Güterverkehr in der Nacht in Siedlungsgebieten (Allgemeines Forum)

ICE615, Dienstag, 21.09.2010, 13:32 (vor 5706 Tagen) @ Irgendware

Ich denke, dass es mehr Sinn machen würde folgende Maßnahmen zu intensivieren

1. Investition in Forschung zum Bau und Sanierung von Bahnstrecken zwecks Lärmminderung. Vielleicht könnte man für Ballungsgebieten "Flüstertrassen" erfinden

Das wäre sicherlich eine sehr sinnvolle Erfindung, ich denke mal nur, dass die Bahn die Kosten scheuen würde.

2. Herabsenkung der Streckengeschwindigkeit in Ruhezeiten (22 bis 6 Uhr, bzw 8 am Wochenende)

Halte ich nur für bedingt sinnvoller, immerhin ist ein schneller Zug auch schnell wieder weg und die Lärmquelle damit auch. Da kann man sich nur entscheiden ob man lieber lange mittel starken Lärm haben will oder kurz starken Lärm.

3. Stärkere Förderung von leisen Güterwaggons. Erlass eines Gesetzes, dass bestimmte alte Rädertypen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr fahren dürfen (kenne mich fachlich leider nicht aus, um da genaueres zu schreiben)

Bei Güterzügen ist halt noch das Problem, dass nicht wie bei unseren neuen Kunststoff-Triebzügen nur das Fahrwerk lärmt, sondern auch noch der ganze Wagenkasten, da dieser ja auch noch aus Metall ist. Hinzu kommt noch eine aerodynamisch gesehen katastrophale Form der Wagen, kurzum, man müsste komlett neue Wagen beschaffen.

Im Gegensatz zum Flugzeug besteht halt noch das Problem, dass nicht die Triebwerke den größten Lärmanteil verursachen, sondern die Wagen. Ansonsten könnte man ja auch einfach besonders dicht bebaute Abschnitte ohne Leistung fahren, so wie zum Beispiel für den Flughafen Köln in der Nacht ein Continuous Descent Approach Verfahren vorgeschrieben ist, bei dem die Triebwerke bis kurz vor der Landung im Leerlauf drehen.

4. Einbeziehung der Anwohner


Gerade 4. passiert leider gar nicht. In Bremen z.B. wurde über 1,5 Jahre eine Eisenbahnbrücke saniert. Die neue Aufhängung der Brücke erzeugt sehr viel Lärm, viel mehr als die alte. Die Leute fühlen sich von mehr als 70db(A) in den Wohnräumen nachts natürlich gestört. Die Bahn war zwar vor den Menschen da, aber Lärm macht sie erst jetzt. Da hat irgend ein Ingenieur gewaltig Mist gebaut

Eben, auch hier musste zum Beispiel der Flughafen Köln in einem sehr geräumigen Umkreis (ca. 25 km) in den Einflugschneisen für alle Anwohner in den Schlafräumen besondere Lärmschutzfenster bezahlen, durch die man nichts mehr hört. Warum sowas bei der Bahn nicht durchgesetzt wird, finde ich ziemlich unerklärlich.

Ansonsten denke ich mal, dass man sich mit dem Lärm arrangieren muss, wer morgens um 7 den Aldi voll haben will, muss halt mit den Konsequenzen leben, und dazu gehört nunmal, dass die Blumen aus Marokko nachts geflogen werden, die Milch nachts mit dem Laster kommt und die sinnfreie Aktionsware in Form von Plastikweihnachtsmännern nunmal nachts per Bahn vom Schiff aus China kommt.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum