Mit Offenbachern direkt hat das weniger zu tun... (Reiseberichte)

ALR997, Montag, 18.01.2016, 12:27 (vor 3835 Tagen) @ Colaholiker

Von den Ausschreibungen habt ihr da unten ja doch noch einige im Busverkehr.

"Noch einige" ist nett formuliert. In Frankfurt ja fast komplett (bis auf wenige Direktvergaben ja eigentlich alles). Leider. Ein guter Bekannter von mir ist langjähriger Mitarbeiter eines Busunternehmens, und der sagt, daß bei den Gehältern, die bei neuen Verträgen noch gezahlt werden, wirklich kein normaler Mensch sich das mehr antun will. Da kommen wirklich nur noch Leute, die "vom Amt" ihren Schein bezahlt bekommen haben, und werden auf den Bock gesetzt. Wie da die Motivation aussieht, kann man sich denken. Wenn ich überlege, daß mein Opa selbst Busfahrer war (allerdings nicht in Frankfurt), der kannte jeden Winkel seiner Stadt, konnte so ziemlich jede Frage nach Wegen beantworten, die Fahrkartentarife kannte er natürlich auch aus dem Effeff, und wenn der Bus mal streikte, hat er auch selbst Hand angelegt (was zu seiner aktiven Zeit sicherlich einfacher war als heute). Und mit seinem Job hat er genug verdient, um eine Familie zu ernähren und ein Häuschen (weiter)zu bauen. Undenkbar, heutzutage. :(

Das kennt man ja auch vielen Ressorts. Viele Berufe, die früher einfach gemacht wurden, weil man sie gerne gemacht hat, sind heute womöglich der letzte Ausweg. Schlecht bezahlt, schlechte Konditionen wie du schon sagst.
Dementsprechend sinkt dann eben auch die Motivation, mehr zu leisten, als man muss, mehr zu wissen, als man muss.
Zur Verteidigung des Fahrpersonals muss man sagen: um den RMV-Tarif zu verstehen braucht es mehr als 1-2 Jahre ;-)

Das wird auch noch ganz gerne gemacht. Allerdings sind unsere (städtischen) Betriebe personell durchaus besser aufgestellt, unterstelle ich jetzt mal.

Wenn ich es mit Hildesheim vergleiche, wo der Busverkehr rein städtisch ist (bzw. bei den Regionallinien halb städtisch, halb landkreisig, einige Linien direkt an Subunternehmer vergeben), da liegen Welten dazwischen. Und damit meine ich nicht nur den dort vorherrschenden Vorneeinstieg. ;-)

Ich denke mal, in Frankfurt wird man das einzig und allein aus Kostengründen getan haben, nicht wahr?

Glaub ja nicht, dass z.B. bei uns (von anderswo kann ich es zumindest nicht nachvollziehen) die Fahrgäste einfach akzeptiert haben, allerdings, die die dann rebellisch hinten eingestiegen sind, oder die Fahrkarte nicht vorgezeigt haben, die wurden entweder unsanft des Fahrzeugs verwiesen oder in einem Fall, wird jedenfalls steif und fest behauptet, hat der Busfahrer einem Fahrgast eine geballert, nachdem dieser sich geweigert hatte und auch noch frech wurde - ob was Wahres dran ist, weiß ich nicht, ich war nicht dabei.

Wenn die richtigen Leute zusammen kommen, dann wird der Busfahrer ausgestiegen. In manchen Stadtteilen sind die Leute doch sehr rustikal. Ich zitiere eine Zeile aus einem Lied der hessischen Kultgruppe Badesalz.. "Erst wollt er mich begrabschen, dann wollt er mich bedatschen, und dann schlug ich ihm aufs Kinn. - Warum? - Weil ich aus Ginnheim bin." ;-)

Nur irgendwann gibt eben der Klügere nach, auch wenn das dann mal Verspätungen zur Folge hat. Nachdem man allerdings den Fahrplan angepasst hat, waren auch die Vordereinstiege ein geringeres Problem... ^^

Je nach Sturheit der Fahrgäste kann es auch sein, daß der Busfahrer die Rolle des Klügeren übernimmt. ;-)

Wenn du 100 Fahrgäste an der Haltestelle hast, und von ihnen verlangst, dass sie sich alle schön in Reihe stellen, dann machst du dir halt keine Freunde ;-)

Je nach Lokalität ist eine Geschwindigkeitsbeschränkung nachts durchaus sinnvoll, da sie Lärmemmissionen verhindern kann. Auf einer Hauptstraße wo mehr als 50 km/h erlaubt sind ist dies allerdings auf jedenfall unsinnig, schon alleine weil sich niemand dran halten wird.

Dort war seit Einführung des Tempolimits von 50 km/h genau dieses gültig. Und es haben sich, wie so oft in Frankfurt, Leute beschwert, die dort erst hingezogen sind, als es schon Hauptverkehrsstraßen waren. Und auch so hält sich niemand daran. ;-) Ich wohne an einer Hauptstraße, die seit vielen Jahren auf 40 geschildert ist. Wir haben nachts mal mit einer Sport-Radarpistole gemessen. 80% der Fahrzeuge waren schneller als 50, rund ein Drittel mehr als 60. Der Rekord lag bei 112 km/h.

112 ist auch schonmal ne Hausnummer! Wenn ich überlege, wie schnell die Leute bei uns über die Straße (30er-Zone) fahren, dann ist es vielleicht nur Glück, dass selten etwas passiert und wenn ist es auch meist nur Blechschaden.

Mir persönlich ist aber jemand, der im 5. Gang mit 50 vorbei fährt lieber, als jemand, der im 3. Gang hochtouriger 30 fährt. Noch dazu ist das Umtz-Umtz-Umtz der Autobeschallung dann schneller wieder vorbei. :o)

Das ist wohl richtig, aber es geht auch umgekehrt: 2./3. Gang 50 oder 4./5. Gang 30 (je nach Fahrzeug natürlich).

Ich denke gerade an eine Autobahn auf der Nachts statt 100 nur 80 erlaubt ist, wo jedoch gerade Nachts vielmehr 130+ gefahren wird. Da muss man die Autofahrer aber auch verstehen, wer mit 200 km/h dran vorbei fährt, der kann das "Lärmschutz"-Schild ja auch gar nicht lesen!

Generell auf 120 schildern und fertig ist die Laube. Empfindliche Strafen für die Raser und die Anzahl der Autofahrer wird rückläufig sein, weil immer weniger es noch dürfen. :-)

Die Frage "generelles Tempolimit - ja oder nein?" ist vermutlich in Deutschland die am schwersten diskutierte Frage aller Zeiten. Flüchtlinge hin oder her, wenn man den Audi auf der A3 nicht mehr ausfahren darf, dann gibts aber Revolution!

Tempo 30 alleine schon weil mein Tempomat erst ab 40 geht scheiße findende Grüße,
der Colaholiker

Ein gutes Argument. Allerdings würde ich bei solchen Geschwindigkeiten gar nicht erst den Tempomat einschalten. Viel zu oft Ampeln, Kreuzungen oder Zebrastreifen! Allerdings von Vorteil wenn man auf der Autobahn die Reisegeschwindigkeit von 160 halten möchte um den nebenan fahrenden IC zu besiegen ;-)


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