DB oft schwerfällig und nicht zeitgemäß (Reiseberichte)

Holger2, Montag, 18.08.2014, 00:12 (vor 4279 Tagen) @ ktmb

Hi,

mein Eindruck ist auch, dass die Bahn derzeit viel Kredit verspielt, da sie einfach sehr starr und unbeweglich auf die heutigen Anforderungen reagiert.

Hier einige Punkte:

- Die Sitze in der 2. Klasse sind gar nicht so viel breiter, als beim Fernbus. Ist auch gar nicht möglich, da ein ICE eben nur 20cm breiter ist. Aber das ist m.E. gar nicht erforderlich, weil viele Menschen darauf eben gar nicht so viel Wert legen.

- Vollkommen selbstverständlich sind heute freie Sitzplatzreservierung und kostenlos WiFi on board. Bei der Bahn leider nicht - selbst wenn ich eine Fahrkarte mit Zugbindung habe, die sowieso nur in dem einen Zug gilt.

- Bei inkludierter und erforderlicher Platzreservierung könnte man den Zug viel gleichmäßiger auslasten und es kommt nicht so oft zu diesen überfüllten Bereichen in Zugmitte, während der Zug am Ende überhaupt nicht ausgelastet ist. Auch könnte man die Zuglängen viel besser optimieren, bspw. ist eine ICE - Doppeltraktion zwischen Stuttgart und München längst nicht an jedem Tag erforderlich.

- Natürlich ist freie Zug- und Platzwahl ein großer Vorteil bei der Bahn, jedoch berichten die Negativschlagzeilen in der Presse sehr oft von überfüllten und zwangsgeräumten Zügen. Viele Fahrgäste loben zwar die Flexibilität, aber wenn sie dann über mehrere Stunden stehen müssen, sind sie am Ende doch genervt und das negative Erlebnis überwiegt.

- Bei der heutigen Webtechnik kann man obligatorische Reservierung so gestalten, dass eine Platzwahl bis wenige Sekunden vor Abfahrt des Zuges möglich ist. Die Bahn kann dann bei Störungen ihre Fahrgäste auch schon im Zug viel zielgerichteter ansprechen, da sie ja weiß, wer wohin möchte und wo derjenige sitzt ("Entschuldigung, Sie wollen nach Bielefeld? - Leider hält unser Zug dort ausnahmsweise nicht, aber ich habe hier Ihre Ersatzverbindung / Ihren Taxigutschein für Sie"). So muss man dann nicht betroffene Fahrgäste nicht mit nicht erforderlicher Negativinformation überfrachten. Und das Problem mit Mehrfachnutzung von Teilstrecken entfällt auch.

- Viel intensiver müsste die Betreuung der Fahrgäste sein. Es kann nicht sein, dass ein Fernbahnhof bei verspäteter Ankunft nicht mehr besetzt ist und der Fahrgast selber schauen muss, wie er weiterkommt.
Fernbusse haben es hier leichter, da sie nur Punkt - zu - Punkt - Verbindungen anbieten und das Betreuungsverhältnis Busfahrer / Anzahl Kunden günstiger ist.

- Das Personal und auch das Management reagiert oft immer noch nicht serviceorientiert genug, sondern agiert eher wie in einem Staatsapparat. Selber habe ich erlebt, dass mein ICE von Stuttgart statt nach München wegen Störung über Donauwörth nach Ingolstadt umgeleitet wurde - das Personal ist in Donauwörth einfach ausgestiegen und hat auf die Ablösung gewartet, ohne die Fahrgäste auch nur zu informieren. Das geht gar nicht.
Die Erstellung der Fahrpläne ist viel zu schwerfällig. Heute müssen Fahrpläne für optimale Verbindungen etwa 5 Jahre im Voraus eingereicht werden, da war die DDR flexibler.
Vielleicht sollte der Bereich DB Fernzug in mehrere eigenverantwortliche Divisionen aufgesplittet werden, um etwas mehr Wettbewerb zu schaffen. Warum nicht eine eigenständige "ICE München - Hamburg - GmbH".

Holger


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