Katastrophale Entscheidung und PR - und wie es besser ginge (Allgemeines Forum)

Hustensaft, Donnerstag, 14.01.2016, 20:42 (vor 3752 Tagen) @ RhBDirk

Bei allem Verständnis, dass die Bahn Schäden an Strecke und Rollmaterial vermeiden möchte, aber was man hier macht, ist nur noch lächerlich. Im Detail:

Ab Freitag gilt Vmax 200 km/h unabhängig davon, ob nun tatsächlich Schnee gefallen sein wird oder nicht - was ist das für eine Logik? Mal angenommen, die Wetterfrösche irren sich und es kommt nicht zu den erwarteten Niederschlägen - die Bahn bremst trotzdem. Warum ist es so schwer, hier nach tatsächlichen Ereignissen zu entscheiden und einfach nur anzukündigen, dass die Wetterverhältnisse solche Maßnahmen erforderlich machen könnten?

Warum schreibt man gleich von Verspätungen zwischen 10 und 35 Minuten? Vollkommen albern und unzutreffend. Wie war das mit den Zügen 279 und 1073, um nur einige Beispiele zu nennen. Offenkundig kann man auch auf den genannten Strecken mit vielen Zügen auch mit reduzierter Höchstgeschwindigkeit den Fahrplan einhalten - aber nein, das wollen wir lieber erst gar nicht verraten. Oder weiß da am Ende die Rechte nicht, was die Linke kann? Oder will man das etwa gar nicht?

Auf die weiteren in der Diskussion bereits vorgebrachten Argumente, ob man so etwas nicht in den Fahrplan einkalkulieren müsste, warum andere Eisenbahnen solche Probleme nicht oder in geringerem Umfang haben, möchte ich gar nicht weiter eingehen, obwohl dazu einiges zu sagen wäre.

Fakt ist, dass die Mitteilung der Bahn nahezu überall zitiert wird - nur leider macht man sich damit eben eher lächerlich, weil die Rigidität und die Wortwahl eben geeignet sind, die Bahn als Verkehrsmittel zu diskreditieren. Um auch hier bereits vorgebrachte Argumente aufzugreifen: Weder Auto noch Flugzeug werden zuverlässiger oder pünktlicher sein - aber das wird anders verkauft. Würde die Lufthansa jemals schreiben, dass sie wegen der zu erwartenden notwendigen Enteisung alle Flüge 15 Minuten später starten lässt? Oder würde die Mitteilung lauten, dass wegen der Wetterverhältnisse mit Verzögerungen wegen notwendiger Enteisung gerechnet werden muss? Klingt ganz anders, warum kann die Bahn das nicht? Und warum muss man unbedingt die Geschwindigkeit senken, ohne zu wissen, ob das wirklich erforderlich wäre?

Für mich gibt es nur eine Konsequenz: Die Fahrgastrechte müssen massiv ausgebaut werden. Es muss Schluss sein mit der Trennung der Verkehrsträger, wenn ich wegen eines verspäteten Busses meinen Zug verpasse und dadurch eine zu definierende Verspätung überschreite muss es ebenso Fahrgastrechte geben wie in dem Fall, wenn man durch einen verspäteten Zug - auch wenn das weniger als eine Stunde ist - Anschlüsse anderer öffentlicher Verkehrsmittel verpasst und dadurch die maßgebliche Verspätungsschwelle überschreitet. Gleiches muss eben auch für lokale Busse und Straßenbahnen, Regionalbusse und Fernbusse sowie Fähren gelten.


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