lieber landesweit IC160/200 als gezielt IC250? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 05.11.2012, 15:50 (vor 4907 Tagen) @ GibmirZucker

Der IR war ja eigentlich ein IR200... Die Distanzen in Deutschland erfordern relativ hohe Geschwindigkeiten, etwa Freiburg-Hannover wäre mit 160 statt 250 spürbar langsamer.

Na gut, 200 meinetwegen. Als der IR eingeführt wurde, war 200 km/h die planmäßig höchste Geschwindigkeit, die man erreichen konnte (die ICE 1 gab es noch nicht). Und das auch nur auf ABS/NBS.

Dennoch: ein Euro kann man nur einmal ausgeben. Man kann sich die Frage stellen:
a. baue ich gezielt einige Rennbahnen (aus 160 km/h wird 250 km/h), oder
b. baue ich großräumig RE-Hauptstrecken aus (aus 100 km/h wird 160 km/h)?

Plan b. scheint mir pro Kilometer weniger zu kosten und käme mehr Züge zugute. PZB kann man belassen (LZB/ERTMS nicht nötig), genauso Bahnübergänge und Bahnsteigfahrten. CMIIW.

Und ob eine NBS für 160 oder 250/300 ausgelegt wird, macht in den Investitionen keinen großen Unterschied.

Bin ich mir nicht sicher.
Die Hanzelijn wurde für 200 km/h gebaut, die HSL-Zuid für 300 km/h.
Erstere hat pro Kilometer weniger gekostet.
(macht Schotter vs. "slab track" den Unterschied?)

Sogar in der Schweiz, die von der Kleinräumigkeit - bei viel komplizierterer Topographie - mit Holland zu vergleichen ist. Sogar da wird 200 gefahren.

Weil das in CH aufgrund Bern-Basel/Zürich nötig wurde = weil man ansonsten den erwünschten ITF nicht halten konnte (oder zumindest ohne jegliche Reserven).
Es wurde gefordert: Bern-Basel 1 Stunde, Bern-Zürich 1 Stunde.

Bei uns hätte man auch fordern können: Zwolle-Groningen 45 Minuten, Zwolle-Leeuwarden 45 Minuten, Zwolle-Amersfoort 30 Minuten, Utrecht-Arnhem 30 Minuten, Utrecht-Den Haag/Rotterdam 30 Minuten.
Dann hätten es in NL auch 200 km/h gegeben.

Nun hatte bei uns keiner das gefordert, weil der Aufwand dazu schlichtweg zu groß ist. Zum Beispiel: NL 1500 V, CH 15 kV; NL zahlreiche Bahnübergänge, CH fast keine.
Zudem ist der Takt in der Randstad zu dicht für ein ITF wie in der Schweiz.
Also versucht man hier die Minuten anderswie zu gewinnen:
a. Behebung von Lafas
b. spurtstärkeres Fahrzeugmaterial
c. schnellere Ausfahrweichen
d. kürzere Zugfolgezeiten

Der Flächen-IR/IC wäre machbar, etwa indem ein RE in einen IR/IC-Lauf integriert wird.

Verkehrstechnisch soll das gehen. Bei uns verkehrt der Berlin-IC ja auch in einem NL-"IC"-Takt.
Nur schade, dass...

Nur finanziert die DB den Fernverkehr selbst, den RE dagegen die Länder.

So ist es. Daher bei uns auch der nervende Unterschied Fyra vs. IC auf Schiphol-Amsterdam. Zuschlagpflicht Fyra, obwohl er nicht schneller als der IC ist.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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