Bayern: Ringzug West bleibt bei DB, Škoda-Fahrzeuge (Allgemeines Forum)

Sören Heise, Region Hannover, Montag, 17.06.2013, 18:24 (vor 4676 Tagen)

Moin!

Ein großer Brocken für die Deutsche Bahn:


Regionalverkehr Nürnberg – Ingolstadt – München und Nürnberg – Augsburg an DB Regio vergeben
Zeil: „Neue Züge und besseres Angebot“

MÜNCHEN. Der Regionalverkehr zwischen München und Nürnberg über Ingolstadt sowie zwischen Nürnberg und Augsburg bleibt bei DB Regio: Nach einer europaweiten Ausschreibung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) hat der Freistaat heute den Zuschlag erteilt. Der neue Verkehrsvertrag beginnt im Dezember 2016 und endet nach einer Laufzeit von zwölf Jahren. „Mit neuen Fahrzeugen, zusätzlichen Verbindungen und mehr Kapazitäten verbessern wir das Angebot“, betont Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil.

Der Regionalverkehr läuft zwischen Nürnberg und Ingolstadt sowohl auf der Altstrecke über Treuchtlingen als auch auf der 2006 in Betrieb genommenen Neubaustrecke.


Neubaustrecke (NBS) Nürnberg – Ingolstadt – München

Auf der NBS verbessert sich das Fahrtenangebot. „Gerade in den Spitzenzeiten am Freitagnachmittag und am Wochenende, wenn die Züge stark besetzt sind, bestellen wir zusätzliche Leistungen zwischen Nürnberg und Ingolstadt“, erklärt Zeil. Ansonsten bleibt es auf der Neubaustrecke beim heutigen Zweistundentakt zwischen Nürnberg und München. Wie bisher verkehren die meisten Züge direkt ohne Umsteigen.

Der Freistaat hatte sich in der Ausschreibung optional den Stundentakt auf der NBS anbieten lassen. Dieses erweiterte Betriebsprogramm kann die BEG jedoch wegen des hohen Angebotspreises und begrenzter finanzieller Mittel nicht beauftragen. „Entscheidend sind dabei die hohen Trassenpreise auf der Neubaustrecke. DB Netz kommt uns hier bis heute nicht entgegen“, unterstreicht der Minister.

Um die am stärksten besetzten Züge schon kurzfristig zu entlasten, optimiert die BEG bereits ab Dezember 2013 den Fahrplan. Zwischen Nürnberg und Ingolstadt werden dadurch zusätzliche Züge am Freitagnachmittag und am Wochenende zur Verfügung stehen. Da zu diesem Zeitpunkt noch keine zusätzlichen Fahrzeuge, die für den Betrieb auf der NBS zugelassen sind, vorhanden sind, setzt DB Regio einen herkömmlichen Doppelstockzug ein, der zwischen München und Ingolstadt verkehren wird. Dadurch müssen Fahrgäste bis zum Einsatz der neuen Fahrzeuge etwas häufiger in Ingolstadt umsteigen.


Altstrecke Nürnberg – Treuchtlingen – Ingolstadt – München

Die etwas längere Route führt von Nürnberg über Treuchtlingen durch das Altmühltal nach Ingolstadt und München. Hier wird es ein stündliches Angebot geben. Dabei müssen Fahrgäste wie derzeit jede zweite Stunde in Treuchtlingen umsteigen. Ergänzend fahren Montag bis Freitag stündlich Expresszüge von Nürnberg nach Treuchtlingen und stündliche Regionalzüge von Ingolstadt nach München, sodass die Fahrgäste an den größeren Stationen jede halbe Stunde Fahrtmöglichkeiten haben. Von Treuchtlingen über Donauwörth nach Augsburg ergänzen Montag bis Freitag sowie am Samstagvormittag zweistündlich verkehrende Züge das ebenfalls zweistündliche Angebot des Fugger-Express zu einem Stundentakt.
Neue Fahrzeuge

Die BEG hat neue Fahrzeuge mit hohen Kapazitäten gefordert und Mindestvorgaben gemacht, wie viele Sitzplätze bei stark frequentierten Zügen im Berufs- und Freizeitverkehr vorhanden sein müssen. „In den Hauptverkehrszeiten wird es mindestens 20 Prozent mehr Sitzplätze geben“, erläutert Zeil. Um mobilitätseingeschränkten Reisenden eine möglichst reibungslose Fahrt zu gewährleisten, muss jeder Zugteil mit mindestens einem Rollstuhlplatz und einer klappbaren Überfahrrampe ausgestattet sein. Nicht zuletzt sollen Mehrzweckbereiche die Möglichkeit schaffen, Fahrräder, Kinderwagen und sperriges Gepäck problemlos zu transportieren.


Vertrieb und Tarif

Neben der Anerkennung der bisher gültigen Nahverkehrstarife muss DB Regio nach Vorgaben der BEG Sonderangebote im Freizeitverkehr einführen: Gefordert ist zum Beispiel eine übertragbare Monatskarte (Freizeitkarte), die von Montag bis Freitag ab 9 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen ganztags gültig ist. Auch die Zusammenarbeit mit Tourismusregionen soll über Kur- und Gästefahrscheine verbessert werden. Bei Fahrten innerhalb von Verbünden gelten die Bestimmungen der jeweiligen Verkehrsverbünde (AVV, MVV, VGN). Die Ausgestaltung der Vertriebswege – entweder über Automaten oder Personal an Stationen oder im Zug – ist grundsätzlich dem Betreiber überlassen.


Weitere Anforderungen

Um den Fahrgästen einen umfangreichen Service zu gewährleisten, werden in jedem Zug Zugbegleiter eingesetzt. Außerdem verpflichtet sich der künftige Betreiber, am Qualitätsmesssystem der BEG teilzunehmen. Damit prüft die Bayerische Eisenbahngesellschaft die Sauberkeit, die Funktionsfähigkeit der Ausstattung, die Fahrgastinformation im Zug, die Servicequalität und die Kundenfreundlichkeit. Zudem gelten hohe Anforderungen hinsichtlich Pünktlichkeit und Anschlusssicherung. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft, die den Regionalverkehr im Auftrag des Bayerischen Verkehrsministeriums plant, finanziert und kontrolliert, hatte die Ausschreibung am 5. Juli 2012 im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Angebote konnten bis 15. April 2013 abgegeben werden. Der bisherige Allersberg-Express war nicht Bestandteil der Ausschreibung und soll künftig in die S-Bahn Nürnberg integriert werden.


Soweit die Pressemeldung des Bahnlandes Bayern.

Ergänzend gibt es eine Pressemeldung der DB, die mitteilt, daß auf der Neubaustrecke Fahrzeuge von Škoda zum Einsatz kommen werden. Somit hat der traditionsreiche tschechische Hersteller den Einstieg in den gesamtdeutschen Markt geschafft.


DB Regio Oberbayern freut sich über den Gewinn der Ausschreibung Ringzug West / NBS

Neue moderne Doppelstockzüge • Weiterhin umsteigefreie Verbindung zwischen München und Nürnberg

(München, 17. Juni 2013) Der Gewinn der Ausschreibung Ringzug West/NBS hat bei DB Regio Oberbayern große Freude ausgelöst. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat heute mitgeteilt, dass der Wettbewerb um die Strecken München – Ingolstadt - (NBS) – Nürnberg, Augsburg – Treuchtlingen – Nürnberg und Treuchtlingen – Ingolstadt – München zugunsten der DB entschieden wurde. „Ab Dezember 2016 werden wir unseren Kunden mit neuen Fahrzeugen mehr Komfort und Qualität bieten. Zudem werden wir für die Reisenden auch weiterhin eine direkte, umsteigefreie Verbindung zwischen München und Nürnberg anbieten“, so Norbert Klimt, Vorsitzender der Regionalleitung Regio Bayern.

Rund 260 Arbeitsplätze bei DB Regio Oberbayern sind durch die gewonnene Ausschreibung des München-Nürnberg-Express bis 2028 gesichert. Diese Verkehre werden mit besonders komfortablen Doppelstocktriebzügen der neusten Generation „TWINDEXX Vario (Do2010)" des Herstellers Bombardier Transportation gefahren. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke sollen neue druckfeste und druckdichte Garnituren (Doppelstockwagen und Lok Typ 109 E) der Firma Skoda zum Einsatz kommen. Sie mindern in Tunneln plötzlich auftretende Druckschwankungen im Fahrzeuginneren ab.

Die neuen Fahrzeuge bestechen durch ihren hohen Fahr- und Sitzkomfort sowie innovative technische Details. Beide Fahrzeuge verfügen über Videoüberwachung, ein komfortables Innendesign und großzügig gestaltete, über den ganzen Zug verteilte Mehrzweckbereiche, um der starken Nachfrage im Pendler- und Freizeitverkehr auf der Strecke gerecht zu werden. Die Instandhaltung der neuen Fahrzeuge wird überwiegend die Werkstatt München-Pasing übernehmen.

„DB Regio Oberbayern hat mit diesem Angebot die BEG überzeugt. Besser als jeder andere waren wir in der Lage, einen hochwertigen, kundenfreundlichen und leistungsfähigen Regionalverkehr anzubieten. Neun Monate intensive Arbeit mit einem leistungsstarken Projektteam haben sich ausgezahlt. Dennoch ist der Wettbewerbsdruck in Bayern unvermindert hoch“, so Klimt.


Viele Grüße,
Sören

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