So wie beim Zielnetz 2025+ auch (Allgemeines Forum)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Sonntag, 31.03.2024, 21:18 (vor 22 Tagen) @ Holger2
bearbeitet von J-C, Sonntag, 31.03.2024, 21:20

Hallo,

wie soll ich sagen, ich fahre gerade im RJ Villach - Venezia, da fahren heute gerade einmal zwei Zugpaare. Ab 2040 soll da ein Stundentakt angeboten werden, aber die Auslastung ist jetzt gerade mehr als dürftig. Dabei dürfte Ostern zu den Hauptkampftagen zählen. Wo da plötzlich die Fahrgäste für ein mehr als fünffaches Angebot herkommen soll, ist mir schleierhaft.

Vielleicht, aber nur vielleicht könnte es ja sein, dass man ein Angebot nicht so wahrnimmt, wenn es nur aus 2 Zügen pro Tag besteht? Die Erfahrung zeigt, wo auch immer aus einem "bedarfsgerechten" Angebot ein ernstzunehmender Takt entsteht, gehen die Fahrgastzahlen eben auch hoch. Bislang scheitert es halt daran, dass die Italiener vor allem den Güterverkehr über die Pontebbana priorisieren und damit für Personenverkehr derzeit kein Platz ist. Anscheinend gibt es aber durchaus Ansätze, zu schauen, ob man nicht da noch Möglichkeiten findet. Wer weiß, der Brenner-Basistunnel könnte ja noch was bringen.

Dazu kommt: Der Zug fährt im österreichischen Abschnitt mit 80 - 100 km/h, erst in Italien wird es schneller. Attraktiv ist anders.

Würde andernfalls eben auch eine komplette Neubaustrecke erfordern, die sich bislang halt nicht so gerechnet hat.

Und da geht es beim Fernverkehr ja vor allem um regionale Erschließung. Könnte ja sein, dass man damit einfach ein Angebot hat, wo von Udine nach Tarvisio überall gehalten hat (kannst ja den aktuellen Fahrplan dort anschauen) und dann fährt man durch bis Villach. Und dann eben auch der Ansatz zu sagen, man kann alle 2 Stunden von Wien nach Italien. Ich finde, das sollte schon ein Anspruch sein. Da ist es auch hilfreich, dass auf österreichischer Seite man dies gemeinwirtschaftlich bestellt, ist also nur noch eine Frage dessen, was die Italiener vorhaben.

Vorher bin ich über die Tauernstrecke gefahren. Der Eurocity hält bekanntlich ab Bischofshofen auf allen Bahnhöfen. Und das soll sich ja auch 2040 nicht ändern.

Dann empfehle ich dir, das ganze nochmal anzuschauen, denn tatsächlich sieht man bei diesem als Serviervorschlag zu verstehenden Konzept keine Fernverkehrshalte in Bad Hofgastein und Dorfgastein mehr vor, das soll durch einen zu schaffenden Regionalverkehr substituiert werden.
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Zwar soll sich die Zugzahl zwischen Salzburg und Bad Gastein vervierfachen und bis Villach verdoppeln, aber Fahrzeit und Halteschema werden sich nicht wesentlich ändern.Der“Fernzug“ lässt dann gerade einmal zwei Stationen aus.

Das ist schonmal eine wesentliche Veränderung. Da werden schonmal so 5-6 Minuten freigespielt. Und dann kommen ja noch die abschnittsweisen Ausbauten entlang der Strecke. Und schon wird der Fahrzeitgewinn greifbar. Das ist alles in der Dokumentation vorhanden, es wäre vorteilhaft, sich das auch zu Gemüte zu führen.

Das ist zwar ein schönes Angebot für die Anwohner, aber 90% der Fahrgäste fahren die ganze Strecke.

Genug Leute steigen jedoch im Gasteinertal aus, das wird ja jetzt erstmal entflechtet, aber gerade bei solchen Reiseverkehren sind möglichst wenige Umstiege wichtig. Die Leute wollen halt nicht so oft mit den Koffern umsteigen müssen, sondern möglichst einfach und direkt an ihr Ziel kommen. Und beim Gasteinertal ist eben der Reiseverkehr auch in Zukunft nicht unerheblich. Das, was dort zu sehen ist, kann ein Kompromiss sein.

Außerdem verstehe ich nicht, wo das ganze benötigte Fahrzeugmaterial herkommen soll.

Schon die ganzen Bestellungen gesehen? 19 zusätzliche Railjets für die Südstrecke bis 2028, dann eben die massive Bestellung an Siemens Mireo, wovon auch die InterRegios betrieben werden... dann auch die FV-KISS, die künftig auch über die Südbahn rollen, wenn der Semmering-Basistunnel fertig ist. Dann kommt noch das Rollmaterial von Partnerbahnen wie der DB in Form von ICEs dazu und wer weiß, wie das mit Italien dann im Detail ausschaut.

Mir scheint, du hast da was übersehen.


Heute fuhr auf der Strecke ÖBB- Altmaterialohne Zugrestaurant, ohne Platzreservierung, ohne WLAN.Bis 2040 ist ja noch etwasZeit, aber ich fände es viel toller, wenn die ÖBB jetzt ihre Hausaufgaben machen würde und nicht erst 2040.

Uhhm, seit wann haben die regulären Fernverkehrswagen keine Platzreservierung? Die kann ja über die ÖBB-App auch platzgenau reserviert werden. Die Cityshuttles sind ja nicht alleiniges Rollmaterial dort.

Und die ÖBB machen ihre Hausaufgaben, wie ich beschrieben werde. Tatsächlich sind es vor allem die Hersteller, die nicht ihre Hausaufgaben machten. Hätte Bombardier - später Alstom - nicht so dermaßen es verrissen mit den Talent 3, hätte man längst den Rahmenvertrag, um schneller an neue InterRegio-Züge zu kommen. Hätte Siemens nicht Verzögerung bei den Viaggios, hätten jetzt schon mehr Wagen zur Verfügung gestanden. Dann noch bisschen Corona, lustige Spielchen bei der Ersatzteillieferung, wo einem die Globalisierung auf die Füße fällt et voilá, eine Situation.

Da sind eben viele Dinge, die kann man als ÖBB auch unmittelbar gar nicht beeinflussen. Und du kreidest das ganz alleine den ÖBB an? Das finde ich vermessen.


Nehmen wir die Innkreis-NBS, von Wels nach München. Hier plant die ÖBB mit zwei Zugpaaren pro Stunde. Im Deutschlandtakt von 2022plant Deutschland geradeeinmal mit einem Zweistundentakt - allerdings über die Altstrecke via Simbach. Ich habe nicht das Gefühl, dass diese NBS mit irgendjemand abgesprochen wurde. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass die ÖBB sich den Vollausbau von Wels bis Salzburg sparen möchte. Diese NBS ist allerdings für Bayern deutlich unwichtiger, als für Österreich, steht darum auch nicht im Bundesverkehrswegeplan.

Ich habe das Gefühl, du verstehst den Deutschlandtakt nicht. Das war nie etwas, was einmal da erstellt wird und wo sich dann gar nichts mehr dran ändert. Dir scheint auch entgangen, dass der Bundesverkehrswegeplan 2016 erstellt wurde. Mit hoher Wahrscheinlichkeit steht die neue Innkreisbahn dann eben im nächsten Bundesverkehrswegeplan fix drin.

Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, dass es sich bei den Planungen doch eher um Luftnummern handelt, zumal sich Österreich abseits der Hauptroute nicht wirklich durch ein übermäßig tolles Nahverkehrsnetz auszeichnet.

In wiefern? Also auch jenseits der Hauptrouten finde ich das Angebot jetzt nicht schlecht - ins Verhältnis gesetzt mit der örtlichen Struktur. Natürlich kann und muss man besser werden, aber ich würde nicht wissen, wo man sich in Österreich jetzt besonders verstecken müsste.

Holger

Gruß

--
Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)


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