HSL-Zuid Seifenoper (169): neuer Zugtyp "Intercity Defekt" (Allgemeines Forum)
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 09.04.2014, 09:08 (vor 4424 Tagen)
bearbeitet von Oscar (NL), Mittwoch, 09.04.2014, 09:11
Vorherige Folgen: 150, 151, 152, 153, 154, 155, 156, 157, 158, 159, 160, 161, 162, 163, 164, 165, 166, 167, 168.
Hallo ICE-Fans,
nachdem die V250-Triebwagen 2013 aus dem Betrieb gingen, gibt es jetzt auch Probleme bei deren Surrogatzügen namens "Intercity Direkt".
Bei einigen Traxx-Maschinen sind gestern einige Mängel an den Stromabnehmern [1] festgestellt worden. Grund für NS, auf Bitte vom Hersteller den Betrieb Amsterdam-Breda einzustellen.
Reisende waren erzwungen, die Altstrecke via Den Haag zu befahren.
Peinlich: NS hat bei Bombardier noch 19 solcher Loks bestellt für die Erweiterung der IC Direkt Dienstleistungen...
Die Benelux-Traxxe sind übrigens nicht betroffen.
Selbstverständlich sieht das Parlament das nicht gerne.
Ach nee, doch nicht noch ein Debakel?
Es fordert eine Debatte mit der Regierung.
Heute ist NS zumindest in der Lage, den IC Direkt stündlich zu fahren.
Hinweis: die "IC"s der Altstrecke verkehren jede 15 Minuten und der ursprüngliche Fahrplan der HSL-Zuid sah 5-6 HGV-Züge pro Stunde und Richtung vor!
Der Scherz im Betreff hatte Fahrgastverbund Rover schon eher.
gruß,
Oscar (NL).
[1] im Bahnbereich spricht man zumindest bei uns in NL von Stromabnehmer.
Ein Pantograf befindet sich auf einem Straßenbahntriebwagen.
--
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HSL-Zuid Seifenoper (169): neuer Zugtyp "Intercity Defekt"
ICE11, Aachen, Mittwoch, 09.04.2014, 11:06 (vor 4424 Tagen) @ Oscar (NL)
Treinreiziger.nl schreibt zu den Stromabnehmern: "Die zouden door de verschillende soorte spanningen van de bovenleiding (HSL rijdt op 25.000V 50Hz wisselstroom, rest van het net op 1.500V gelijkstroom) sneller slijten."
???
Was hat der schnellere Verschleiß mit den verschiedenen Spannungen zu tun? Immerhin sind es für die beiden Systeme verschiedene Abnehmer....
HSL-Zuid Seifenoper (169): neuer Zugtyp "Intercity Defekt"
guru61, Arolfingen, Mittwoch, 09.04.2014, 12:07 (vor 4424 Tagen) @ ICE11
bearbeitet von guru61, Mittwoch, 09.04.2014, 12:08
Was hat der schnellere Verschleiß mit den verschiedenen Spannungen zu tun? Immerhin sind es für die beiden Systeme verschiedene Abnehmer....
Hallo
Also rein überschlagsmässig hast du bei einer 1.5 KV Fahrleitung, gegenüber einer 25KV Leitung rund 16 mal den höhern Strom für die gleiche Leistung.
Du hast aber mit Sicherheit nicht 16 Mal mehr Fläche für die Stromabnahme am Stromabnehmer.
Auch wenn 2 Fahrdrähte da sind, und 2 Bügel gehoben sind, hast du auf jeden Fall höhere spezifische Strommblastung am Stromabnehmer.
Dazu kommt, dass eine so schwere Fahrleitung, wahrscheinlich auch andere dynamische Eigenschaften hat, die sicher nicht besser ist, als bei einer leichten AC Fahrleitung.
Auch ist wahrscheinlich der Stromabnehmer, wegen den grossen/mehreren Schleifleisten schwerer gebaut, und dann kommt noch dazu, dass zwei gehobene Stromabnehmer in kurzem Abstand, sich gegenseitig negativ beeinflussen.
Alles in allem, kann sich diese alles negativ auf die Lebensdauer auswirken.
Gruss Guru
169: Stromabnehmerprobleme (Sammelantwort)
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 09.04.2014, 13:22 (vor 4424 Tagen) @ ICE11
bearbeitet von Oscar (NL), Mittwoch, 09.04.2014, 13:23
ICE11:
Treinreiziger.nl schreibt zu den Stromabnehmern: "Die zouden door de verschillende soorte spanningen van de bovenleiding (HSL rijdt op 25.000V 50Hz wisselstroom, rest van het net op 1.500V gelijkstroom) sneller slijten."
???
Das ist in der Tat ein lustiger Satz, wenn man ihn 5x nacheinander liest:
"Diese würden wegen der unterschiedlichen Spannungen der Oberleitung schneller verschleißen."
1. Dies impliziert umschaltbare Oberleitungen.
2. Wenn ich bei aufgebügelter Lok die Oberleitung umschalte, kann ich mich vorstellen, dass der Stromabnehmer rasch verschlissen ist... das geht sogar sehr rasch...:)
Gut, mal ernst.
Wenn die Stromabnehmer der HSL-Traxxe so schnell verschleißen wegen Systemwechsel, warum fahren denn tagtäglich zahlreiche Elloks (auch Traxxe) problemlos via die Betuweroute nach Deutschland? Auf dieser Strecke wechselt man ja auch diverse Male (Kijfhoek, Zevenaar, Emmerich) System.
guru61:
Also rein überschlagsmässig hast Du bei einer 1.5 kV Fahrleitung, gegenüber einer 25kV Leitung rund 16 mal den höhern Strom für die gleiche Leistung. Du hast aber mit Sicherheit nicht 16 Mal mehr Fläche für die Stromabnahme am Stromabnehmer.
Das erklärt aber immer noch nicht, warum das an der Betuweroute in Zevenaar und bei Kijfhoek offenbar gut geht, und auf der HSL-Zuid nicht.
Dazu kommt, dass eine so schwere Fahrleitung, wahrscheinlich auch andere dynamische Eigenschaften hat, die sicher nicht besser ist, als bei einer leichten AC Fahrleitung.
Auch ist wahrscheinlich der Stromabnehmer, wegen den grossen/mehreren Schleifleisten schwerer gebaut, und dann kommt noch dazu, dass zwei gehobene Stromabnehmer in kurzem Abstand, sich gegenseitig negativ beeinflussen.
Alles in allem, kann sich diese alles negativ auf die Lebensdauer auswirken.
Alles schön und richtig aber immer noch keine Erklärung für die Pannen auf der HSL-Zuid. Offenbar hat Siemens diese Probleme bei ihren BR 189 nicht. Und diese Maschinen müssen mit ihren 5000 Tonnen schweren Erzzügen noch etwas mehr Strom verkraften als die TRAXXe mit ihren HSL-Surrogatgarnituren. Auch die polnischen Cargos, die mit TRAXX bespannt sind, fahren problemlos über die Betuweroute.
Meine Vermutung: sehr viele Systemwechsel in kurzer Zeit.
Ab Amsterdam folgen Systemwechsel in Hoofddorp, Bleiswijk, Barendrecht und beim "IC Direkt" auch noch in Langeweg. Das sind 4 Systemwechsel in etwa einer Stunde. Jeder Systemwechsel bedeutet: abbügeln, durch die Schleuse rollen, aufbügeln (der andere Stromabnehmer).
Dagegen kann man auf der Betuweroute zumindest Kijfhoek-Zevenaar (mehr als eine Stunde) komplett mit 25kV fahren. Wenn man in Emmerich auf 15kV wechselt, kommt man damit bis Wien, den Brennerpass oder Chiasso.
Aber auch das erklärt noch nicht warum beim TRAXX Pannen entstehen, während Thalys keine Probleme hat. Mir sind keine Berichte über große Thalys-Pannen auf der HSL-Zuid bekannt. Und der Thalys wechselt auf der Fahrt nach Paris zwar nicht in Langeweg, dafür aber in Antwerpen Luchtbal und Lembeek.
gruß,
Oscar (NL).
--
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169: Stromabnehmerprobleme (Sammelantwort)
Twindexx, St. Gallen (CH), Mittwoch, 09.04.2014, 14:40 (vor 4424 Tagen) @ Oscar (NL)
Hoi,
Meine Vermutung: sehr viele Systemwechsel in kurzer Zeit.
Ab Amsterdam folgen Systemwechsel in Hoofddorp, Bleiswijk, Barendrecht und beim "IC Direkt" auch noch in Langeweg. Das sind 4 Systemwechsel in etwa einer Stunde. Jeder Systemwechsel bedeutet: abbügeln, durch die Schleuse rollen, aufbügeln (der andere Stromabnehmer).
Die Systemwechsel machen dem Stromabnehmer nichts aus. Es liegt wohl schlicht am niederländischen Stromsystem:
Nur in den Niederlanden fahren Traxx unter 1.5 kV DC. Und gemessen an den Fahrleistungen dürften die NS-IC-Direkt-Traxx mit die höchsten Werte auf 1.5.kV-DC-Strecken aufweisen. Wenn es also zu Verschleiss-Problemen an den Stromabnehmern für das NL-Bestandsnetz kommt, dann wohl als erstes an diesen Maschinen. Aber Stromabnehmer-Hersteller Stemmann-Technik wird da sicher mit Bombardier und der NS eine Lösung finden.
Kurzfristig sollte man einfach die Verschleissteile am 1.5-kV-DC-Stromabnehmer öfter tauschen. So sollten die Loks auch schnell wieder auf Strecke können. Wann solle denn die IC-Direkt denn wieder fahren?
Grüsse aus der Ostschweiz.
--
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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.
169: Stromabnehmerprobleme (Sammelantwort)
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 09.04.2014, 14:56 (vor 4424 Tagen) @ Twindexx
Hallo Twindexx,
Nur in den Niederlanden fahren Traxx unter 1.5 kV DC. Und gemessen an den Fahrleistungen dürften die NS-IC-Direkt-Traxx mit die höchsten Werte auf 1.5.kV-DC-Strecken aufweisen. Wenn es also zu Verschleiss-Problemen an den Stromabnehmern für das NL-Bestandsnetz kommt, dann wohl als erstes an diesen Maschinen.
Die Benelux-Traxxe fahren auch unter 1500 V DC. Warum haben diese Maschinen denn nicht die Probleme, die die HSL-Traxxe haben?
Beide Maschinen sind unter 1500 V gleich schnell (140 km/h).
Wann solle denn die IC-Direkt denn wieder fahren?
Laut NS Hispeed sollen ab heute 16:00 alle IC Direkt normal fahren (halbstündlich).
gruß,
Oscar (NL).
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169: Stromabnehmerprobleme (Sammelantwort)
Twindexx, St. Gallen (CH), Mittwoch, 09.04.2014, 15:09 (vor 4424 Tagen) @ Oscar (NL)
Hoi,
Die Benelux-Traxxe fahren auch unter 1500 V DC. Warum haben diese Maschinen denn nicht die Probleme, die die HSL-Traxxe haben?
Beide Maschinen sind unter 1500 V gleich schnell (140 km/h).
Es geht nicht um die Höchstgeschwindigkeit, sondern um die durchschnittlichen Kilometerleistungen unter 1.5 kV DC. Je mehr Kilometer, desto höher der Verschleiss.
Und wenn sie bereits heute wieder fahren, dann wird man wohl einfach die Stromabnehmer kontrolliert und allenfalls bestimmte Teile daran getauscht haben.
Grüsse aus der Ostschweiz.
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169: Stromabnehmerprobleme (Sammelantwort)
MartinN, Fricktal, Schweiz, Mittwoch, 09.04.2014, 15:27 (vor 4424 Tagen) @ Twindexx
Hallo zusammen
Ich glaub nicht das es sich nur um Verschleiss während des Fahrbetriebes handelt.Ich denke mir es liegt daran, dass es Gleichstrom ist. Bei einer Frequenz von 50Hz hast du 50x kein Strom,Spannung pro Sekunde zwischen Stromabnehmer und Fahrleitung. Darum wird ein Lichtbogen auch viel eher unterbrochen. Ein Gleichstromlastschalter muss viel mehr vertragen als ein solcher für Wechselspannung.
169: Stromabnehmerprobleme (Sammelantwort)
Twindexx, St. Gallen (CH), Mittwoch, 09.04.2014, 15:46 (vor 4424 Tagen) @ MartinN
Hoi,
Ich glaub nicht das es sich nur um Verschleiss während des Fahrbetriebes handelt.Ich denke mir es liegt daran, dass es Gleichstrom ist. Bei einer Frequenz von 50Hz hast du 50x kein Strom,Spannung pro Sekunde zwischen Stromabnehmer und Fahrleitung. Darum wird ein Lichtbogen auch viel eher unterbrochen. Ein Gleichstromlastschalter muss viel mehr vertragen als ein solcher für Wechselspannung.
Nein, das ist nicht der Grund. Die Traxx fahren zu Hauf unter Gleichstrom, ohne derartige Probleme. Das sind allerdings alles 3-kV-DC-Netze, NL ist das einzige 1.5-kV-DC-Netz. Es wurde klar gesagt, die Probleme sind an den Stromabnehmern aufgetaucht und nicht irgendwo anders.
Grüsse aus der Ostschweiz.
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169: Stromabnehmerprobleme (Sammelantwort)
MartinN, Fricktal, Schweiz, Mittwoch, 09.04.2014, 15:54 (vor 4424 Tagen) @ Twindexx
Hallo Twindexx
Aus einem Paralelluniversum hab ich erfahren, dass bei Stillstand der zweite Stromabnehmer gehoben wird um übermässige Erwärmung an der Kontaktstelle vor zu beugen. Aber klar bei 1.5Kv DC ist der Strom viel höher als bei 3KV DC. Das führt schon zu mehr Belastung. Könnte von mir aus gesehen auch ein Grund sein, dass beim Stromabnehmer der immer wieder gesenkt und gehoben wird grössere Abnützungen vorkommen.
169: Stromabnehmerprobleme (Sammelantwort)
Meinrad aus Kanada, Oakville, Canada, Mittwoch, 09.04.2014, 16:05 (vor 4424 Tagen) @ Twindexx
Hoi,
... NL ist das einzige 1.5-kV-DC-Netz. Es wurde klar gesagt, die Probleme sind an den Stromabnehmern aufgetaucht und nicht irgendwo anders.
Im Sueden Frankreichs wird auch mit 1500V-DC gefahren (nicht aber auf den LGV, wo 25kV-AC herrscht), und auch dort gibt es laufend Systemwechsel. Wenn man das in Frankreich in den Griff bekommen hat, dann muesste es auch in den Niederlanden gehen.
169: Stromabnehmerprobleme (Sammelantwort)
MartinN, Fricktal, Schweiz, Mittwoch, 09.04.2014, 16:16 (vor 4424 Tagen) @ Meinrad aus Kanada
Hallo Meinrad
Stromsystem schon, aber ist der Stromabnehmer aus demselben Material? Und vielleicht hat das Rollmaterial in Frankreich weniger Leistung als die Traxx in Holland und vielleicht werden dort die Stromabnehmer weniger oft gesenkt und gehoben? Das sind Faktoren die man in Betracht ziehen soll.
Was sicher nicht gut ist, ist das senken und heben des Stromabnehmers unter Last.
169: Stromabnehmerprobleme (Sammelantwort)
Twindexx, St. Gallen (CH), Mittwoch, 09.04.2014, 16:31 (vor 4424 Tagen) @ MartinN
Hoi,
Stimmt, in Frankreich fahren sie ja auch schon, wenn auch nur Güterzüge und keine Reisezüge. Bald weiss man vielleicht mehr.
Stromsystem schon, aber ist der Stromabnehmer aus demselben Material? Und vielleicht hat das Rollmaterial in Frankreich weniger Leistung als die Traxx in Holland und vielleicht werden dort die Stromabnehmer weniger oft gesenkt und gehoben? Das sind Faktoren die man in Betracht ziehen soll.
Das Heben und Senken tut nichts zur Sache. Material ist Kohle metallisiert, 1'950 mm Breite.
Was sicher nicht gut ist, ist das senken und heben des Stromabnehmers unter Last.
Macht man ja auch nicht. Dabei ist jeweils der Hauptschalter draussen.
Grüsse aus der Ostschweiz.
--
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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
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169: Stromabnehmerprobleme (Sammelantwort)
guru61, Arolfingen, Donnerstag, 10.04.2014, 07:42 (vor 4423 Tagen) @ MartinN
Was sicher nicht gut ist, ist das senken und heben des Stromabnehmers unter Last.
Hallo
Wenn du das in einem Gleichstrometz machst, dann beleuchtest du den Bahnhof bengalisch!
Wenn du einen Stromabnehmer unter Last senkst, dann riskierst du einen stehenden Lichtbogen. Gerade bei Gleichstrom, weil der Nulldurchgang wie beim Wechselstrom fehlt.
Bei Gleichstrom bleibt der Kanal aus ionisiertem Plasma bestehen. Das macht ihn schwer löschbar, im Gegensatz zum Wchselstrom, bei dem der Lichtbogen im Takt der Frequenz immer wieder neu gezündet werden muss.
Darum haben Gleichstromschnellschalter riesige Kontaktabstände, grosse Funkenlöschkammern und grosse Blasspulen, die den Lichtbogen in die Löschstrecke treiben.
Ausserden bin ich ziemiich sicher, dass du mit der Betätigung des Stromabnehmersteuerschalters den Haltekreis des Hauptschalters unterbrichst, und er so automatisch ausschaltet.
Gruss Guru
169: Frankreich vs. Niederlande (Sammelantwort, m3B).
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 10.04.2014, 08:34 (vor 4423 Tagen) @ Meinrad aus Kanada
Twindexx:
... NL ist das einzige 1.5-kV-DC-Netz. Es wurde klar gesagt, die Probleme sind an den Stromabnehmern aufgetaucht und nicht irgendwo anders.
Meinrad aus Kanada:
Im Sueden Frankreichs wird auch mit 1500V-DC gefahren (nicht aber auf den LGV, wo 25kV-AC herrscht), und auch dort gibt es laufend Systemwechsel.
Bin ich mir nicht sicher.
Wenn ich diese Karte betrachte, dann hat man nur auf Nevers-Vierzon-Tours-Angers viele Systemwechsel 1500 V/25 kV nacheinander.
Im Süden gibt es vor allem Systemwechsel 1500 V/Diesel.
Die Strecken Lyon-Marseille sind sozusehen voneinander getrennt. Nebeneinander hat man eine 25kV Rennbahn, eine 1500 V Altstrecke und eine 1500 V Cargobahn.
Wenn man das in Frankreich in den Griff bekommen hat, dann muesste es auch in den Niederlanden gehen.
Allerdings sind die 1500 V Leistungen in Frankreich wesentlich geringer als bei uns in NL.
Auch mit "cadencement" werden die Regionalzüge dort bestenfalls mit Stundentakt fahren.
MartinN:
Stromsystem schon, aber ist der Stromabnehmer aus demselben Material?
S.i.w. generell Kohlestreifen.
Und vielleicht hat das Rollmaterial in Frankreich weniger Leistung als die Traxx in Holland...
Der Regionalverkehr in Südfrankreich ist zum großen Teil auf Triebwagen umgestellt. Diese haben weniger Leistung als eine TRAXX. Habe selber 2007 zwischen Villefranche-Vernet-les-Bains und Perpignan mit so einem Schätzchen gefahren:
![[image]](http://www.railfaneurope.net/pix/fr/electric/emu/Z9500/SNCF_Z9505_Mc.jpg)
und zwischen Perpignan und Narbonne mit einem modernen Z 27500:
![[image]](http://www.railfaneurope.net/pix/fr/electric/emu/Z27500/27501-27550/SNCFZ27502LTdC09082.jpg)
Die "2" in Z 27500 deutet auf ein Mehrsystemfahrzeug.
Allerdings verfügt Südfrankreich mangels Rennbahnen auch über recht viele "Intercités" welche mit BB 7200 + Corailwagen gefahren werden:
![[image]](http://www.railfaneurope.net/pix/fr/electric/dc/7200/en_voyage/7201-49/7201_Saux_26Aout10.jpg)
...und vielleicht werden dort die Stromabnehmer weniger oft gesenkt und gehoben? Das sind Faktoren die man in Betracht ziehen soll.
Eher weniger. Der Wechsel ist eher Elektro/Diesel wenn ich die Karte glauben muss.
Dafür haben die Franzosen die B 81500 und B 82500 (bimodale Versionen vom Z 27500).
Twindexx:
Stimmt, in Frankreich fahren sie ja auch schon, wenn auch nur Güterzüge und keine Reisezüge. Bald weiss man vielleicht mehr.
SNCF Fret mit TRAXXen, das wäre mir neu.
S.i.w. fahren die Jungs entweder mit Sybics/Astriden (BB 4m6nnn, m = 2 oder 3) oder mit Primas (BB 4m7nnn, m = 2 oder 3).
Oder sind irgendwelche Privaten mit TRAXXen in Frankreich aktiv? Ggf. DB Schenker oder SBB Cargo mit FR-tauglichen TRAXXen?
Der 1500 V Personenverkehr wird vermutlich nicht mehr so lange lokbespannt sein. Die Nachfolger der "Intercités" wird der Coradia Liner, ein Triebzug. Ich berichtete schon eher.
gruß,
Oscar (NL).
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169: Frankreich vs. Niederlande (Sammelantwort, m3B).
Twindexx, St. Gallen (CH), Freitag, 11.04.2014, 17:47 (vor 4422 Tagen) @ Oscar (NL)
Hoi,
SNCF Fret mit TRAXXen, das wäre mir neu.
S.i.w. fahren die Jungs entweder mit Sybics/Astriden (BB 4m6nnn, m = 2 oder 3) oder mit Primas (BB 4m7nnn, m = 2 oder 3).
Oder sind irgendwelche Privaten mit TRAXXen in Frankreich aktiv? Ggf. DB Schenker oder SBB Cargo mit FR-tauglichen TRAXXen?
Eine Tochter von DB Schenker Rail ist in Frankreich mit einer nennenswerten Anzahl Traxx MS im Güterverkehr unterwegs: Euro Cargo Rail.
Grüsse aus der Ostschweiz.
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![[image]](https://abload.de/img/fvd139kqh.jpg)
Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.
169: Stromabnehmerprobleme (Sammelantwort)
guru61, Arolfingen, Donnerstag, 10.04.2014, 07:00 (vor 4423 Tagen) @ MartinN
Hallo zusammen
Ich glaub nicht das es sich nur um Verschleiss während des Fahrbetriebes handelt.Ich denke mir es liegt daran, dass es Gleichstrom ist. Bei einer Frequenz von 50Hz hast du 50x kein Strom,Spannung pro Sekunde zwischen Stromabnehmer und Fahrleitung. Darum wird ein Lichtbogen auch viel eher unterbrochen. Ein Gleichstromlastschalter muss viel mehr vertragen als ein solcher für Wechselspannung.
Hallo
Dafür hast du aber 50 Mal pro Sekunde wesentlich höheren Strom, weil die angegebene Leistung sich auf den Durchschnitt bezieht. Ausserdem kommt nich die Blindleistung dazu, bei der der Magnetisierungsstrom zwischen Kraftwerk und Verbraucher hin und her pendelt. Wobei diese Komponente heute bei elektronischen Loks nicht mehr die Rolle spielt wie einst.
Der Grund für den höheren Verschleis könnte unter anderem in der spezifischen Belastung (Ampère pro cm2), oder dem Material der Schleifleiste, oder dem Anpressdruck (auch dynamisch) oder des Zustandes des Fahrdrahtes sein.
Ich würe mal versuchen, sofern das konstruktiv möglich ist, die Stromabnehmer tauschen.
169: Stromabnehmerprobleme (Sammelantwort)
Sese, Donnerstag, 10.04.2014, 07:44 (vor 4423 Tagen) @ guru61
Dafür hast du aber 50 Mal pro Sekunde wesentlich höheren Strom, weil die angegebene Leistung sich auf den Durchschnitt bezieht.
Naja, warm wird's mit I²*R bei den Strömen eigentlich ganz gemütlich, deshalb kann man da schon mit Effektivwerten rechnen.
Ausserdem kommt nich die Blindleistung dazu, bei der der Magnetisierungsstrom zwischen Kraftwerk und Verbraucher hin und her pendelt. Wobei diese Komponente heute bei elektronischen Loks nicht mehr die Rolle spielt wie einst.
Spielt am Stromabnehmer eigentlich kaum eine Rolle, da stets versucht wird, cosphi = 1 am Stromabnehmer zu fahren. Außer man will durch einen kapazitiven Leistungsfaktor die Fahrleitungsspannung stützen, dann stellt man bewusst ein kleineres cos phi ein. Macht aber m. W. bis auf nordische Staaten wahrscheinlich fast keiner.
Der Grund für den höheren Verschleis könnte unter anderem in der spezifischen Belastung (Ampère pro cm2), oder dem Material der Schleifleiste, oder dem Anpressdruck (auch dynamisch) oder des Zustandes des Fahrdrahtes sein.
Primär ist es der Strom, der für eine starke erwärmung des Schleifleistenmaterials und damit zu verstärktem Verschleiß führt. Kohle leitet grotig (auch trotz Metallimprägnierung) sodass man heutzutage mit den bekannten Schleifleistenwerkstoffen an Grenzen stößt. Nur um eine Größenordnung zu haben: 6 MW unter 1,5 kV sind 4 kA. Nehmen wir als Kontaktwiderstand 10 mOhm an, haben wir 80 kW Heizleistung am Stromabnehmer, bzw. 40 kW je Schleifleiste - also auf einem Kontaktpunkt, so groß wie ein Fingernagel. Der Fön zuhause hat vielleicht 2 kW.
Generell gilt, je höher die Anpresskraft, desto weniger Kontaktwiderstand. Allerdings nimmt irgendwann auch der mechanische Verschleiß zu - Das Optimum liegt irgendwo in der Mitte.
Ich würe mal versuchen, sofern das konstruktiv möglich ist, die Stromabnehmer tauschen.
Was soll das ändern?
--
Grüße,
Sese
169: Stromabnehmerprobleme (Sammelantwort)
guru61, Arolfingen, Donnerstag, 10.04.2014, 11:05 (vor 4423 Tagen) @ Sese
Ich würde mal versuchen, sofern das konstruktiv möglich ist, die Stromabnehmer tauschen.
Was soll das ändern?
Hallo
Zum herausfinden, ob das Problem beim Stromabnehmer oder anderswo liegt.
Alte Praktikerlogik:
Wenn der eine Stromabnehmer, der gute Leistungen bringt, am andern Ort auch gute Leistungen bringt, dann musst du am andern Stromabenehmer den Fehler suchen, sonst anderswo.
Gruss Guru
169: Stromabnehmerprobleme (Sammelantwort)
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 10.04.2014, 07:50 (vor 4423 Tagen) @ Twindexx
Hallo Twindexx,
Die Benelux-Traxxe fahren auch unter 1500 V DC. Warum haben diese Maschinen denn nicht die Probleme, die die HSL-Traxxe haben?
Beide Maschinen sind unter 1500 V gleich schnell (140 km/h).
Es geht nicht um die Höchstgeschwindigkeit, sondern um die durchschnittlichen Kilometerleistungen unter 1.5 kV DC. Je mehr Kilometer, desto höher der Verschleiss.
Dann müssten eher die Benelux-Traxxe betroffen sein, denn diese Maschinen fahren die ganze NL-Strecke unter 1500 V, während die HSL-Traxxe nur die Abschnitte Amsterdam-Hoofddorp, Bleiswijk-Barendrecht und Langeweg-Breda unter 1500 V fahren.
Aber:
1. die Benelux-Traxxe fahren auch eine Strecke in Belgien unter 3000 V (Nispen-Brüssel)
2. der Benelux fährt nur stündlich, der IC Direkt aber halbstündlich = es kann sein dass die Benelux-Traxxe in Brüssel eine Stunde arbeitslos rumstehen und somit eine niedrigere Tagesleistung erbringen.
3. zur Zeit verkehren die Beneluxe erst ab Den Haag. Aber sie haben vor dem V250-Alter ab Amsterdam gefahren.
Und wenn sie bereits heute wieder fahren, dann wird man wohl einfach die Stromabnehmer kontrolliert und allenfalls bestimmte Teile daran getauscht haben.
Ich muss gestehen, ich war am Anfang etwas skeptisch ob ich die Folge posten würde. Aber alle Medien in NL berichten davon. Vermutlich handelt es sich um ein Problem das in DE/CH/AT/FR/sonstwo als normal betrachtet wird; Stromabnehmer machen ja Kontakt mit Kupferdraht und daher gibt es Verschleiß und irgendwann muss der Stromabnehmer ersetzt werden.
Nur weil es bei uns auf der HSL-Zuid passiert, kurz nachdem die V250 Schlagzeilen machten (deren Rückfahrt, siehe Folge 168), wird es bei uns als nationales Desaster "vermarktet".
gruß,
Oscar (NL).
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169: Stromabnehmerprobleme (Sammelantwort)
Twindexx, St. Gallen (CH), Freitag, 11.04.2014, 17:58 (vor 4422 Tagen) @ Oscar (NL)
Hoi,
Dann müssten eher die Benelux-Traxxe betroffen sein, denn diese Maschinen fahren die ganze NL-Strecke unter 1500 V, während die HSL-Traxxe nur die Abschnitte Amsterdam-Hoofddorp, Bleiswijk-Barendrecht und Langeweg-Breda unter 1500 V fahren.
Aber:
1. die Benelux-Traxxe fahren auch eine Strecke in Belgien unter 3000 V (Nispen-Brüssel)
2. der Benelux fährt nur stündlich, der IC Direkt aber halbstündlich = es kann sein dass die Benelux-Traxxe in Brüssel eine Stunde arbeitslos rumstehen und somit eine niedrigere Tagesleistung erbringen.
3. zur Zeit verkehren die Beneluxe erst ab Den Haag. Aber sie haben vor dem V250-Alter ab Amsterdam gefahren.
Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, dann fahren dieselben Traxx in Belgien auch mit Güterzügen umher. Das senkt dann auch wieder die durchschnittlichen Laufleistungen im NL-Netz.
Stromabnehmer machen ja Kontakt mit Kupferdraht und daher gibt es Verschleiß und irgendwann muss der Stromabnehmer ersetzt werden.
Aber eigentlich sollte man das Wechseln bevor man die Maschinen ausserplanmässig abstellen muss. Und anscheinend wurde auch nur an drei der 18 Maschinen auch tatsächlich etwas gefunden. Von dem her also alles halb so schlimm.
Grüsse aus der Ostschweiz.
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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.