[PL] Białystok – „Weißer Abhang“ (Fahrkarten und Angebote)

A-W, Hannover, Freitag, 17.11.2017, 07:57 (vor 3049 Tagen) @ JanZ
bearbeitet von A-W, Freitag, 17.11.2017, 07:57

Hallo sb, Zg_2 und JanZ,

es ist genauso wie JanZ geschrieben hat. Dieses Wort ist wie zwei getrennte Wörter dekliniert. Ein Grund dafür ist, dass es im Laufe der Jahren dazu gekommen ist, dass die Getrenntheit beider Wörter an Bedeutung verloren hat und auf diese Weise „zusammengewachsen“ ist. Deswegen gilt auch die Deklination als ob es sich um zwei getrennte Wörter handelte. Anderweitige Deklination ist nicht möglich.

Zur Vollständigkeit habe ich die Deklination aufgeschrieben (Reihenfolge der Kasus ist andere, da die polnische Grammatik es so versieht):


Nominativ     Białystok
Genitiv       Białegostoku
Dativ         Białemustokowi
Akkusativ     Białystok
Instrumental  Białymstokiem
Lokativ       Białymstoku
Vokativ       Białystoku

Interessanterweise gibt es im Deutschen auch ähnliche „Konstrukte“ wie Grünberg (pl. Zielona Góra). Ansonsten kann man an die deutsche Mode der Bau von langen und komplexen Wörter...

Zum Namensgebung habe ich herausgefunden, dass auf altpolnisch man als Białystok das klare, reißende Fluss (biały - weiß - klar (oder sauber), stok - Abhang - aber gemeint als Bach oder Fluss, das rollt vom Abhang herunter).

Also anscheinend hat die Verfasserin des Buches nicht ausreichend recherchiert.

Zum Thema Buchstaben: Ich weiß natürlich, dass die Buchstabe „ł” im Deutschen gar nicht vorkommt. Allerdings bitte ich sie trotzdem zu schreiben. Seit mehreren Jahren sind alle lateinischen Buchstaben (inkl. nationalen Sonderzeichen) auf den Rechnern verfügbar. Es gibt also keine echte Ausrede mehr. Denn in diesem Fall darf es in beide Richtungen gehen und, da nicht alle Leute wissen, dass man deutsche Sondernzeichen umschreiben kann, darf man über Fälle wie Görlitz oder (noch schlimmer Gießen) denken. Ansonsten wenn ich Łódź als Lodz sehe, dann es tut wirklich weh. Denn das erinnert gar nicht an die Aussprache.

Ich möchte auch daran erinnern, dass die Sprache keine Umschreibung vorsieht und alles was ohne Sonderzeichen (bzw. mit ähnlicher Buchstabe geschrieben) wurde, muss strenggenommen als falsch bewertet werden. Also eine Fahrkarte, die nach „Bialystok“ ausgestellt wurde, ein Ort, dass gar nicht existiert, könnte einfach nicht anerkannte werden. Das passiert natürlich nicht und ist historisch von der Zeiten der alten Systemen, wo man sich keine Gedanke über Sonderzeichen anderer Sprachen gemacht hat. Diese Zeiten sind allerdings wirklich längst vorbei!

Nicht ohne Gründen gibt es Ärger, wenn Eltern ihre Kinder nach Geburt in Konsularabteilungen der Botschaften in Standesämterregister in Polen anzumelden und hören, dass das Kind kann nur so angemeldet werden, wie es auf der Urkunde steht. Das führt dazu, dass es zu großen Komplikationen kommt, die dann auf Dauer bleiben.

Viele Grüße,
A-W


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