Die Argumente zusammengefasst (Allgemeines Forum)

L.Willms, Freitag, 23.01.2015, 16:17 (vor 4092 Tagen) @ ICE-T-Fan

Zusammenfassung der Argumente aus der Sendung:

Ganz kurz konnte man dabei einen Blick auf einen Teil einer Vortragsfolie erhaschen, darin das Zauberwort "Preiswahrnehmung". Das geistert bei der DB AG seit Jahren herum - nicht die Preise sollen geändert werden, sondern die Wahrnehmung der Preise -- die sollen zwar so hoch wie möglich sein, aber als so niedrig wie möglich wahrgenommen werden.

Dann hat die TV-Redaktion eine Karte mit Verlusten an Fahrgastzahlen für einzelne Strecken gezeigt, mit (ich muß aus dem löchrigen Gedächtnis zitieren) etwa 850 Pax/Tag zwischen Berlin und Hannover (nicht klar, ob das für eine Richtung oder für beide Richtungen zusammen gilt).

Diese Zahl wurde aber nicht in eine Verhältnis zu den tatsächlichen Passagierzahlen oder gar der Platzkapazität gesetzt. Die Fahrgastzahlen sind mir nicht bekannt, aber die Anzahl der Züge pro Werktag kann man den Fahrplänen entnehmen, und deren Sitzplatzkapazität ist auch ermittelbar.

Ein ICE-2 hat laut Wikipedia-Artikel 368 Sitzplätze (vor Redesign) bzw. 381 (nach Redesign), und die fahren von Berlin nach Westen i.d.R. im Doppelpack. Da mir die Verteilung zwischen alten und neu gestalteten Zügen nicht bekannt ist, nehme ich einfach mal 375 Plätze je Einheit an, was dann 750 Plätze pro Zug ergibt.

Von den 25 ICE und IC, die die DB AG werktäglich von Berlin nach Hannover fährt (laut Offline-Hafas für heute, ohne diejenigen, die vorher schon nach Braunschweig, Hildesheim, Göttingen abbiegen) sind 8 IC und die restlichen 17 ICE. 17 mal 750 sind 12750 Plätze pro Tag und Richtung, plus (unter der Annahme von 400 Plätzen je IC) 3200 Plätze in ICs, zusammen 15'950 Plätze. Davon sind die 850 an die Busse gegangenen Paxe 5,3%.

Jetzt müßte man nur noch die tatsächliche Belegung der Züge wissen, um den prozentualen Verlust an Fahrgästen schätzen zu können.


Abschließend noch ein Wort zu den Illusionen, daß die DB AG, wenn sie Busse auf Relationen einsetzen will, auf denen die Züge nicht besonders profitabel fahren, dann auch noch die Anzahl der gefahrenen Züge vermehrt, anstatt sie einzustellen. Die DB AG ist aber gemäß Bahnreform als privatwirtschaftlich organisiertes Unternehmen, das eigentlich auch noch an private Hände verscherbelt werden soll, auf Profitmaximierung ausgerichtet, nicht auf optimale Dienstleistung im Interesse der ganzen Gesellschaft.


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