Wieso hat DB für diese IC160-Dostos gewählt? (Reiseberichte)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 19.08.2014, 10:04 (vor 4283 Tagen) @ ALR997

Hallo ALR997,

Wobei Oscars Variationen des niederländischen Fyra-Nachfolgers (IC verreckt, IC defekt) auch alle gut hier her passen würden.

:)

Das sind übrigens Parodien auf "IC Direkt".

Man sollte der Fairness halber sagen, dass die Bahn vermutlich hofft, dass die Dostos hier so gut ankommen wie anderswo. Was macht sie denn anders als Ns, SNCB, SNCF, CFL und SBB. Alle zusammen Bundesnachbarn und allesamt setzen in ihrem Fernverkehr Dostos ein. Jetzt kann man in so riesigen Flächenstaaten wie Luxemburg und den Niederlanden ruhig über die Definition von Fernverkehr diskutieren, aber Fakt ist, dass sie dort überall erfolgreich im Einsatz sind.

Ich verstehe nicht ganz, warum DB für IC-Dostos gewählt hat.

DB ist kein NS, SNCB, SNCF, CFL oder SBB.
Deutschland ist kein NL/BE/FR/LU/CH.

Bei uns sind die "IC"-Dostos eher mit RE-Zügen vergleichbar. Der NRW-RE 1 (6 Dostos) ist vergleichbar mit einem "IC" Amsterdam-Vlissingen. Unterschieee sind nur dass der deutsche Zug 160 statt 140 km/h fährt und der NL-Zug mehrfachtraktionsfähig ist (somit auf dem Abschnitt Amsterdam-Dordrecht 2x VIRM-6 = 12 Wagen, ansonsten 1x VIRM-6).

Zu Belgien: fahren die M6-Dostos inzwischen alle 200 km/h auf Brüssel-Lüttich? (laut Wiki ist nur ein Teil "gepimpt")
Solche IC200-Züge kann man besser mit dem deutschen IC Vergleichen.

Zu Frankreich: da war die Dosto-Ausführung (TGV Duplex) die letzte Alternative. Es war 1994. Sitze noch enger stellen ging nicht mehr. Züge noch länger machen ging nicht mehr. Zugfolgezeit noch weiter verringern ging nicht mehr. Dann verbleibt nur eine Option: die Fahrgäste müssen aufeinander Platz haben.
Von diesen Umständen ist Deutschland mit seinen ICEs noch weit entfernt.

Zu Luxemburg: das hat nur 1/12 der Oberfläche von NL.

Zur Schweiz: auch dort konnte man die Verkehrsnachfrage mit einstöckigen Zügen nicht mehr bewältigen. Jetzt stoßen auch die IC2000-Garnituren an ihren Grenzen. Mit dem Twindexx steht 400 m Dosto-Zug zur Verfügung. Keine Raumverschwendung mehr durch Loks.

Ich glaube nicht, dass Kapazitätsmangel (wie in den genannten Nachbarländern) der Hintergrund der deutschen IC160-Dostos ist. Wenn das der Fall wäre, dann müssten die Relationen, wo diese IC160-Dostogarnituren fahren sollten, schon jetzt insoweit ausgelastet sein, dass ein 8-Wagen IC nicht mehr reicht.
Ich kann mich vorstellen, dass man kürzere IC-Dostogarnituren einsetzt, um die Kosten von Bahnsteigverlängerungen zu sparen. Mir sind allerdings keine IC-Bahnhöfe bekannt, wo es bei 160 m Bahnsteiglänge Schluß ist.

Eine schnelle ICE-Verbindung von Berlin nach München? Unbedingt! In unter 3 Stunden wenns geht. Aber es MUSS in Erfurt gehalten werden. Achja und in Leipzig. Und in Coburg. Und in Ilmenau. Und wo wir schon dabei sind am Besten auch in Bitterfeld, Naumburg und Lichtenfels.

Klar möchte Monika genauso schnell von München nach Hamburg wie Marie-Claire von Paris nach Marseille...
Nur schade, dass zwischen M-HH zumindest Nürnberg und Hannover liegen; bei Paris-Marseille ist es nur Lyon (wobei Paris-Lyon soviel Nachfrage darstellt, dass man die mit eigenen Zügen bedienen kann).
Auch entscheidend ist, dass man in Frankreich vor allem von/nach Paris fahren möchte und in Deutschland die Nachfrage über alle Richtungen verteilt ist. Man möchte nach Berlin fahren, nach Köln, nach Hamburg, nach München.

Aber der DB hätte klar sein müssen, dass ein Betriebsstart zu 2913 unrealistisch ist.

In 899 Jahren werden die das schon hinkriegen, auch wenn ich das als Normalsterblicher nicht mehr miterleben werde...:)


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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