Hat mit Deckungsbeitrag nichts zu tun - und ob (Allgemeines Forum)

Hustensaft, Montag, 04.05.2026, 16:43 (vor 1 Tag, 8 Stunden, 39 Min.) @ zettelbox

Ja, natürlich. Alles richtig.

Deckungsbeitragsrechnung ist hier aber völlig irrelevant, weil, so simpel ist das, man mit absolut JEDEM verkauften Bahnticket einen Deckungsbeitrag erzielt, solange man variable Grenzkosten von null annimmt.

Ach, erst ist alles richtig, um dann zu widersprechen? Merkst Du eigentlich nicht, was Du hier so schreibst? Oder fehlt Dir die Größe, einfach mal dazu zu stehen, dass man sich vertan hat - kommt in den besten Familien vor.

Die Deckungsbeitragsrechnung ist ist sehr wohl relevant, denn es geht ja sowohl bei einem Rabatt für DT-Inhaber als auch für die "Restplatzbörse" darum, unverkaufte Dinge, die sonst gar keinen Ertrag einbrächten, doch noch für ein paar Euro an den Fahrgast zu bringen - sehr ähnlich zum Verkauf von Saisonware wie Ostereiern oder Weihnachtsmännern in den Supermärkten nach dem jeweiligen Fest, die Alternative wäre entsorgen oder verschenken, übertragen auf die Bahn eben mit leeren Plätzen zu fahren.

Was in deiner Argumentation weiterhin völlig außen vor bleibt sind alle Aspekte des Yield Management, also die Maximierung des Deckungsbeitrags durch Ausschöpfung der maximalen Zahlungsbereitschaft über die verschiedenen Kundensegmente. Und da liegt die Kunst in den Tarifen.
Es geht nie darum einfach mehr Mitfahrer zu gewinnen, sondern es geht eben darum diese zu gewinnen ohne dass die bisher gut zahlenden Zielgruppen weniger zahlen! Das ist die Kunst.

Keineswegs, ich bin darauf durchaus eingegangen. Die Interessen des Yield Management werden durch den Umstand gewahrt, dass die Restplatztickets unkalkulierbar sind, mithin für planbare Reisen nur ganz ausnahmsweise genutzt werden können, während ein Rabatt für DT-Inhaber schließlich Kunden adressiert, die bereits einen Fahrschein haben, also für etwas Zeitersparnis bereit sind, etwas Geld bei DB FV zu lassen. Wobei es streng genommen sogar möglich wäre, den DT-Rabatt ganz im Sinne des Yield Managements an die Auslastung des Zuges anzupassen.

Um das nochmal deutlich zu machen: Schaut man auf die Deckungsbeitragsrechnung, auf die du hier abstellst, müsste man kurz vor Abfahrt alle noch freien Plätze zu einem geringen Preis verkaufen, sagen wir einen Euro für jeden noch freien Platz. Jedes so verkaufte Ticket erhöht nämlich den Deckungsbeitrag dieses Zuges!

Wäre durchaus ein Ansatz und betriebswirtschaftlich auch sinnvoll, weil besser, als heiße Luft durch die Gegend zu fahren. Züge, bei denen diese Variante ob der Häufigkeit "berechenbar" wird, sind nicht hinreichend ausgelastet und sollten gestrichen werden - wobei es ja, auch wenn es grundsätzlich betriebswirtschaftlich sinnvoll wäre, nicht verpflichtend wäre, solche Billigtickets anzubieten, um die Berechenbarkeit nicht eintreten zu lassen, womit das Yield Management wieder gewahrt wäre.

Ergebnis: Du wirst alle Züge voll bekommen. Diese Last-Minute-Tickets sind super beliebt. Nur stellst du leider fest: Du machst am Ende trotz der nicht vorhandenen variablen Kosten pro Ticket und einer tollen Deckungsbeitragsrechnung weniger Erlöse und damit weniger Gewinn als ohne diesen Verkauf.

Eben nicht, siehe oben.

Und warum ist das so? Weil Leute plötzlich warten, bis diese Tickets verfügbar werden. Ist doch simpel und logisch. Und für ein nicht verkauftes 100 € Flexpreisticket musst du ganz schön viele 1€-Tickets rauskloppen.

Vollkommen falsch, viele Reisende brauchen Planbarkeit, die können nicht darauf warten, ob zufällig noch ein billiges Ticket verfügbar sein wird - so funktioniert der Verkauf von Sparpreisen schon heute. Und bedingt durch den Umstand, dass Restplatztickets nur am Wochenende verfügbar sein werden - da wären wir wieder bei der Planbarkeit -, wird kaum jemand, der heute ein Flexticket kauft, auf eine solche Fahrkarte umsteigen, gerade weil sie nicht flexibel ist.

Das ist das Maximierungsproblem, um das sich die Strategien drehen, und die haben NICHTS mit "Deckungsbeitragsrechnung" zu tun. Die Kunst ist: Wie mache ich die leeren Plätze noch voll, ohne dass mir die zahlungswilligen Kunden auf die günstigen Tickets abspringen?
Deshalb geht es bei solchen Konstruktionen (egal ob Last-Minute oder spezielle Angebote für bestimmte Kundengruppen) letztlich um ein Maximierungsproblem über unterschiedliche Zahlungsbereitschaften, nicht um eine Deckungsbeitragsrechnung.

Warum bitte habe ich extra für Dich zitiert, was Deckungsbeitragsrechnung bedeutet? Damit Du das gepflegt ignorierst, weil es nicht in Deine Argumentationskette passt? Deckungsbeitragsrechnung und das "Maximierungsproblem" sind grundsätzlich zwei verschiedene Dinge, wobei sich die Maximierung am Ende auf den Deckungsbeitrag auswirkt.

Aber damit bewegen wir uns etwas vom Thema dieses Fadens weg. Wenn du nach obenstehenden Ausführungen immer noch meinst, mit der Deckungsbeitragsrechnung hier irgendwie weiter zu kommen, dann sei das so.

Ganz billige Polemik, die Du da an den Tag legst - den Diskussionspartner implizit für blöd erklären ... Wer pöbelt hier noch einmal?


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