Das ist wieder mal so ein Sexy-HGV Projekt (Allgemeines Forum)

SPFVG, Mittwoch, 23.08.2017, 17:02 (vor 3151 Tagen) @ Sören Heise

Die Grundlage des ganzen HGV-Projekts ist der steigende Güterverkehr. Da auf der Stammbahn aktuell ICEs und Güterzüge gemeinsam fahren, ist die Kapazität entsprechend gering.

Im Zulauf auf Malmö/Lund und Göteborg sind die Strecken derzeit hoffnungslos überlastet, in Östergötland sieht es ähnlich aus. Und mit dem Ast nach Göteborg bekommt endlich auch die Strecke von dort nach Borås (108.000 Einwohner in der Kommune) eine vernünftige Eisenbahn.

Stimmt alles, Borås ist absolut wichtig. Es geht mir auch nicht um Stockholm- Jönköping - Göteborg, der Ausbau dort ist ok, sondern um Stockholm - Malmö, bzw. Jönköping-Malmö, genauer Jönköping - Hässleholm. Dort ist die von mir verortete "Ödnis"

Die Alternativstrecke wäre über Växjö-Älmhult gegangen. Älmhult ist eine mickrige Kleinstadt, (nur knapp 10.000 Ew) hat für seine Größe aber überproportional viel Reisendepotentiale wg. der dortigen IKEA-Hauptzentrale (nicht IKEA Schweden, sondern IKEA weltweit). Es gibt dort viele Einpendler aus der Region Malmö/Lund (weil niemand in der öden Kleinstadt wohnen will).

Växjö ist eine stark wachsende Mittelstadt (70.000 Ew) mit stark international ausgerichteter Universität, quasi das lokale Zentrum der Ödnis. In Verlängerung der Bahnstrecke von Växjö liegt auch noch Kalmar an der Ostküste, im Sommer die Touristenhochburg Schwedens. Aktuell fährt dort mit dem Öresundszug eine Art Interregio die Strecke Kopenhagen - Malmö-Lund-Växjö-Kalmar. Die hätten dann zwischen Malmö-Växjö auch die HGV-Trasse nehmen können, auf der Altstrecke somit mehr Platz für GV und S-Bahn gelassen und die Reisezeit etwas verkürzt.

Ein Halt der HGV-Züge im kleinen Älmhult war außerhalb der HVZ nicht einmal vorgesehen, die hätten man nach Stockholm durchrauschen lassen, so fanatisch, dass man einen Takt-HGV-Halt hätte haben wollen, war man also nicht mal.

Als Zusatzangebot waren allerdings vertaktete ICs Göteborg-Borås-Jönköping-Växjö-Älmhult-Malmö gewünscht gewesen, die die HGV-Trassen weiter ausgelastet hätten und wiederum mehr Platz für Güterzüge auf den Alttrassen gelassen hätten. Wichtig wäre der IC auch für die bessere Erschließung des Göteborger Flughafen gewesen, dort ist im Zuge des HGV Ausbaus auch ein neuer Tunnelbahnhof geplant. Das ist so ähnlich wie in Stuttgart. Dort hält in Zukunft auch nicht jeder ICE am eher kleinen Flughafen. Vor allem wird niemand mit dem HGV aus Stockholm oder Malmö anreisen, da es in Kopenhagen/Stockholm größere Flughäfen gibt. Aber für ICs, die das unmittelbare Umland erschließen, wäre ein Halt sinnvoll gewesen.

Einziger Nachteil des Ganzen hätte sich für Reisende Jönköping-Malmö ergeben, da der HGV-ICE Stockholm-Malmö an Jönköping vorbeigefahhren wäre und die Ersatz ICs natürlich wegen der Stops und der geringeren Vmax deutlichlänger nach Malmö unterwegs gewesen wären. Verglichen mit dem Status quo wäre aber auch der IC deutlich schneller gewesen. Die deutlich verbesserte Regionalanbindung Växjö-Jönköping kann man ebenfalls als Plus aufwiegen, womit unterm Strich aus meiner Sicht die Vorteile überwiegen.

Und Hochgweschwindigkeitsstrecken für einen Zug je Stunde und Richtung gibt es auch anderswo.

Man muss Fehler der Anderen nicht unbedingt nachmachen ;)

Naja mal schauen was kommt. Erstmal wird im Norden Stockholm-Jönköping gebaut und im Süden Malmö-Hässleholm. Irgendwann ist bis zur Verwirklichung auch wieder Wahl, vielleicht ändert sich ja noch etwas.


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