Eisenbahn komplexer als Straßenverkehr (Allgemeines Forum)
Das ist gar nicht so leicht zu beurteilen. Autos fahren im absoluten Bremsabstand, da sie Bremswege von unter 100 Metern bei normalen Geschwindigkeiten haben. Da kann man quasi einen Korso bilden, wo ein Fahrzeug dem Vordermann nur folgen braucht. Da reichen also Abstandssensoren und ein Tempomat.
Koennte man doch bei der Bahn dann genauso? So wie bei Autos sich etwas in den Abstand zwaengen kann, so geht das auch bei der Bahn. Und Abstandssensoren sind doch oldschool, es wird einfach die Position jedes Teilnehmers erfasst, plus seine aktuelle Beschleunigung und Geschwindigkeit. Gerade bei der Bahn noch leichter umsetzbar als bei PKW, und wenn vorne der Zug bremsen muss weiss der dahinter direkt wann er selbst in die Eisen steigen muss.
Züge fahren im Blockabstand, also mit einer Mindestentfernung zwischen sich um den vorher fahrenden Zug. Dadurch ist die direkte Informationsübertragung schwieriger.
Im Gegenteil, bei der Bahn ist eine direkte Informationsuebertragung einfacher, da die Infrastruktur fuer solche Uebertragungen mit GSM-R und aehnlichem ja schon wesentlich weiter ist. Abstandssensoren und aehnlicher Humbug ist nur was fuer den Sonderfall, wie Deppen die auf die Schienen springen, aber nicht fuer den Regelbetrieb. Beim PKW muss man nur auf solche Kruecken setzen weil man auf absehbare Zeit keinen Ueberblick ueber alle Teilnehmer bekommt. Beim Zug fahren die Zuege halt im Minimumabstand wenn sie mit der notwendigen Technik ausgestattet sind, waehrend bei vorausfahrenden Zuegen ohne entsprechende Mitteilungstechnik eben der erhoehte Abstand gehalten wird, wie jetzt auch, und rein die Strecke die Meldung macht.
Wenn ein Hindernis vor einem Auto auftaucht, kann es quasi sofort bremsen. Wenn ein Hindernis vor einem Zug auftaucht, ist der Bremsweg viel länger. Also braucht man bei der Bahn eine größere Voraussicht als sie aktuelle Sensoren bieten können. Sind die Sensoren nicht empfindlich genug, erkennt das Bordrechner ein Hindernis nicht und verursacht einen schweren Unfall. Sind die Sensoren zu empfindlich kann ggf. ein entgegen kommender Zug auf dem Nachbargleis als Gefahrenquelle erkannt und so unnötige Betriebsstörungen ausgelöst werden.
Was hilft mir die Voraussicht, wenn ich eh nichts machen kann? Natuerlich waere es schoen, wenn das System weiter voraus schauen koennte als der Mensch es kann, damit ggf. noch etwas mehr verhindert werden kann. Aber das Leute vor Zuege hopsen und unter die Raeder kommen wirst du nie verhindern koennen, ausser du sperrst die Strecken entsprechend ab.
Zudem sind die Bremswege der Züge viel stärker von der Witterung und der Beladung abhängig als bei LKW.
Dank der Meldetechnik etc. sind die lokalen Verhaeltnisse eher wesentlich besser erfassbar und ans Fahrzeug mitteilbar als auf der Strasse. Vermutlich erfassen schon jetzt eine Menge Weichen die Temperatur um gegen Vereisung vorzubeugen. Und Beladung ist gar kein Thema, entweder ermittelt der Zug sie selbst, oder er bekommt sie mitgeteilt.
Man kann der Automatik nicht sagen, sie muss so und soviel km vor einem planmäßigen Halt die Hauptluftleitung mit so und soviel bar an Luftdruck befüllen.
Waere bescheuert, wenn man das der Automatik sagen muesste, dann waere es naemlich keine Automatik mehr ;-) Als Automatik muss sie sowas von sich aus erledigen und sich auf die Gegebenheiten einstellen, nennt sich Regelkreis.
An Tag 1 kommt der Zug dann vielleicht planmäßig zum stehen während am feuchtkalten Tag 2 der Zug 200 Meter über den Halt hinaus schießt und an Tag 3 50 Meter vor dem Bahnsteig zum stehen kommt, weil der "Grip" der Schiene aufgrund irgendwelcher Bedingungen mal besser war.
Dann waere das System Schrott... oder so gut, wie mancher Lokfuehrer. Das intelligente System haette bereits von den ganzen vorausfahrenden Zuegen sowie den oertlichen Sensoren Infos ueber den Zustand der Strecke erhalten und seinen Bremsweg entsprechend vorberechnet, waehrend der Bremsung dann permanent seine Beschleunigung ueberwacht und nachgeregelt um dann punktgenau zu halten. Und gerade ein zu fruehes Halten wirst du so nie erleben, da in dem Fall einfach mit Mindestgeschwindigkeit bis zum Haltepunkt weitergefahren wuerde. Maximal ein drueber hinaus rutschen waere moeglich, wenn sich die Verhaeltnisse am Ende unvorhersehbar drastisch veraendern. Das wuerde aber auch ein Lokfuehrer dann nicht unbedingt erkennen.
Hinzu kommt, dass beim Auto eine unmittelbare Reaktion auf den Bremszylinderdruck erfolgt. Beim Güterzug vergehen mehrere Sekunden zwischen der Veränderung der Hebelstellung un der Reaktion des Zuges.
Auch das ist ueberhaupt kein Thema (und laengst nicht bei jedem PKW so ;-)), sondern wird selbstverstaendlich in der Regelung mit einberechnet. Meine Fussbodenheizung ist auch verdammt traege, trotzdem regelt die (in diesem Fall absolut simple) Automatik die Temperatur besser als ich das manuell erledigen koennte. Je schneller die Reaktionen erfolgen, desto schwieriger wird es eher
gesamter Thread:
- Deutsche Bahn testet Loks ohne Führer -
218 466-1,
04.11.2015, 19:59
- In dem Feld hinkt die Bahn der Automobil-Industrie nach. -
ICETreffErfurt,
04.11.2015, 20:08
- In dem Feld hinkt die Bahn der Automobil-Industrie nach. -
2315Deichgraf,
04.11.2015, 20:14
- In dem Feld hinkt die Bahn der Automobil-Industrie nach. -
ICETreffErfurt,
04.11.2015, 20:37
- In dem Feld hinkt die Bahn der Automobil-Industrie nach. - cyberle, 04.11.2015, 22:04
- In dem Feld hinkt die Bahn der Automobil-Industrie nach. -
Lehrter Bahnhof,
04.11.2015, 20:55
- Automatischer Betrieb auf alten Strecken nicht sinnvoll -
218 466-1,
05.11.2015, 18:50
- Automatischer Betrieb auf alten Strecken nicht sinnvoll - gnampf, 06.11.2015, 07:32
- Automatischer Betrieb auf alten Strecken nicht sinnvoll -
218 466-1,
05.11.2015, 18:50
- In dem Feld hinkt die Bahn der Automobil-Industrie nach. -
ICETreffErfurt,
04.11.2015, 20:37
- In dem Feld hinkt die Bahn der Automobil-Industrie nach. -
TEE Rheingold,
04.11.2015, 20:18
- Eisenbahn komplexer als Straßenverkehr -
ICETreffErfurt,
04.11.2015, 20:35
- Eisenbahn komplexer als Straßenverkehr -
Colaholiker,
05.11.2015, 08:39
- Eisenbahn komplexer als Straßenverkehr -
guru61,
05.11.2015, 08:58
- Eisenbahn komplexer als Straßenverkehr -
Colaholiker,
05.11.2015, 09:11
- Eisenbahn komplexer als Straßenverkehr - JeDi, 05.11.2015, 10:12
- Eisenbahn komplexer als Straßenverkehr - guru61, 06.11.2015, 07:55
- Eisenbahn komplexer als Straßenverkehr - Silver, 05.11.2015, 09:17
- Eisenbahn komplexer als Straßenverkehr -
Colaholiker,
05.11.2015, 09:11
- Eisenbahn komplexer als Straßenverkehr -
guru61,
05.11.2015, 08:58
- Eisenbahn komplexer als Straßenverkehr - gnampf, 05.11.2015, 10:04
- Eisenbahn komplexer als Straßenverkehr -
Colaholiker,
05.11.2015, 08:39
- In dem Feld hinkt die Bahn der Automobil-Industrie nach. - Lehrter Bahnhof, 04.11.2015, 20:50
- Eisenbahn komplexer als Straßenverkehr -
ICETreffErfurt,
04.11.2015, 20:35
- In dem Feld hinkt die Bahn der Automobil-Industrie nach. -
2315Deichgraf,
04.11.2015, 20:14
- Beispiel Wien - Naja... - Julian, 04.11.2015, 20:52
- Welche Technik? Welche Systeme? - Lehrter Bahnhof, 04.11.2015, 21:14
- Deutsche Bahn testet Loks ohne Führer -
611 040,
04.11.2015, 22:38
- Deutsche Bahn testet Loks ohne Führer - ICE-TD, 04.11.2015, 22:45
- Deutsche Bahn testet Loks ohne Führer -
gnampf,
05.11.2015, 10:17
- Deutsche Bahn testet Loks ohne Führer -
Lehrter Bahnhof,
05.11.2015, 10:27
- Deutsche Bahn testet Loks ohne Führer - gnampf, 05.11.2015, 10:40
- Die Schweizer Post auch - guru61, 06.11.2015, 08:00
- Deutsche Bahn testet Loks ohne Führer -
Lehrter Bahnhof,
05.11.2015, 10:27
- In dem Feld hinkt die Bahn der Automobil-Industrie nach. -
ICETreffErfurt,
04.11.2015, 20:08