Selbstfahrzeuge haben ein systemimmenantes Problem (Allgemeines Forum)

GUM, Montag, 18.01.2016, 10:03 (vor 3748 Tagen) @ Colaholiker

Und glaub mir, 30 Minuten für 10 km sind mit allen Verkehrsmitteln, außer dem Fahrrad, wo das in einer gemütlichen Fahrt entspricht, doof. ;-) Solltest Du das allerdings zu Fuß schaffen, sei Dir ein anerkennendes Nicken meinerseits sicher.

Meine 10 Kilometer-Zeit ist leider wesentlich langsamer.

Anstatt ab 09 Uhr neue Kunden mit Rabatt-Tarifen (Länder-Ticket etc.) in einen schönen Tag zu begleiten.


9 Uhr-Karten. Tolle Wurst. Wenn ich mir so etwas antäte, wäre ich erst um kurz vor halb elf bei der Arbeit. Dreieinhalb Stunden zu spät. *kopfschüttel* Das taugt doch nur für Leute, die nicht berufstätig sind, oder Homeoffice-Hipster, die nur gelegentlich mal bei der Arbeit vorbei schauen müssen. Ach nee, ich erwähnte nicht berufstätige Personen ja schon, das war jetzt doppelt gemoppelt. :o)

:-)

Mein schöner Vergleich: Hier steht ein Selbstfahrzeug-Metallberg nach ca. 30-40 Minuten Fahrt zur Arbeit rum und der Zug nimmt dann neue Fahrgäste auf.

2.) Von der reinen Transportleistung her ist das Selbstfahrzeug/Automobil den Öffentlichen um Längen unterlegen.


Wenn man es in PS pro Person ausdrücken will, sicher. Allerdings bestimme ich selbst, wie viele Personen in meinem Auto Sauerstoff verbrauchen, und der Gesetzgeber bestimmt, daß es nicht mehr als 5 sein dürfen. Und die 5 Personen haben zwangsweise einen Sitzplatz.

D<er Absatz gefällt mir!

Bei der Bahn gibt es zwar auch eine Höchstgrenze, aber in der Realität ergibt sich diese einfach nur durch das Limit, wie weit man die Fahrgäste komprimieren kann, bis sie das zur Verfügung stehende Volumen ausfüllen. (Blöderweise sind Fahrgäste kein Gas.)

Ich glaube irgendwo mal gelesen zu haben, dass man bei der S-Bahn von 4 Fahrgästen pro Quadratmeter bei Stehplätzen ausgeht.

Du kannst sicher einige, wenige Strecken finden, an denen es zu Überfüllung kommt. Aber zu 90 % der Uhrzeiten und Verbindungen in Großräumen ist die Bahn Bahn zigfach zigfach überlegen :-)


Man merkt, daß Du nicht im RMV-Land wohnst.

Ja! Als ich eine Zeit lang im "VRR-Land" gewohnt habe, habe ich den überfüllten Doppelstock RE gemieden. Da war dann die "langsame" S-Bahn besser.

In der HVZ ist hier in Frankfurt so ziemlich überall Gruppenkuscheln angesagt. :( Man meint, so lange noch irgendwo Luft ist, kann die Gefäßgröße ja verkleinert werden. Sollten hier mal aus irgendeinem Grunde größere Personenzahlen auf die Idee kommen, vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen, prophezeihe ich daß es große Probleme geben wird. Und dank der amboßgleichen Flexibilität der Protagonisten kann man zwei Fahrplanperioden ansetzen (die aktuelle nicht mitgerechnet), bis man auf die gestiegenen Bedarfe reagiert.

Ja, leider!

[...]

Heute früh habe ich das wieder gesehen: Autofahrer graben ihr Auto aus, haben dann keinen Scheibeninnenseitenschwamm dabei und lassen das Auto erstmal 5+ Minuten vor sich hinstinken um den Innenraum zu erwärmen.


Scheibeninnenseitenschwamm. Schönes Wort. Hab ich aber auch nicht, dafür aber eine gut entfeuchtende Klimaanlage. ;-)

Das ist super!

Dabei war ich noch gar nicht beim Flächenverbrauch. Sehe Dir mal ein Luftbild des Fröttmaninger Stadions (Produktname: Allianz Arena) oder des Stadions der Minnesota Vikings an. Die Selbstfahrzeug-Aufbewahrungsflächen haben den zigfachen Umfang des Stadions selbst.


Und doch quillt der ÖPNV hierzulande bei den Schaukämpfen der Fußballsöldner immer über mit "Fans", denen ich aber in dem Zustand, in dem sie unterwegs sind, ohnehin die Fähigkeit zum Führen eines Kraftfahrzeuges absprechen würde. Hmm.

Was für eine wunderbare Formulierung "Schaukämpfe der Fußballsöldner" :-)

Minnesota Vikings klingt nach einem großen Land auf einem anderen Kontinent - und abgesehen von wenigen Regionen ist dieses Land nicht gerade als ÖPNV-Meister verschrien. ;-)

Da besteht noch echter Nachholbedarf. Vor ein paar Jahren gab es ein paar Zeitungsberichte über einige wenige Städte, die eine neue Schnellstraßenbahn in Betrieb genommen haben.

Heute Morgen aber auch aufs Kratzen verzichtet habende Grüße,
der Colaholiker

Liebe Grüße zurück von GUM, der heute eine uhrwerkgleiche Verbindung in einem Verkehrsverbund nutzen konnte.

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