NL-Kernnetz Seifenoper (6): Konkurrenz ist nicht gut? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 16.11.2011, 14:19 (vor 5301 Tagen)

Vorherige Folgen: 1, 2, 3, 4, 5.


Hallo ICE-Fans,

Konkurrenz soll das Geschäft lebendig machen. Aber gilt das auch für die Bahn?
Nein, laut einer Fachwerkschaft. Die Praxis sehen wir nämlich jetzt zwischen Barneveld und Amersfoort. Seitdem ConneXXion die RB zwischen Ede-Wageningen und Amersfoort betreibt, sind die Anschlüsse in Amersfoort deutlich schlechter geworden. Pro Jahr verpassen mehrere 10.000 Fahrgäste ihre Anschlüsse. Grund dafür ist, dass bei Verspätung die NS-ICs (dazu auch der Berlin-IC) ohnehin halten müssen wenn sie conneXXion quer liegen (conneXXion hat ja ordentlich für die Trassen bezahlt).

Situation:

Amersfoort <=============================================================== Apeldoorn
                   \
Amersfoort =========\=====================================================> Apeldoorn
                     \   
                      ---------------------------------
                      Bnv.Noord        \  Bnv.Centrum  \
                                        ----------------------------------> Ede-Wageningen

Die Strecke Barneveld - Ede-Wageningen ist eingleisig; in der HVZ wird hier in 15-Minutentakt gefahren; auf Amersfoort-Barneveld immer in 15-Minutentakt. Die Kreuzung in Barneveld Noord ist niveaugleich, nicht niveaufrei.

Abfahrten in Amersfoort:
IC nach Apeldoorn: '07, '19, '37, '49 (Fahrplan NS)
RB nach Barneveld: '11, '28, '41, '58 (Fahrplan conneXXion)
Barneveld Centrum ist Zugkreuzung.

Ist der IC nach Apeldoorn verspätet, dann auch die RB nach Barneveld.
Dann muss in Barneveld Centrum aber die RB nach Amersfoort warten.
Diese wird dann wieder die ICs aus Apeldoorn quer liegen.

Man könnte sagen: Konkurrenz ist gut, aber nur wenn man Anschlüsse zwischen Leistungen unterschiedlicher Bahngeschäfte berücksichtigt.
Nur schade, dass sowas zumindest in NL offenbar nicht funktioniert: Privatbahnen möchten nach ihren eigenen Fahrplänen fahren, wobei ein Anschluß eigener Verkehrsmitteln (z.B. syntus Bus<->Bahn) wichtiger ist als Privatbahn<->NS-IC.

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Diese Situation "gefällt" mir auch:

In Zutphen kommt die syntus-RB aus Winterswijk um '24/'54 an (endet dort). Der NS-IC aus Zwolle nach Roosendaal hat Einfahrt um '26/'56.
Ist der IC zu früh, muss die syntus-RB warten, und verpassen die Fahrgäste der RB ihre Anschlüsse.
Sozusagen: die Reisenden der pünktlichen RB werden bestraft, weil ein verfrühter IC mit der Trasse ihrer RB konfliktiert.

Das hatte CH wesentlich besser hinbekommen: langsam rein, schnell rein, schnell raus, langsam raus. CH kann das auch so machen, weil eine einzige Instanz die Fahrpläne schreibt. Bei uns hat NS mehr Geld für die Trasse geboten als syntus und muss also syntus warten wenn NS zu früh ist.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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