Mitfinanzierung von Fernverkehr durch Länder (Allgemeines Forum)

naseweiß, Mittwoch, 13.02.2013, 14:18 (vor 4809 Tagen) @ caboruivo

Regionalisierungsmittel, die für die Mitfinanzierung des Fernverkehrs ausgegeben werden, dann für den Ausbau des Nahverkehrs an anderer Stelle fehlen.

Ob man jetzt einen IC oder stattdessen einen RE finanziert, spielt doch keine Rolle. Da käme niemand zu kurz.

Doch, das Idealbild wäre ja, dass der IC trotzdem fährt, also zusätzlich. Wenn man weitere IC-Leistungen mit Regionalisierungmitteln für den RE-Verkehr nutzt, würde der DB sicher bald auffallen, dass einige, weitere IC-Linien doch plötzlich so furchtbar unwirtschaftlich sind und man sie nur mit Subventionen und bei gleichzeitigem Gewinn der parallelen RE-Leistungen weiter betreiben kann.

Natürlich wäre ein solcher Fall nur möglich, wenn die DB AG die Ausschreibung gewinnen würde, der Fernverkehr anderer Anbieter muss sich in Deutschland noch etablieren, ob das jemals geschehen wird, wage ich zu bezweifeln.

Der Witz ist ja, dass irgendwelche Provinzfürsten und ihr Hofstaat (z.B. die örtliche IHK) einen ICE/IC zu sich nach Hause haben wollen. Mit Interconnex (fuhr schon mal nach Berlin-Gera) oder Voglandexpress (fuhr schon mal Berlin-Chemnitz-Plauen) kannst du nicht viele aus der Reserve locken, da eben eher das untere Preissegment mit allen dazugehörigen Aspekten. Und im Zweifelsfall stehen diese Züge auch gar nicht zur Verlängerung zur Verfügung, wie eben die Leipzig endende L55 der DB.

Zudem könnte man ja auch die Auslastung der Züge steigern, wenn man statt einer IC-, zwei RE- und zwei RB-Linien nur noch vier Züge statt fünf haben wird. Der zusätzliche teurere Fernverkehrszug würde bei Überfülltheit den Regionalverkehr wohl kaum entlasten, wohl aber bei gleichem Preisniveau.

Naja, von so dichtem Verkehr kann man meistens leider nur träumen. Nimm mal die hier besprochenen Strecken. Zwischen Geithain und Burgstädt spielt der stündliche RE Leipzig-Chemnitz heute Grundangebot, denn es gibt keine parallele RB. Gut es handelt sich nur um den Halt Narsdorf, aber das ist das Prinzip. Auf der Strecke Leipzig-Altenburg-Zwickau ist auch zu befürchten, dass die stündliche RB (also die mitteldeutsche S5) vielleicht sogar nicht weiter als Altenburg kommmt und die stündlichen RE (also die mitteldeutsche S5X) südlich Altenburgs die kleinen Halte mitbedienen müssen. Ebenso im Citytunnel selbst. Hier sollen die S5/S5X einen 30-min-Takt bilden, von Leipzig-Flughafen bis irgendwo südlich von Leipzig. Sollte der IC also alle S-Bahn-Halte, die die S5X bedient, auch mitnehmen? Geht es überhaupt wegen der Bahnsteiglängen? Und in Werdau (o.ä.) soll zweistündlich eine Flügeleung der S5X nach Zwickau und Plauen-Hof stattfinden. Auch sowas geht nicht mit einem IC.

--
[image]


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum