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Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 28.03.2012, 10:16 (vor 5115 Tagen) @ Reisender

Die Deutsche Bahn AG hat seit 1999 insgesamt 110 Personenbahnhöfe von ihrem Fernverkehrsnetz abgetrennt. Das geht aus einer Statistik hervor, die der Verkehrsexperte Felix Berschin im Auftrag des ARD-Politikmagazins "Report Mainz" erstellt hat. (Die Gesamtübersicht in Tabellenform steht unter www.reportmainz.de.)

"Gefährliche Pillencocktails"... nicht gerade, was ich suche = die von Dir bezeichnete Tabelle wurde nicht gefunden...:(

Die größte Stadt, die keinerlei ICE- oder Intercity-Verbindungen mehr hat, ist Krefeld mit mehr als 263.000 Einwohnern.

Blickpunkt DB: Krefeld ist dann auch eine Satellitenstadt von Duisburg. Es ist doch keine Zumutung, mit dem RE nach Duisburg zu fahren und dort auf den ICE umzusteigen?
Blickpunkt pragmatischer Niederländer: Helmond ist dann auch eine Satellitenstadt von Eindhoven. Dennoch hält dort der IC.

Aber der IC kann dort auch halten, weil er eine regionale Funktion hat. Der ICE Berlin-NRW hat das weniger oder gar nicht, sonst hätten Ruhr- und Wupperbahn beide ihre eigenen Berlin-ICEs, wobei in Duisburg ein Zugteil nach KR-MG-AC abgetrennt würde und in Wuppertal ein Zugteil nach D-NE-MG.

Nur schade, dass man auf diesen Ästen keinen ICE 2 vollkriegt, denn das ist dort die kleinste Komposition die man machen kann. Bei uns ist der kleinste Fernzug nicht 200 sondern nur 80 m lang, nämlich der ICM dreiteilig. Bis zu 5 Einheiten kann man kuppeln. In Deutschland geht das natürlich nicht, weil jeder Zugteil zwei Wagenklassen, ein Restaurant und ein Zugteam dabeihaben muss. Ironischerweise hat DB Fernverkehr zugleich offenbar kein Problem damit, dass in den IC-Regelgarnituren mal ein A- oder B-Wagen oder sogar das Resto fehlt...

Auch Heilbronn, Bremerhaven, Gera und Siegen wurden vom DB-Fernverkehr abgeschnitten.

Das durften alle ehemalige IR-Halte gewesen sein. IR ist Mittelstreckenverkehr, kein Fernverkehr.

Dresden verlor 124 Fernverkehrshalte/Woche, Magdeburg: 363, Koblenz: 459, Bonn: 511.

Blickpunkt DB: das endlose Gejammer von MD/KO/BN kann ich mittlerweile nicht mehr hören. Was hätte die Bahn ansonsten tun sollen? Nach wie vor mit 160 durch die Region gondeln? Es ist doch logisch, dass weniger Züge in MD/KO/BN halten, weil die Fernzüge eine Schnellfahrstrecke benutzen die an diesen Städten vorbeiführt?
Vielleicht soll man fokussieren auf was man hat und nicht was man nicht mehr hat, und das ist im Falle KO/BN mindestens IC-Stundentakt.

Blickpunkt pragmatischer Niederländer: in Den Haag kommen wegen der HSL-Zuid Thalys und Benelux/Fyra(-Surrogat) auch nicht mehr. Dennoch sind die IC-Anbindungen mit Amsterdam und Rotterdam geblieben, sie werden sogar noch ausgebaut.
Dagegen spricht aber, dass Dordrecht schon meckert, weil NS die ICs Den Haag-Venlo auf die HSL-Zuid verlagern möchte.

Im ganzen Artikel wird immer wieder auf Fernverkehr gehammert. Mir scheint es wichtiger, dass generell eine gute Bahnanbindung bestehen bleibt. Und das kann mit einem ICE sein, mit einem IC und/oder mit Regio.

So hat zum Beispiel Eichstätt alle 47 Fernverkehrshalte pro Woche verloren.

Ingolstadt hat diese dann wohl bekommen. Bei uns fahren doch auch keine direkten Langstrecken-ICs mehr nach Valkenburg oder Zandvoort?

"das Angebot im Fernverkehr für 17 Millionen Einwohner im Zeitraum von 1996 bis 2012 fast halbiert..."
"eine kontinuierliche Ausdünnung des Angebots"
"Das Land beobachtet mit Sorge diesen Rückzug des Fernverkehrs aus der Fläche"
"In den letzten Jahren wurde auch das danach noch verbliebene Fernverkehrsangebot weiter ausgedünnt."
"Für Fahrgäste sind diese Angebotsreduzierungen mit Fahrzeitverlängerungen, Umwegfahrten und Mehrkosten verbunden."
"von der Fernverkehrspolitik der Bahn besonders negativ betroffen..."
"Bremerhaven seinen Fernverkehrsanschluss vollständig eingebüßt"
"der überwiegende Teil des Fernverkehrs von Berlin in die ostdeutschen Großstädte und Oberzentren wurde eingestellt..."
"Der Bund nimmt seine im Grundgesetz verankerte Verantwortung für den Fernverkehr nicht aktiv wahr."

Vorsichtige Frage: was haben die Bundesländer außer meckern noch alles getan?
Warum hatten die Bundesländer, ggf. in Partnerschaft, keine Mittelstreckenverkehre wie bei uns bestellt?
Keine Interesse? Dann auch nicht meckern.

Bei uns meckern Jan, Piet und Klaas auch alle um die hohen Spritpreise. Die 2 Euro Marke wird voraussichtlich im Sommer geknackt. Keiner tut was.
Mich wundert's, dass es nicht bereits 2 Euro ist.

Die Deutsche Bahn erklärte "Report Mainz" gegenüber, "Fernverkehrszüge statt auf chronisch defizitären Strecken mit zu wenig Fahrgastnachfrage bevorzugt dort einzusetzen, wo es zusätzliche Nachfrage gibt."

Wie wäre es, die Moneten der angeblich gewinntreibenden ICE-Relationen für die angeblich verlusttreibende IC-Relationen zu verwenden?
Das Verfahren funktioniert, siehe Niederlande.

Kann es sein, dass DB Fernverkehr und/oder deren privaten Investoren lieber in etwa Immobilienprojekte in Dubai interessiert sind?


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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