Juni 1988 (Allgemeines Forum)

ThomasK, Dienstag, 02.04.2019, 00:53 (vor 2579 Tagen) @ Henrik

Geplant war es nicht, nie. Genau das hätte man dort auf der IVA auch erfahren.
Ein Einsatz des ICE auf der Strecke war ja auch nicht vorgesehen, nicht in Sicht, erst recht nicht für 10 Jahre später.

Erste Priorität für den ICE-Verkehr hatte 1988 in der Planung die Strecke Hamburg - Fulda - Frankfurt - Mannheim - Stuttgart - München.

Danach sollte Hamburg - Würzburg - München folgen und danach Hamburg - Fulda - Frankfurt - Mannheim - Basel SBB und Hamburg - Bremen - Köln.

Dann kam die Wiedervereinigung dazwischen und alle Pläne waren Makulatur, zumal man nur 60 ICE 1-Züge hatte und unbedingt Berlin anbinden wollte.

Nach der Wiedervereinigung hatte der Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke Helmstedt - Magdeburg - Berlin höchste Priorität. Die Planungskapazitäten für diese Ausbaumaßnahme wurde zugleich für die Streckenplanung einer NBS Wolfsburg - Stendal - Berlin gebündelt.

Da fiel Bremen - Hamburg logischerweise komplett hinten runter, weil das kein Verkehrsprojekt Deutsche Einheit war.

Dann schau doch in die Literatur rein in der Zeit nach der Wiedervereinigung und vor dem Beschluss der 2. Ausbaustufe Hamburg - Berlin auf 230 km/h.
Da siehst Du durchaus Überlegungen, auf der Strecke Hamburg - Bremen schneller als 200 km/h zu fahren, aber eben keine 250 km/h.
Im Rahmen der Y-Trasse hätte es auf dem entsprechenden Abschnitt dort die höhere Geschwindigkeit von 230 km/h gegeben.


Die Y-Trasse kam erst viel später. Sie hatte auch mit der ABS Münster (Westf.) - Osnabrück - Bremen - Hamburg, die unabhängig davon schon jahrelang im BVWP stand, zunächst einmal nichts zu tun. Richtig ist, dass die ABS Münster (Westf.) - Osnabrück - Bremen - Hamburg im Bundesverkehrswegeplan 1985 zunächst noch mit Vmax = 200 km/h enthalten war. Bei der IVA wurde uns gesagt, dass darüberhinaus intern geprüft wird, zwischen Bremen und Hamburg auch 250 km/h zu fahren. Der Mitarbeiter sagte mir dann, dass das aber noch 10 Jahre dauern würde.

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Es ist jetzt auch müßig darüber zu streiten, was wann die Bundesbahn bezüglich der ABS Münster (Westf.) - Hamburg geplant und geprüft hat.

Ich habe lediglich die Einschätzung des Bundesbahnmitarbeiters von 1988 hier wiedergegeben.

Und im Rahmen der Wiedervereinigung war doch völlig klar, dass Berlin so schnell wie möglich ICE-Züge bekommen sollte und da fiel eben die Strecke Hamburg - Köln hinten runter. Die unglaubliche Schande vor der ganzen Welt, mit IC-Dieselzügen von Helmstedt über Magdeburg in die Hauptstadt Berlin zu fahren, war so groß, dass die Politik auf Teufel komm raus die Strecke über Magdeburg nach Berlin elektrifizieren wollte und den ICE-Einsatz nach Berlin höchste Priorität einräumte. Das ist doch völlig klar, dass man da keine Planungskapazitäten mehr für Bremen - Hamburg aufbrachte, zumal dort alles elektrifiziert war und man dort sowieso schon 200 km/h fuhr.


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Worum es mir jetzt geht ist, warum man nicht heute den Streckenausbau Bremen - Hamburg mit Vmax = 250 km/h und einer Kantenzeit von 45 Minuten angeht.


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