Wieso hat DB für diese IC160-Dostos gewählt? (Reiseberichte)

Henrik, Dienstag, 19.08.2014, 13:12 (vor 4275 Tagen) @ Oscar (NL)

Man sollte der Fairness halber sagen, dass die Bahn vermutlich hofft, dass die Dostos hier so gut ankommen wie anderswo. Was macht sie denn anders als Ns, SNCB, SNCF, CFL und SBB. Alle zusammen Bundesnachbarn und allesamt setzen in ihrem Fernverkehr Dostos ein. Jetzt kann man in so riesigen Flächenstaaten wie Luxemburg und den Niederlanden ruhig über die Definition von Fernverkehr diskutieren, aber Fakt ist, dass sie dort überall erfolgreich im Einsatz sind.

Ich verstehe nicht ganz, warum DB für IC-Dostos gewählt hat.

- Deutlich niedrigere Beschaffungs- und Betriebskosten
- Schneller Fahrgastwechsel bei gleichzeitig hohem Ein-/Ausstiegskomfort
- Hohe Variabilität im Fahrzeugkonzept, um die Kapazitäten später anpassen zu können
- Synergien bei der Vorhaltung und Instandhaltung der Fahrzeuge nutzen – das bedeutet: Keine Schaffung einer kleinen „Exoten-Flotte“ im DB Personenverkehr
- Kurzfristige Lieferbarkeit

DB ist kein NS, SNCB, SNCF, CFL oder SBB.
Deutschland ist kein NL/BE/FR/LU/CH.

Bei uns sind die "IC"-Dostos eher mit RE-Zügen vergleichbar. Der NRW-RE 1 (6 Dostos) ist vergleichbar mit einem "IC" Amsterdam-Vlissingen. Unterschiede sind nur dass der deutsche Zug 160 statt 140 km/h fährt und der NL-Zug mehrfachtraktionsfähig ist (somit auf dem Abschnitt Amsterdam-Dordrecht 2x VIRM-6 = 12 Wagen, ansonsten 1x VIRM-6).

sehr viel anders siehts hier ja auch nicht aus - die Dosto-IC werden auf den alten IR-Linien eingesetzt, dem IC-Ergänzungsnetz.

mehrfachtraktionsfähig sollen die Dosto-IC der DB doch auch sein.

Zu Belgien: fahren die M6-Dostos inzwischen alle 200 km/h auf Brüssel-Lüttich? (laut Wiki ist nur ein Teil "gepimpt")
Solche IC200-Züge kann man besser mit dem deutschen IC Vergleichen.

Zu Frankreich: da war die Dosto-Ausführung (TGV Duplex) die letzte Alternative. Es war 1994. Sitze noch enger stellen ging nicht mehr. Züge noch länger machen ging nicht mehr. Zugfolgezeit noch weiter verringern ging nicht mehr. Dann verbleibt nur eine Option: die Fahrgäste müssen aufeinander Platz haben.
Von diesen Umständen ist Deutschland mit seinen ICEs noch weit entfernt.

wobei von der SNCF fast nur noch Duplex bestellt werden.

Zu Luxemburg: das hat nur 1/12 der Oberfläche von NL.

Zur Schweiz: auch dort konnte man die Verkehrsnachfrage mit einstöckigen Zügen nicht mehr bewältigen. Jetzt stoßen auch die IC2000-Garnituren an ihren Grenzen. Mit dem Twindexx steht 400 m Dosto-Zug zur Verfügung.

stehen die schon zur Verfügung?

Ich glaube nicht, dass Kapazitätsmangel (wie in den genannten Nachbarländern) der Hintergrund der deutschen IC160-Dostos ist.

nicht, s.o.

Wenn das der Fall wäre, dann müssten die Relationen, wo diese IC160-Dostogarnituren fahren sollten, schon jetzt insoweit ausgelastet sein, dass ein 8-Wagen IC nicht mehr reicht.
Ich kann mich vorstellen, dass man kürzere IC-Dostogarnituren einsetzt, um die Kosten von Bahnsteigverlängerungen zu sparen.

nein, nicht Kosten der Bahnsteigverlängerungen, sondern Betriebskosten.

Aber der DB hätte klar sein müssen, dass ein Betriebsstart zu 2913 unrealistisch ist.

In 899 Jahren werden die das schon hinkriegen, auch wenn ich das als Normalsterblicher nicht mehr miterleben werde...:)

selbst ein Betriebsstart 2014 wäre noch OK gewesen.


der ganze lange Text wurde vom Handy aus geschrieben?
wie geht das denn? mit welchem Browser?


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