Ottonormalpendler ist offenbar kein Grenzgänger, (Allgemeines Forum)

fjk, Mittwoch, 28.03.2012, 13:15 (vor 5109 Tagen) @ ICE-T-Fan

Es gibt ja Alternativen zum eigenwirtschaftlichen Fernverkehr, wie beispielsweise subventionierter Mittelstreckenverkehr.

[...]

Der Otto-Normal-Pendler freut sich. ;-)

denn frag mal (hypothetische) ländergrenzenüberpendelnde Ottos - oder suche hier nach beispielsweise der niedersächsichen Anschlussverhinderungsagentur.

Außer an Unterfinanzierung, Pöstchengeschiebe und ähnlichen Zusammenbaufehlerchen leidet der "bestellte Regionalverkehr" vor allem am Provinzfürstendenken, das in manchen Fällen eben nicht zu länderübergreifender Kooperation gewillt ist. Und ein Mittelstreckenverkehr bzw. die vernünftige Abdeckung der Reisewünsche im C-Tarif wird durch bestellte Regionalverkehre nur erreicht, wenn sie beiderseitig an vernünftige Knoten angebunden sind (wo topologisch möglich). Ein RE dürfte dann jedenfalls nicht mit Anschluss an die S-Bahn nach Hannover in Minden enden. Und ein Metronom könnte vielleicht Hamburg-Hannover-Kreiensen und Uelzen-Hannover-Kassel fahren, aber eigentlich nicht nur als "Fern-S-Bahn Uelzen". Und das sind nur zwei Beispiele aus dem angedeuteten Thread und einer Gegend, wo es immerhin noch einigermaßen funktioniert.

Der Umstieg ist die zwingende Konsequenz des Taktverkehrs. Dass die gleichen Relationen dabei den immer gleichen schlechten(!) Anschluss erhalten, macht den Verlust einer sporadischen Direktverbindung aber an manchen Stellen unerträglich. Abhilfe schaffen entweder eben doch Direktverbindungen, ein Abgehen vom Taktverkehr, oder ein ITF mit noch mehr ärgerlichen, aber immerhin guten Umstiegen.

Wie man es dreht und wendet: an den Ecken und Enden, von Flensburg über Aachen und Konstanz bis Frankfurt, fehlt eine umsteigefreie Anbindung ins Herz des FV-Netzes (die Anbindung an den nächsten "Knoten", der im Zweifel nur anderthalb Richtungen bietet, genügt nicht - Aachen hat's mit Köln ja noch gut getroffen), und beim länderbestellten Regionalverkehr hört noch zu oft das Denken bereits am nächsten größeren Bahnhof vor der Landesgrenze auf, statt am naheliegenden Knoten dahinter. Die gleiche Seite von zwei Medaillen: das eine ist Länderperipherie, das andere Bundesperipherie. Und der Fokus lässt sich noch weiten: fahren nicht nach Griechenland auch keine Züge mehr und nach Spanien keine Schlafwagen (oder so ähnlich)?

wendet sich gleich lieber dem Zentrum zu: auf nach Kassel
fjk


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