DB oft schwerfällig und nicht zeitgemäß - und noch etwas (Reiseberichte)

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Montag, 18.08.2014, 09:32 (vor 4282 Tagen) @ Holger2

- Die Sitze in der 2. Klasse sind gar nicht so viel breiter, als beim Fernbus. Ist auch gar nicht möglich, da ein ICE eben nur 20cm breiter ist. Aber das ist m.E. gar nicht erforderlich, weil viele Menschen darauf eben gar nicht so viel Wert legen.

Angenommen, es sind 20 cm Unterschied, der Gang sei gleich breit, macht das 5 cm mehr pro Sitz. Das merkt man schon!

- Vollkommen selbstverständlich sind heute freie Sitzplatzreservierung und kostenlos WiFi on board. Bei der Bahn leider nicht - selbst wenn ich eine Fahrkarte mit Zugbindung habe, die sowieso nur in dem einen Zug gilt.

Ich mag keine Sitzplatzreservierungen. Ich setze mich lieber da hin, wo mir die Mitreisenden eher gefallen, als eine Reservierung mitten in einem Kegelclub zu haben, und mich wegen Pflichtreservierungen nirgends anders hinsetzen zu können.

- Bei inkludierter und erforderlicher Platzreservierung könnte man den Zug viel gleichmäßiger auslasten und es kommt nicht so oft zu diesen überfüllten Bereichen in Zugmitte, während der Zug am Ende überhaupt nicht ausgelastet ist.

PSSST! Bist Du wohl ruhig? Sei doch froh, daß es nicht allzuviele gibt, die das wissen. So hat man wenigstens eine Chance auf freie Plätze. ;-)

- Natürlich ist freie Zug- und Platzwahl ein großer Vorteil bei der Bahn, jedoch berichten die Negativschlagzeilen in der Presse sehr oft von überfüllten und zwangsgeräumten Zügen. Viele Fahrgäste loben zwar die Flexibilität, aber wenn sie dann über mehrere Stunden stehen müssen, sind sie am Ende doch genervt und das negative Erlebnis überwiegt.

Flexibel sein und Sitzplatzgarantie schließen einander halt aus. da gibt es keine wirkliche Lösung, die beides ohne Abstriche vereinen könnte.

- Bei der heutigen Webtechnik kann man obligatorische Reservierung so gestalten, dass eine Platzwahl bis wenige Sekunden vor Abfahrt des Zuges möglich ist. Die Bahn kann dann bei Störungen ihre Fahrgäste auch schon im Zug viel zielgerichteter ansprechen, da sie ja weiß, wer wohin möchte und wo derjenige sitzt ("Entschuldigung, Sie wollen nach Bielefeld? - Leider hält unser Zug dort ausnahmsweise nicht, aber ich habe hier Ihre Ersatzverbindung / Ihren Taxigutschein für Sie"). So muss man dann nicht betroffene Fahrgäste nicht mit nicht erforderlicher Negativinformation überfrachten. Und das Problem mit Mehrfachnutzung von Teilstrecken entfällt auch.

Die Verbindung von kurzfristiger Reservierung zum Zug der in der nichtexistenten Stadt nicht hält, war jetzt eben fr mich nicht erkennbar.

- Viel intensiver müsste die Betreuung der Fahrgäste sein. Es kann nicht sein, dass ein Fernbahnhof bei verspäteter Ankunft nicht mehr besetzt ist und der Fahrgast selber schauen muss, wie er weiterkommt.

Das ist richtig.

Fernbusse haben es hier leichter, da sie nur Punkt - zu - Punkt - Verbindungen anbieten und das Betreuungsverhältnis Busfahrer / Anzahl Kunden günstiger ist.

Bei Fernbussen weiß man, daß es keinen Service an den Stationen gibt. Da erwartet man nicht mehr als eine Bordsteinkante mit Haltestellenschild.

- Das Personal und auch das Management reagiert oft immer noch nicht serviceorientiert genug, sondern agiert eher wie in einem Staatsapparat. Selber habe ich erlebt, dass mein ICE von Stuttgart statt nach München wegen Störung über Donauwörth nach Ingolstadt umgeleitet wurde - das Personal ist in Donauwörth einfach ausgestiegen und hat auf die Ablösung gewartet, ohne die Fahrgäste auch nur zu informieren. Das geht gar nicht.

Das ist aber der Fhrungsetage anzulasten. Wer mit "Mystery Customers" ein Arbeitsklima schafft, in dem die Angestellten aus Angst um den eigenen Job lieber strengstens nach Vorschrift handeln als serviceorientiert, kann nichts anderes erwarten.

Vielleicht sollte der Bereich DB Fernzug in mehrere eigenverantwortliche Divisionen aufgesplittet werden, um etwas mehr Wettbewerb zu schaffen. Warum nicht eine eigenständige "ICE München - Hamburg - GmbH".

Die DB ist jetzt schon zu sehr aufgesplittet. Es klappt heute schon nicht mehr, daß die Informationen meinetwegen von DB Regio (RE0815), DB Netz (Im Bahnhof A-Stadt auf Gleis 9,5) und DB Station und Service ("Meine Damen und Herren, auf Gleis 9,5 fährt ein...") ordentlich zusammenarbeiten. Wenn jetzt jeder Zug 'ne eigene Ich-AG ist, ist das Chaos doch perfekt.

- Die Bahn hat wenige geeignete Angebote für Paare und Gruppen. Häufig ist die Fahrt mit dem Auto schon ab zwei Personen günstiger. Warum kann die Fernbahn nicht Angebote ähnlich der vielen Ländertickets anbieten, bei denen die 2. - 5. Person nur wenig Aufpreis zahlt. Das wäre die geeignete Antwort auf das Auto, das immer noch Hauptkonkurrent ist.

Fährt beim Sparpreis nicht die zweite Person günstiger mit? Ich erinnere mich, daß es, als ich (BC 25) mit einem Kumpel (BC 50) unterwegs war, günstiger war, daß ich die Fahrkarte als Sparpreis mit BC-Rabatt gekauft habe und ihn als Mitfahrer gebucht habe, als wenn er einen Normalpreis mit BC 50 gebucht hätte.

- In diesem Zusammenhang verstehe ich auch nicht, warum Senioren verbilligte BahnCards bekommen und álleinreisende Kinder den halben Preis zahlen. Denn diese Gruppen sind meist auf die Bahn angewiesen und müssen nicht erst gezielt beworben werden.

Weil diese Gruppen meist weniger Geld haben. (Wobei die Rentner von heute noch verhältnismäßig gut dran sind. Als Rentner von morgen will ich nicht dran denken, wie es dann bei mir aussieht.

- Warum nicht für besonders bedeutende Kunden "Hons" - Services anbieten, wie es ja schon zumindest in Ansätzen passiert. Idee: Wenn ein Bahn.Comfort-Kunde in einem Zug nicht buchen kann, weil die 2. Klasse ausreserviert ist, bekommt er ein Upgrade für die 1. Klasse. Oder: Fahrgäste mit besonders vielen Punkten werden bei Fernfahrten auf Wunsch unentgeltlich mit dem Taxi zuhause/im Büro abgeholt. Oder: Wirklich abgetrennte Bereiche für Bahn.Comfort - Kunden in den Zügen. Oder: Gepäckträger - Service und kostenloser Parkservice für VIPs.

Bloß nicht. Dieses Zucker-in-den-Arsch-Blasen nervt mich schon im Luftverkehr. Wenn da die Schlipsfuzzis und Businesskasper von vorne und hinten betüddelt werden, könnte ich teilweise echt im Vollstrahl kotzen. (An dieser Stelle wird der vor sich hin tobende Autor ausgeblendet und Vogelgezwitscher eingespielt. Tschilp.)

Deine Vorschläge nur sehr bedingt gutheißende Grüße
der Colaholiker


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