Wagenübergang beim "Koploper" / "Gumminase" (Reiseberichte)

Fabian318, Münster i. W., Montag, 25.10.2010, 02:17 (vor 5635 Tagen) @ Alphorn (CH)

Hallo,

Danke für den Beitrag.

Immer gerne :)

Hat nicht direkt mit dem Thema zu tun, aber dieses Bild erinnert mich an eine Frage, die ich schon lange stellen wollte: Warum hat man den Wagenübergang beim Koploper aufgegeben?

Als Gründe wurden genannt, dass das Verbinden und Trennen zu verspätungsanfällig sei und der Durchgang von den Reisenden und vom Personal zu wenig genutzt worden sei. Im Jahr 2003 wurde das Catering mit Wagen auch abgeschafft, so dass ein wichtiger Grund entfiel. Die NS spart pro Zug 200 000 Euro an Instandhaltungskosten pro Jahr, dies dürfte auch ein wichtiger Grund gewesen sein.

Bei der Modernisierung wurde aber zum Beispiel auch an Toiletten gespart, es gibt jetzt nur noch eine.

Von den wenigen mir bekannten Triebzügen, die nach Kopplung einen Übergang erlauben, ist der Koploper mit Abstand der eleganteste.

Gefällt dir das belgische/dänische System mit dem wegklappbaren Führerstand denn nicht? Das ist eigentlich mein Favorit und scheint auch sehr einfach zu sein. Finde es immer wieder erstaunlich, dass außer einem Schrank und Kästen für Signalfackeln und Knallkapseln keine weiteren Einrichtungen erforderlich sind und sich wirklich alles zu verbergende in dem wegklappbaren Führerstand befindet. Weiß eigentlich jemand, ob das automatisch geht?

War dieser Übergang nur für Bahnpersonal oder auch für die Reisenden?

Auch für die Reisenden! Das ganze war ein schmaler Gange, der schräg von rechts nach links durch den Kopf führte. Dort befindet sich auch der Aufgang zum Führerstand, die Tür hierzu hat zwei Stellungen: Durchgang Vorraum - nächster Triebzug möglich, zum Führerstand versperrt und Durchgang Führerstand - Seitengang offen, weiter zum Vorraum versperrt. Leider habe ich keine Fotos, im Herbst 2005 wurde das System aufgegeben, bis dahin bin ich aber nur einmal nach Den Helder in NL unterwegs gewesen.

Flügelungskonzepte ist sie ideal; es würde sogar möglich, durch Flügelung an beiden Enden mit einem einzigen Zug vier Städte miteinander zu verbinden, ohne dass man den Zug verlassen muss.

Das war auch der Fall: Der Intercity NoordOost hat zwei Zugteile aus Leeuwarden und Groningen, diese werden in Zwolle vereinigt. In Utrecht wurde wieder geteilt Richtung den Zielbahnhöfen Den Haag und Rotterdam. Jetzt fährt der Zugteil aus Leeuwarden meistens nur noch nach Rotterdam, von Groningen wird entweder nach Den Haag und Rotterdam oder nur nach Den Haag gefahren.

Noch schlimmer als im Nahverkehr ist der fehlende Durchgang beim Fernverkehr, erstens beim Thema Reservierungen (was, wenn man z.B. aus Zeitmangel im falschen Zugteil einsteigt?) oder bei der Restauration; oft ist bei Doppeltraktionen ja nur in einem Zugteil das Restaurant geöffnet. Leider kenne ich keinen einzigen existierenden oder geplanten Fernverkehrszug, welcher dieses Problem löst.

Ja, allerdings. Bei 8-Wagen-Zügen ist es ja meistens irgendwie verschmerzbar, nur bei den niederländischen 3-Wagen-Zügen im Fernverkehr finde ich den fehlenden Durchgang auch problematisch, es bestand ja zu Anfang nicht umsonst die Durchgangsmöglichkeit.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum