Marktübernahme gegen Mitbewerber (Fahrkarten und Angebote)

GUM, Mittwoch, 24.08.2011, 10:39 (vor 5524 Tagen) @ Axterix
bearbeitet von GUM, Mittwoch, 24.08.2011, 10:40

Hallo

Ich denke, dass es schon (drucktechnisch) einen Unterschied macht, ob man tausende (Papier-)Briefvorlagen mit dem gleichen Foto, oder jede Plastikkarten mit einem individuellem Foto bedruckt.

Jede einzelne BahnCard muss sowieso mit dem Gültigkeitsdatum, dem Namen, der Kartennummer bedruckt werden. Zudem muss auf der Rückseite der Magnetstreifen magnetisiert bzw. codiert werden. Die dritte und vierte Farbe liegen im Cent-Bereich.

Man hätte also eine BC 25 mit Foto (beispielsweise 1 Euro teurer, 90 % Marge) und ohne Foto anbieten können.

Ich glaube auch nicht, dass das alles im gleichen Hestellungsprozess erfolgt. Die "Rohlinge" der Karten werden bestimmt deutlich früher produziert, als die Individualisierung der einzelnen Karten dann stattfindet...

Problem ist, dass der Hologrammstreifen auch in regelmäßigen Abständen geändert wird. Eine BC ab August 2011 mit einem 2010 Hologrammstreifen wird sofort auffallen - zu Recht.

2.) Der zweite Grund hat mit einer persönlichen Verknüpfung zwischen Politik und biometrischer Industrie zu tun. Da dies den Forenrahmen sprengt nur zwei links dazu:

[...]

Weiteres kann ich hier leider nicht kommentieren.

Verstehe ich jetzt nicht, stellt dieses Unternehmen tatsächlich die Bahncards her?

Nein. Es war aber Ziel dieses Unternehmens, dass sich die Bürger (ja es spricht tatsächlich von Bürgern anstatt Kunden) immer öfter mit einem ihrer Produkte identifizieren müssen. Diese staatlich subventionierte Monopolstellung sollte dazu führen, die anderen Wettbewerber aus dem Markt zu drängen. In SPD-Kreisen wurde sogar schon vom Safe ID Produkt als Bankkundenkartenersatz gesprochen. Beispielsweise mit mehreren Feldern:

1 BLZZZZZZ KontoNr. Kundenname Bankname Kontoart
2
3
4
5
6

Die BahnCard wird also woanders produziert. Allerdings würde diese (und dies schwächt Konkurrenten) dann nicht mehr so aufwändig produziert. Da die Kundenkarten/Bankkarten-Funktion sich ja auf einem "Safe ID" Produkt befindet.

Ganz nebenbei hat sich die Firma ja sowieso schon fast selbst erledigt. Google weiss hier mehr unter: Firma Schily Insolvenz

Das entspricht meiner Meinung - Vielleicht nicht unbedingt die selbe Anlage, aber vermutlich mit identischer Technik.

Es gab irgendwo mal einen interessanten Werbefilm (Giesecke & Devrient ?), da wurde es gezeigt: Karten unterschiedlicher "Farben" eines Unternehmens wurden einfach hintereinander produziert. Rohlinge immer als 16er/32er (?) auf einem Bogen. Wenn man halt keinen halben Bogen wegschmeißen wollte, musste man warten bis eben die 16/32 zusammenkommen.

Interessant bei der Kreditkartenproduktion: Es gibt ja die erhabenen Buchstaben. Die kann man dann (nachträglich im Produktionsprozess) in jeder Farbe lackieren.

-> Auf das Personalausweisgesetz hinweisen und wenn der Zub stur bleibt, ihm die Karte in die Hand drücken. Sonderkündigung der Karte hinterherschicken.


Hatten wir das Thema nicht schon? Meine Einschätzung ist hier immer noch: Ohne vertragliche Grundlage musst Du der Bahn nicht den Ausweis zeigen. Das Personalausweisgesetz schließt nirgendwo allerdings aus, Vorlage eines Personalausweises in Privatverträge einzubeziehen. (Oder hast du eine Rechtsnorm, die das untesagt? Kannst Du dann bitte den § nennen.)

Ja, der Personalausweis dient zur Vorlage bei Behörden (gleich vorne § 1). Und keine privatrechtlichen AGBs haben Vorrang vor Gesetzen. (Ähnlich wie Gesetze nachrangig sind zu vielen Teilen vom Europarecht, so wurde ja auch die Unbefristetheit des Führerscheines kassiert).

Also kann es kein Unternehmen vorschreiben. Hatten wir schon, ich wollte aber nur noch mal daran erinnern, weil hier jemand auf eine Schwerpunktaktion und Kontrolle hinwies. Wer´s also schon mal gelesen hat, einfach ignorieren.

Sprich: Wenn Du den Bahncardvertrag unterschreibst (dazu zwingt dich keiner), dann bist Du nachher vertraglich (nicht gesetzlich) verpflichtet, Dich gegenüber Deinem Vertragspartner ausweisen. (Ich gehe davon aus, dass im Bahncardantrag ein entsprechender Passus steht).

Das ist relativ kompliziert. Zusätzlich hat ja die DB AG eine marktbeherrschende Stellung. Ist also in rechtlicher Hinsicht noch einmal dahingehend benachteiligt, dass alle Vergehen (auch Preisdumping auf einer Strecke wo ein Mitbewerber fährt) zusätzlich kartellrechtlich untersucht werden können.

Und wer sich an den Zirkus erinnert, denn die EU-Politiker losgetreten haben, weil Dänemark Personalausweise an der Grenze kontrollieren will, der weiss: Privatunternehmen haben noch weniger ein Recht dazu.

Ich selbst habe es für mich so gelöst, dass ich eben KEINE BahnCard mehr habe. Und wenn mich diese Freiheit 40-50 Euro im Jahr kostet, weil ich Rabatte verliere dann ist es auch ok. Stärkt ja irgendwo die Bahn.

Grüße
Axel

Grüße GUM


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