nach Berlin höchste Priorität einräumte.

Schande der DDR - das ist klar. Aber für Deutschland, für die Deutsche Einheit war das alles andere als eine Schande, ganz im Gegenteil, das war eine Glanzleistung, dass wir das so friedlich hinbekommen haben und dann so schnell an vereinenden Projekten gearbeitet haben.

Das ist doch völlig klar, dass man da keine Planungskapazitäten mehr für Bremen - Hamburg aufbrachte, zumal dort alles elektrifiziert war und man dort sowieso schon 200 km/h fuhr.

An Planungskapazitäten hat es zu der Zeit wahrlich nicht gemangelt,
an Hamburg-Bremen wurde Gedanken verwendet, siehe Literatur. NBS macht dort keinen Sinn, da denkt daher niemand ernsthaft dran, s.o.

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Worum es mir jetzt geht ist, warum man nicht heute den Streckenausbau Bremen - Hamburg mit Vmax = 250 km/h und einer Kantenzeit von 45 Minuten angeht.

noch immer aus dem selben Grund, warum man es 1988, 1980, 1985, 1990, 1992, 2003 und 2016 nicht gemacht hat,
es macht schlichtweg gar keinen Sinn.

Wenn man dort etwas plant, dann dient dieses in erster, zweiter und dritter Linie dem Güterverkehr
und der fährt keine 250 km/h.


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