Danke für die interessanten Gedanken (Allgemeines Forum)

GUM, Freitag, 15.01.2016, 11:34 (vor 3754 Tagen) @ Celestar

Keine Frage, das Auto ist sicherlich fast immer das teuerste Verkehrsmittel (lassen wir mal Hubschrauber, Privatjets oder Seilbahnen außen vor).
In der Tür-zur-Tür Betrachtung ist das Auto in sehr vielen Fällen:
-das Schnellste.
-das Komfortableste.
-das Flexibleste.

Ein (Personen-)Verkehrsmittel hat die Aufgabe, Personen und ihre Habseligkeiten
a) schnell
b) kommod
c) wirtschaftlich
von einen Punkt A zu einem Punkt B zu bringen. Das macht das Auto (leider) verdammt gut.

Beim Punkt "komfortabel" kann ich Dir für alle Mitfahrerinnen und Mitfahrer zustimmen. Der Fahrer selbst ist aber einem erheblichen Stress und Arbeitsaufwand ausgesetzt.

Mit dem Punkt wirtschaftlich bin ich mir ganz und gar nicht sicher. Einerseits ist der "Vollkosten-Kilometer" schon sehr teuer, andererseits geht es (noch) ohne Automobilindustrie in der gesamten Volkswirtschaft nicht.

Allerdings: Wo geht das Geld hin, wenn die Leute nicht mehr Selbstfahrzeug fahren? Wenn jeder dann in die neue Premium-Klasse eines einsteigt, bei dem ein Waggon so um die 36-40 Plätze (á la Railjet) und einen eigenen Zugbegleiter hätte, dann wäre das Ergebnis volkswirtschaftlich ähnlich. Wenn aber alle nur noch die kleinsten Selbstfahrzeuge aus ausländischer Produktion kaufen, bricht das Inlandsprodukt Deutschlands zusammen.

Deshalb kann ich die Frage nicht wirklich beantworten, ob die Existenz des Selbstfahrzeuges mehr Schaden oder mehr Nutzen anrichtet.

Im Zweifelsfall neigt sich bei mir als Bahnfan die Waagschaale in eine subjektive Richtung.

Es gibt schon einen Grund, warum innerhalb Deutschlands etwa 85% der gesamten Personentransportleistung von System 'PKW' erbracht wird. Will man also als Bahn Fahrgäste gewinnen oder halten, muss man
a) schneller
b) bequemer
werden, denn im Punkt Wirtschaftlichkeit ist man einfach schon besser. Sollten allerdings irgendwann wesentlich mehr E-Autos unterwegs sein, hat die SP[N]V noch viel schlechtere Karten, weil sich beim Auto dann die Kosten noch mehr von Betriebs- zu Fixkosten verschieben.

Da würde ich besonders den Punkt b betonen. Inzwischen können auch Geschäftsreisende einen Teil der Fahrzeit sinnvoll nutzen, weshalb wahrscheinlich etwas mehr Quadratzentimeter Platz und eine Vollausstattung mit Steckdosen wertvoller sind als 5 Minuten Fahrzeitverkürzung.


Jetzt kann man als Bahnmanagement entweder rumheulen und nach staatlicher Intervention schreien, was nach hinten los geht, oder mal darüber nachdenken, wie man ein besseres Produkt anbieten kann.

Celestar

Da bin ich froh, dass ich kein Bahnmanager (in einer autofetischistischen ™ Gesellschaft) bin.

Deshalb danke für die interessanten Gedanken. Da ich nicht wirklich jahrelange Erfahrung auf dem flachen Land habe, kann es durchaus sein, dass in bestimmten Regionen das Selbstfahrzeug auch neutral betrachtet sinnvoll bleibt. Das kann ich aber nicht beurteilen.

Deshalb einfach nur danke für den Nachdenk-Anstoß.

--
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