Diskussion: Köln-Amsterdam via HSL-Zuid statt Arnhem? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 19.05.2011, 09:43 (vor 5485 Tagen) @ TheFons
bearbeitet von Oscar (NL), Donnerstag, 19.05.2011, 09:46

Hallo TheFons,

3. Auf NL-Boden ist es bei 140 km/h Schluß.

Teilweiese bei 130 km/h oder weniger.

Sittard-Maastricht/Heerlen 100 km/h, und wegen Haarrisse im östlichen Tunnelbaukasten bei Best gilt dort eine 80 km/h Lafa.

Was ist die Höchstgeschwindigkeit eurer Züge ?

Technische vmax:

125 km/h = SGM-Triebwagen (die alten S-Bahnen)
140 km/h = Schienenbananen, DM'90, DD-AR (Regionaldostos, werden in DDZ umgebaut)
160 km/h = ICM, ICR (also auch die Fyra-Surrogate), VIRM, ET425NL
250 km/h = V250 (noch nicht freigegeben)
über 300 km/h = Thalys und ICE International

Wir haben also selber (noch) keine 200 km/h Züge anders als die Züge die in einem internationalen Konsortium beteiligt sind.

Ich würde erstmal alles was wichtig ist auf 160 km/h ausbauen, Züge für diese Geschwindigkeit kaufen (falls nicht schon da), und an Engpässen zusätzliche Gleise legen, vor allem auf Amsterdam-Arnheim. Erst danach würde ich über alles andere nachdenken.

Etwas differenzierter: man hat folgende Wahl:

1. Ausbau 160 km/h (wie Du schreibst)
2. Ausbau 160 km/h, Neubau 200 km/h aber vorerst nur 160 km/h fahren (z.B. Hanzelinie).
3. Ausbau und Neubau 200 km/h, aber vorerst nur 160 km/h fahren.

Du schlägst 1 vor, ich optiere 2. Variante 3 ist definitiv zu teuer.
Entscheidend ist, dass bei 160 km/h fast die ganze Fahrzeugflotte zur Verfügung steht.

Denkbar wären z.B. zwei zusätzliche Gleise Amsterdam-Arnheim für 200 km/h [1] und von Arnheim aus Ausbaustrecke über Zutphen nach Hengelo [2] (leider ist diese Strecke nur Diesel). Dann könnten sowohl die Züge nach Berlin als auch nach Köln die Strecke zwischen Amsterdam und Arnheim nutzen.

Zu [1]: die zusätzliche Gleise liegen schon zwischen Amsterdam-Utrecht.
Utrecht-Arnhem ist eine heikele Sache. Drei Varianten:

1. Driebergen-De Haar 200 km/h viergleisig ausgebaut (Vorschlag ITF). Bis auf die Nullvariante die kostengünstigste Alternative. ICs (geplant: jede 10 Minuten) und ICE International ((zwei-)stündlich) haben so reichlich Platz um die S-Bahnen (geplant: jede 10 Minuten) zu überholen. Auf De Haar-Arnhem ist genug Kapazität vohanden für 6 IC, 2 S und 1 ICE International pro Stunde.

2. Utrecht-De Haar 200 km/h über zwei Schnellfahrgleise. Nur interessant wenn auch die NS-ICs die 200 km/h schaffen.
Ermöglicht aber auch ein halbstündlicher IC Utrecht-Veenendaal ohne Halt als Alternative für die S-Bahnen.
Ermöglicht auch direkte DB-ICs Köln-Den Haag/Rotterdam, gefahren mit IC250; Arnhem-Den Haag/Rotterdam gibt's bei NS nur mit Umstieg in Utrecht.

3. Utrecht-Arnhem 200 km/h. Durfte zu teuer sein im Vergleich zum Nutzen.

Zu [2]: eine Strecke Arnhem-Enschede war in Gespräch, allerdings via Zevenaar und Winterswijk als Bestandteil einer Betuweroute-Nordast. Wurde aber nach Protesten der Landwirtschaft abgelehnt.

Nachteil: ein Ausbau Amsterdam-Arnheim könnte die Bahnen dazu verführen, Amsterdam-Berlin über Duisburg zu fahren und den Ausbau Hengelo-Zutphen zu unterlassen...

1. Ich erwarte nicht, dass die Berlin-ICs vie Zutphen-Hengelo fahren werden. Bahnhof Almelo wurde ja nicht umsonst in Tieflage umgebaut.
2. Hengelo-Zutphen was auch im Gespräch als Cargo-Umgehungsbahn, um einen 15-Minuten-IC-takt Enschede-Hengelo-Almelo-Deventer-Apeldoorn-Amersfoort zu ermöglichen. Wurde auch abgelehnt. Wieder mal NIMBYs.

1. Der ICE International benutzt auf Köln-Amsterdam nicht null sondern drei HGV-Abschnitte (K-DN 250, AC-Lüttich-Leuven 250, HSL-Zuid 250-300) und ist daher wohl schneller als über die Strecke via Arnhem.

Die schnellste Verbindung Köln-Amsterdam über Brüssel ist heute 4:00 h mit 15 Minuten Umsteigezeit. Ziehen wir die ab, bleiben 3:45 h. Fahrzeit Amsterdam-Duisburg-Köln: derzeit 2:38 h. Man müsste also durch die Neubaustrecke über eine Stunde gewinnen. Äußerst unwahrscheinlich.

Ich hatte nicht erwartet, dass der Umweg so groß war, dass der extra Abstand nicht mehr mit Schnellfahrten wettgemacht werden kann.
Allerdings sind die Abschnitte Antwerpen-Brüssel und Brüssel-Leuven relativ langsam, und spart man das Kopfmachen in Brüssel Süd.

Anders sieht es bei Rotterdam-Köln aus. Dort könnte man schon heute über Brüssel theoretisch eine Verbindung mit einer Fahrzeit von 3:00 h herstellen. Immerhin schneller als die derzeitige Umsteigverbindung Köln-Utrecht-Rotterdam.

Dann müßte man eigentlich den ICE International nach Den Haag fahren.
Allerdings dann zusätzlich, denn Amsterdam ist wichtiger.

Also ganz abwegig finde ich Deine Idee nicht, zumal eine Westumfahrung Brüssel ja nicht zu teuer werden würde.

Zumindest ein NMBS-IC Lüttich-Antwerpen wird so interessanter.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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