Zwei Tatorte (Aktueller Betrieb)

gnampf, Sonntag, 09.10.2022, 17:16 (vor 1370 Tagen) @ Sanformatiker

Dennoch es hat gereicht die Zentrale in Hannover lahmzulegen, dass dazu nun zwei Kabel durchtrennt werden mussten, mag sein. Aber hätte man dort den Strom ausfallen lassen (und vorher ggf. Notstromaggregate lahm gelegt),

Dafür hättest du dann aber schon in die Zentral eindringen müssen, wo die Wahscheinlichkeit entdeckt zu werden um ein vielfaches höher ist. Und man hätte innerhalb kürzester Zeit Generatoren der Feuerwehr oder von anderen Standorten heran geschafft. Bis dahin hätte ggf. auch die Batterie-Überbrückung gereicht. Und wenn du die lahmlegst dürfte direkt die Störung kommen.

hätten wir den gleichen Effekt gehabt. Wenn man die Standorte der durchtrennten Stellen denkt, handelte es sich hier um die Anbindung nach Außen, warum kann die der Standort nicht autark weiter arbeiten?

Damit hättest du dann einen Umkreis von mit Glück wenigen km um die Zentrale noch am Laufen, denn schließlich reicht sp ein Funkturm nicht sonderlich weit. Dazu wirst du auch nicht an zig Stellen Server sehen haben, die den Login verarbeiten können, da solche Server wiederum sehr gut gegen Zugriff geschützt sein sollten.

Warum gibt es nicht z.B. in Hamburg einen Backup-Standort?

Hilft dir genau was, wenn der die Funktürme in Hannover nicht erreichen kann? Hamburg selbst war ja "online" nach meinem Wissen. Hilft dem Fernverkehr halt nichts, denn die DB FV hat keine Lust die Züge so zu brechen.

Warum gab es keine Backup-Anbindung z.B. über Satellit?

Latenzen, Kosten, ...

Warum muss ein einziger Standort alleine für 4 Bundesländer zuständig sein?

Ist er ja nicht. Nur für DB FV ist da ein Knoten ausgefallen der ihnen die ganzen Umläufe zerschossen hat. Und bevor sie lauter Splitterzüge fahren lassen stellen sie halt lieber den Verkehr ein. Ist ja nicht anderes als bei einem angekündigten Sturm. Regionalverkehr fuhr dagegen ja wohl noch vielerorts.

Einiges werden sicher Design-Features von GSM-R sein (und damit nicht umgehbar sein, wenn man GSM-R nutzt),

Das is ja eher die Frage: warum wurde die Rückfallebene auf öffentlichen Mobilfunk nicht genutzt? Klar, darüber geht nicht alles, z.B. keine Notrufe, aber sicherlich mehr als gar kein Verkehr.

anderes ließe sich aber hier noch verbessern. Generell wird im Digitalzeitalter vieles mit deutlich weniger Fehlertoleranz geplant und konstruiert als früher. Gerade bei essentieller Infrastruktur (dazu gehört für mich das Eisenbahnnetz), ist das unterm Strich dann ggf. auch mal kritisch.

Gibt kritischeres als die Eisenbahn, was sich sicherlich min. genauso einfach lahmlegen läßt, wie z.B. die Stromversorgung. Da brauchste auch nur ein paar passende Ziele auswählen (keine Kraftwerke, sonden Leitungen und Umspannwerke) und in kürzester Zeit wird das Netz in lauter unsynchronisierte Teilnetze zerfallen und wohl zu einem guten Teil auch zusammenbrechen.

Wenn man schon Öl- und Kohle-Züge priorisiert, kann der Stillstand ggf. am Ende dafür sorgen, dass im Extremfall Kraftwerke stillstehen und ggf. sogar ein europaweiter Blackout droht. (Ich glaube für den Moment ist das noch sehr konstruiert, aber wer weiß, wie es im Winter aussieht...)

Wer das erreichen will greift wie gesagt nicht die Bahn an, sondern die Stromnetze direkt.

Wenn man von einem System redet, welches zwingend funktionieren muss, um zwischen Flensburg und Münster, Braunschweig und Emden überhaupt nur einen Zug fahren zu lassen, finde ich es fast schon zu einfach, dass man "einfach" nur zwei LWL-Kabel durchtrennen muss.

Wie gesagt... pfeiff auf die Eisenbahn, im Zweifel würde die auch ohne GSM-R noch fahren, gerade solange die Stellwerke noch laufen, ging damals sogar komplett ohne Funk. Und erstrecht wenn du dann den Verkehr eindünnst, Güter haben Prio, einzelne notwendige Regios, die sich nicht durch Busse ersetzen lassen, und FV fällt komplett weg.
Fällt dir dagegen der Strom aus hast du viel weitreichendere Probleme, denn den brauchts praktisch für alles, und Notstromaggregate sind da auch keine dauerhafte Lösung. Die größte Schwierigkeit der Angreifer liegt nicht darin einen weitreichenden Ausfall zu erzeugen, sondern diesen über längere Zeit andauern zu lassen.


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