IR-ein zug für eine andere zeit? (Allgemeines Forum)

Lars(DK), Mittwoch, 28.03.2012, 19:17 (vor 5114 Tagen) @ Reisender

Hallo Reisender,
der IR wurde unter völlig anderen Rahmenbedingungen geschaffen. 1988 wurde das so präsentiert (zB im DB-Report von Hestra):
+ Verhinderung der starken Abwanderung vom D-Zug, der als unmodern, langsam und unattraktiv galt mit uneinheitlichem Profil;
+ Ausnutzung der Restlebensdauer der damaligen Am, ABm und Bm von 10-15 Jahren (bei einer damals veranschlagten Gesamtlebensdauer von ca 30 Jahren);
+ Festlegung auf wenige, aber profitable Linien, die zu den Verkehrsströmen der Bonner Republik passten und durch die Uni Braunschweig optimal berechnet worden waren;
+ Klare Ausrichtung auf mittlere Fernreiseweite über 50km (daher Zuschlag) bis 300km mit durchschnittlichem Halteabstand von ca 30km;
+ Zubringerfunktion zum IC und ICE, da sowohl der D-Zug wie der auch seinerzeit gescheiterte DC diese Funktionen unzureichend erfüllten. Hierbei ist zu bedenken, dass der IC (und später der ICE) als Premiummarke teuer (durch den Zuschlag) war, und keinesfalls das Massentransportmittel für jedermann/frau - das erfüllte der D-Zug (und die zahlreichen um 1980 zu D-Zügen avancierten Eilzüge).
Obwohl ich den Zug selbst sehr mochte (er bot z.B. sehr attraktive Reisemöglichkeiten MS-AC mit Umstieg in DU) kann ich durchaus verstehen, warum der IR in der Berliner Republik mit ganz anderen Reiseströmen, Reisemustern, Regionalisierungen, starker Netzerweiterung mit uneinheitlichen Standards und dem Ausbau des ICE als Premiummarke auch gegenüber dem IC "unzeitgemäss" geworden ist. Anders ausgedrückt: das System war begrenzt für eine bestimmte Verkehrssituation konzipiert und seine Funktion im FV vom IC, und sonst vom NV erfüllt. Schade, aber wie gesagt verständlich.
VG
Lars


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