Einige Anmerkungen (Allgemeines Forum)

Felix, Göttingen, Sonntag, 27.11.2011, 11:00 (vor 5252 Tagen) @ Oscar (NL)

Die teuerste Einzelmaßnahme des RRX-Projektes soll die vollständige Herstellung der Sechsgleisigkeit zwischen Duisburg und Düsseldorf sein. Der größte Teil der Strecke ist bereits sechsgleisig, es fehlen nur noch sechs Kilometer. Die Strecke ist m.W. bereits güterverkehrsfrei, trotzdem behauptet man, für den nicht übermäßig starken Personenzugverkehr durchgängig sechs Gleise nötig zu haben. Will man uns eigentlich für dumm verkaufen?

Vor einiger Zeit habe ich mal diesen Artikel gelesen, in dem dargelegt wird, daß die angeblich fehlende Infrastruktur keineswegs das einzige Hindernis ist, das einem vernünftigen Nahverkehr im Rhein-Ruhr-Gebiet im Wege steht. Ob nämlich genug Geld für den Betrieb zur Verfügung gestellt werden würde, sei alles andere als klar.

Zur Forderung nach einer Umverteilung von Regionalisierungsmitteln nach NRW: Solange man ernsthaft die Reaktivierung verschlafener Nebenstrecken wie der Röhrtalbahn prüft, während gleichzeitig der Nahverkehr zwischen Großstädten darniederliegt, scheint man in NRW immer noch zuviel Geld zu haben.

Henrik behauptet, der NV habe bereits Vorrang vor dem FV. Ist nicht immer noch das Gegenteil der Fall? Und hier mal ein Erfahrungsbericht von "RationisCausa" von DSO über die Problematik der Freigabe von FV-Zügen bei Zugausfällen oder Verspätungen im NV, auch lesenswert, um ein Bild von der Situation in Rhein-Ruhr zu bekommen:

"Ich möchte einmal etwas zu den Usern sagen, die der Auffassung sind, der Fernverkehr würde doch relativ oft bei Verspätung der REs freigegeben:

Auf meiner Strecke (Düsseldorf-Köln) stimmt das absolut nicht. Ich fahre mehrfach die Woche diese Relation, und eine Freigabe eines IC oder ICE ist so gut wie nie erfolgt. Im übrigen fahre ich schon immer mit einem 20-Minuten-Puffer, um nicht zu spät zu kommen. Wer aber die Pünktlichkeit der RE 1 zur Minute 40 kennt, weiß, wovon ich spreche.

Neulich wieder: Mein Zug, der RE 1 um 9.40 Uhr ab Düsseldorf, hatte laut Internetauskunft keine Verspätung. Ich also freudig zum Bahnhof. Dann die Durchsage, dass der ICE von Amsterdam nach Frankfurt (Planabfahrt 9.23 Uhr) mal wieder ca. 20 Minuten + hatte. Er kam dann um 9.45 Uhr an - und wurde natürlich nicht freigegeben. Nicht freigegeben wurde natürlich auch der ICE von Dortmund nach Wien (Planabfahrt pünktlich um 9.27 Uhr).

Es wurde mittlerweile 9.50 Uhr (und kein Hinweis auf den RE) - da wurde der RE 1 endlich angekündigt. Er fuhr ein, der Fahrgastwechsel dauerte wegen völliger Überfüllung des Zuges 6 (!) Minuten (habe auf die Uhr geschaut). Währenddessen lief auf dem Nachbargleis leicht verspätet IC nach Konstanz ein (Planabfahrt 9.49). Irgendwann fuhr der RE 1 dann ab (Verspätung mittlerweile 18 Minuten). Kurz nach Ausfahrt aus dem Hbf Düsseldorf kam er dann in Höhe des Puffs direkt wieder zum Stehen, um den IC nach Konstanz überholen zu lassen. Durch diesen Halt dann Verspätung auf 21 Minuten ausgebaut.

Und am Ende gab es dann noch die obligatorische Zugüberholung in Leverkusen Mitte. Mein RE 1 kam dadurch (obwohl als pünktlich im Internet angekündigt) mit einer Endverspätung von fast 26 Minuten am Zielort an. Vollkommen überfüllt, so dass man kaum noch stehen konnte. Und ich konnte mir am Zielort ein Taxi nehmen, sonst hätte ich meinen Termin (wieder mal) knicken können

Eine Freigabe des IC nach Konstanz bis Köln Hbf hätte mindestens erfolgen können - es passierte aber nichts.

Diese eklatanten Verspätungen zwischen Düsseldorf und Köln sind absoluter Alltag - es fahren zwischen Minute 23 und Minute 49 so viele Fernzüge nach Köln, dass man zumindest einen von ihnen hätte freigeben können. Stattdessen fahren die Dinger (oft aus Dortmund kommend) halbleer vorbei, während der Bahnsteig kaum noch die Zahl der Nahverkehrspendler aufnehmen kann."


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