Im Zug fühlen sich viele Fahrgäste leider sehr sicher (Aktueller Betrieb)

bahn-user, Montag, 14.11.2011, 12:02 (vor 5365 Tagen) @ Frank-RE

Gestern Abend im IC XXX nach Emden gab es folgende Variante:
Der IC hat eine planmäßige Standzeit von 9 Minuten.
3 jugendliche "Südländer" (ca 15 Jahre) fragen die Zubine ob der IC auch nach Duisburg geht.
Als die Zubine bejahte stiegen die drei wie normale Fahrgäste ein und schauten was es im Zug zum abräumen gibt.

Das erscheint mir aus Tätersicht cleverer zu sein als am Bahnsteig, weil bei manchen Fahrgästen merkwürdigerweise unterschieden wird zwischen "böser Bahnsteig" und "sicherer Zug".

Ich staune immer wieder, wie manche Fahrgäste jedes Sicherheitsverhalten in den Wind schiessen, sobald sie im Zug sind.

Schon öfters erlebt: Zug wird bereitgestellt, Leute steigen ein, verstauen ihre Koffer, schauen auf die Uhr. "Noch 20 Minuten bis zur Abfahrt. Wollen wir draussen noch einen Kaffee trinken gehen?". Das dann natürlich ohne ihr Gepäck.

Dieselben Leute, die vermutlich nie ihre Wohnungstür oder ihr Auto offen stehen lassen würden, lassen an einem Großstadtbahnhof ihr Gepäck alleine, teils in einem leeren Großraum, nur weil es sich in einem Zug befindet und eben nicht mehr auf dem Bahnsteig (und ja, ich halte solche Fahrgäste dann davon ab).

Auch das Schnorren, das an die Reisesolidarität unter Fahrgästen appelliert ("Ich brauche noch dringend 5 EUR für einen ICE-Zuschlag, weil ich gleich nach XY muss, zur Beerdigung meiner Großtante"), klappt IMO in einem Zug viel besser als draussen am Bahnsteig.


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