NL: große Sparmaßnahmen mit gravierenden Folgen! (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Sonntag, 04.04.2010, 09:38 (vor 5859 Tagen)

Hallo ICE-Fans,


NL möchte auch die Krise bekämpfen, und wohl dadurch, dass die Regierung dafür entschieden hat, 5 Jahre lang jedes Jahr 18 Milliarden weniger Geld auszugeben. Es läßt sich raten, auch die Bahn ist davon betroffen.

1. NS verliert Kernnetz-Monopol?

Bisher war es immer üblich, dass der Staat NS den Kernnetzbetrieb gönnte. Die heute Konzession endet aber im Jahre 2015. Langer Zeit war die Rede einer "verabredete" automatische Verlängerung der Konzession. Die Regierung überlegt jetzt, dieses Automatismus aufzugeben.

Man hat folgende Gründe dafür / Gedanken dabei:

a. Arriva, Syntus und Veolia haben gezeigt, dass man mit 40% weniger Kosten als NS einen gleichwertigen oder sogar besseren Nahverkehrsangebot darstellen kann. Wenn die also den Kernnetzbetrieb auch 40% billiger betreiben können, dann sollen die in der Lage gestellt werden, dies auch darzustellen.

b. Wenn mehrere Unternehmen parallel eine Strecke betreiben, kann der Fahrgast das beste Angebot wählen.

c. Es soll auch möglich werden, dass andere Bahngeschäften Teilstrecken des Kernnetzes anbieten. Etwa Arriva mit eigenen ICs Groningen/Leeuwarden - Randstad, und Veolia mit eigenen ICs Maastricht/Heerlen - Amsterdam. "In Deutschland und England funktioniert das doch auch?"

Pro Jahr sollte man mit diesem Verfahren 160 Millionen Euros "verdienen können".

Selbstverständlich ist NS mit diesem Vorgang nicht einverstanden. "Wir haben eine Planung für 2020-2030 die wir umsetzen möchten. Das geht allerdings nicht wenn wir auch noch Konkurrenz berücksichtigen müssen."
NS zeigt zu JP und CH, wo die erfolgreichsten Bahnen der Welt fahren; beide sind Kernnetzmonopolunternehmen.

Meine Meinung dazu: wenn man so sparen muß, OK, ABER:

a. meine Fahrkarte von A nach B soll nach wie vor in jedem Zug gültig sein, egal wer diesen Zug fährt;
b. es soll nach wie vor einen ITF bestehen, zudem eine Instanz die diesen überwacht.


2. Reisen in der HVZ 10-40% teurer

Im Moment kann der Fahrgast in NL mit einer Ermäßigungskarte 40% auf die Normalpreise sparen. Diese Karte gilt Mo-Fr 05:00-09:00 nicht. So versucht NS Fahrgäste von dieser Hauptverkehrszeit abzulenken. Grundgedanke ist hier Wahlfreiheit: man kann entscheiden, ob man sich eine Ermäßigungskarte beschafft und wenn ja, wann man fährt (und demzufolge was man bezahlt: 100% oder 60%).

Die neue Maßnahme bezieht sich nicht auf Wahlfreiheit, sondern Zwang. In der HVZ
soll der Fahrgast 100+n% bezahlen, wobei ich für n Zahlen zwischen 10 und 40 gefunden habe. Ein weiterer Vorschlag ist ein "Spitzenrandtarif" für Reisen beidseits der 9:00 Marke; diese soll dann 80% sein. Mit der auszurollen ÖV-Chipkarte sei dies zudem sehr einfach machbar.
(lies: "Jan der blöde Normalbahnfahrer hat mit der ÖV-Chipkarte doch keine Ahnung mehr was er bezahlt, das erfährt er ja erst beim Auschecken, wenn die Fahrt also zu Ende ist, und nicht wie früher beim Kauf der Fahrkarte, also wenn er die Fahrt antreten möchte")

Das größte Ersparnis ist laut Regierung aber, dass die Ausbaumaßnahmen (lies: "10-Minutentakt") nicht mehr nötig sind, weil die Fahrgäste sich über den ganzen Tag verteilen. Dabei handelt es sich um einigen Milliarden Euros.

Meine Meinung dazu (Achtung: Ironie!): wozu brauchen wir überhaupt denn noch ein Bahnnetz, wenn jeder Autofahrer viermal so viel Geld in die Schublade der Regierung bringt als jeder Bahnfahrer, und man mit den Kosten von 1 km Bahnstrecke 4 km Autobahn bauen kann?
Umwelt? Was wir an CO2 einsparen, wird in China vierfach mehr ausgestoßen.
Wirklich, wir brauchen erst ein Bahnnetz wenn NL komplett asphaltiert ist.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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