Wenn überhaupt... mehr als fünf Jahre (Allgemeines Forum)

GUM, Dienstag, 18.10.2016, 09:52 (vor 3474 Tagen) @ musicus
bearbeitet von GUM, Dienstag, 18.10.2016, 09:53

Wenn Du die Catering-Racks und die Wagenaufteilung betrachtest, dann bekommst Du eine Vorstellung davon, was die Passagiere damals für nur 25 Euro Zuschlag pro Fahrtabschnitt egal wie lang

Erster Grundfehler: Pauschalpreis - da hat man denselben Kokolores veranstaltet wie bei 19/29/39€-SP-Aktionen. Bei der totalen Entkopplung von Reisestrecke und Preis wird man typische Kurz- und Mittelstreckenreisende tendenziell vernachlässigen.

alles bekommen hätten:
+ nur 16 statt 27/30 Plätze der normalen First Class -> 87,5 % mehr Platz

Sehr positiv

Ja! Wenn Du ein bisschen mit dem Siemens PDF und dem Wagenplan herumspielst, dann könntest Du Dir ausrechnen wie viel Plätze beispielsweise ein nur "Premium Class"-Railjet hätte.

Als stärkste Form eines TEE-Nachfolgers.

Aber irgendwie haben die Kunden das nicht so gut aufgenommen, so dass inzwischen nur noch 15 Euro Zuschlag verlangt werden können und damit ein Teil der Services wegfallen.

Dürfte mit den Streckenlängen in Österreich zusammenhängen. Persönlich denke ich bei FV-Fahrzeiten <3,5 Stunden über die 1. Klasse gar nicht nach, zumal meine BCs nur zweitklassig sind und de facto hin und wieder doch ein günstiges Upgrade zu haben ist.

Das finde ich schade! Gerade mit den Sparpreisen gibt es wirklich viel Mehrwert fürs Geld.

Wenn die Kunden mehr Wert auf die Eisenbahn legen würden, dann hätte es eigentlich bei diesem Preis-Wert-Verhältnis schon bald einen Sog in Richtung der Premium-Klasse geben müssen.

Wenn die Eisenbahn eine Qualitätsoffensive statt einen ruinösen Preiskampf mit Fernbusanbietern (und deren teilweise dubiosen Geschäftspraktiken) gestartet hätte, hätte sich womöglich an der Wertschätzung für den Bahnverkehr etwas verändert.

Das sehe ich auch so. Meine ganz persönliche Einschätzung bleibt bestehen: Anstatt Herrn Süßstoffhügel seine Suchbegriffs-Liste/gezielte Werbungs-Rasterung zu verfeinern (aka face/ook-Team) sollte die Bahn diese Personananzahl nehmen und damit einen Ideenzug fahren.

Was dann rauskommt, das können die Kunden ja durch Kaufverhalten entscheiden.

Tun sie aber im Moment nicht, weil interessierte Kreise in allen Medien andere Geschäftsmodelle vorschlagen.

Wieder mal die Lügenpresse schuld?

Das würde ich so nie sagen, weil mir die Terminologie gerade dieser politischen Farbe suspekt erscheint.

In H\ndelsbl\tt, M\n\ger Magazin & Co. gab es aber eine bestimmte, überhöhende Wertschätzung für alle "einfachen" Geschäftsmodelle, die mit möglichst geringen Personalkosten und Materialkosten auskommen.

Und die Leistungsbündel aufdröseln: So wird nicht mehr der Full-Service-Flug verkauft, sondern die Bestandteile einzeln. Bis zu einer Intervention des Staates wurde sogar das Lächeln am Check-In (statt Internet-Check-In) zusätzlich verkauft.

Die Artikel füllen ganze Magazine, bei denen der angebliche wirtschaftliche Erfolg des Keep it smart and simple beleuchtet wurden.

So war es gemeint! Sich als einzelnes Unternehmen gegen den Medientrend zu stellen wird sehr schwierig.

Kann aber dennoch erfolgreich sein, wie der Erfolg von Nespresso (Luxus-Kaffee) oder auch dem Hochland-Kaffee aus Stuttgart zeigt.

Das Drehen des Verbraucherverhaltens dauert aber meist mehr als 5 Jahre. Gerechnet ab dem ersten Leuchtturm-Projekt wie einem RJ oder ICE-MET "Rheingold" oder irgendeinem Panorama-Zug aus ex-SBB Ap auf der Rheinstrecke.

Womöglich ist der MET damals gerade an dem Punkt gescheitert, dass es ein völlig inkompatibler und isolierter "Leuchtturm" war. Die Produktdesintegration auf der Schiene ist ja bereits jetzt unsäglich - ohne vollständige Kompatibilität bzw. Einbindung in bestehende Verkehre und Tarife macht man wahrscheinlich den Fehler von ehedem ein zweites Mal.

Aus Kundensicht kann ich da nur zustimmen. In der fernen Erinnerung habe ich irgendwas von einem 4-Stunden-Takt inkl. einem Fahrplanloch und getrennten Fahrscheinen gespeichert.

Ich wollte mal München->Köln->Hamburg als Umweg fahren, das ging aber weder tariflich noch zeitlich. Der MET war gerade weg als der Zug aus München angekommen wäre.

Persönlich gehe ich deshalb davon aus, dass wir als Fahrgäste mit der derzeitigen DB-Strategie noch mindestens fünf Jahre leben müssen/dürfen.

Eher mehr. Beim ICE 1/2 Re-Redesign dürfte es keine "Premium"-Klasse geben und wann und was danach und nach ICx angeschafft wird, weiß kein Mensch.
Meine Prognose: Vor 2030 kommt da nix.

Wirklich schade.

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