Zwei Tatorte (Aktueller Betrieb)

Sanformatiker, Sonntag, 09.10.2022, 16:31 (vor 1372 Tagen) @ Mike65

Dennoch es hat gereicht die Zentrale in Hannover lahmzulegen, dass dazu nun zwei Kabel durchtrennt werden mussten, mag sein. Aber hätte man dort den Strom ausfallen lassen (und vorher ggf. Notstromaggregate lahm gelegt), hätten wir den gleichen Effekt gehabt. Wenn man die Standorte der durchtrennten Stellen denkt, handelte es sich hier um die Anbindung nach Außen, warum kann die der Standort nicht autark weiter arbeiten? Warum gibt es nicht z.B. in Hamburg einen Backup-Standort? Warum gab es keine Backup-Anbindung z.B. über Satellit? Warum muss ein einziger Standort alleine für 4 Bundesländer zuständig sein? Einiges werden sicher Design-Features von GSM-R sein (und damit nicht umgehbar sein, wenn man GSM-R nutzt), anderes ließe sich aber hier noch verbessern. Generell wird im Digitalzeitalter vieles mit deutlich weniger Fehlertoleranz geplant und konstruiert als früher. Gerade bei essentieller Infrastruktur (dazu gehört für mich das Eisenbahnnetz), ist das unterm Strich dann ggf. auch mal kritisch. Wenn man schon Öl- und Kohle-Züge priorisiert, kann der Stillstand ggf. am Ende dafür sorgen, dass im Extremfall Kraftwerke stillstehen und ggf. sogar ein europaweiter Blackout droht. (Ich glaube für den Moment ist das noch sehr konstruiert, aber wer weiß, wie es im Winter aussieht...)

Wenn man von einem System redet, welches zwingend funktionieren muss, um zwischen Flensburg und Münster, Braunschweig und Emden überhaupt nur einen Zug fahren zu lassen, finde ich es fast schon zu einfach, dass man "einfach" nur zwei LWL-Kabel durchtrennen muss.


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