NL: neue IC-Triebwagen (2015, 2020, 2025?) (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 23.02.2011, 17:24 (vor 5566 Tagen) @ ice-t-411
bearbeitet von Oscar (NL), Mittwoch, 23.02.2011, 17:27

Hallo Johannes / ice-t-411,

Bern-Olten hat zwar soweit ich weiß eine Rückfallebene mit koventionellen Signalen, aber normalerweise verkehren dort auch nur ERMTS geführte Züge.

OK, Danke für die Infos.

Gibt es eigentlich in den Niederlanden Pläne mittelfristig auf moderne Mehrsystemlokomotiven bzw. Triebzüge für den IC/IR-Verkehr zu setzen?

Die sind mir zur Zeit nicht bekannt. Die VIRM-Dostos werden gut angenommen; auf diesem Grundriss kann man noch wohl eine neue Bauserie beschaffen.

Im Moment spielt auf OHIH ein viel heftigeres Thema: wird NS ab 2015 überhaupt noch fahren? (2015 läuft der Kernnetzvertrag ab, man überlegt den Vertrag weitere 15 Jahre zu verlängern)
Während meines Wintersporturlaubs hat sich eine Seifenoper, nein, ein kalter Krieg entwickelt, mit DB (als "Arriva") als einer der Hauptdarsteller: Es ist eine freche, unfaire, EU-gesetzwidrige Unverschämtheit dass wir in NL keine ICs betreiben dürfen!!!
Eine Alternative ab 2015 haben die Privaten schon: hier.

Werde mich später darüber noch melden, muss zuerst eine dreistellige Zahlen an Einträge durchstöbern.

Die Lebenszeit der Baureihe 1800 [1] und den ICM-Triebwagen [2] dürfte trotz Modernisierung ja irgendwann dem Ende zugehen.

Zu [1]: Loks wird NS wohl nicht mehr beschaffen; die werden nun halt als Relikte aus vergangenen Zeiten betrachtet. Das Unternehmen durfte wohl das erste Europas sein, das das Arbeitspferd Lokomotive komplett aus seinem Dasein verbannen wird: 1, 2, 3.
Cargo betreibt das Unternehmen nicht mehr, Rangierarbeiten sind an Privaten ausgeschrieben (RRF), die Einzelwagen der lokbespannten DD-AR werden als Zusatzwagen für die Triebwagen-DD-AR verwendet, CNL fährt mit Railion-Miet-1800ern (wird bei Ausmusterung durch E189 ersetzt).

Soviele 1800er hat NS nicht mehr. Sie bieten im Moment Aushilfe als Arbeitspferd für DDM-Garnituren, welche andere störanfällige Züge ersetzen. In ein paar Jahren wird diese Aufgabe wohl zu Ende sein. Dann verbleibt den Loks wohl nur noch die Verschrottung.

Dagegen sind die 1700er noch relativ neu, wenn auch aus Ende 80er/Anfang 90er. Diese fahren noch ICR-Wagenzüge; diese Wagen wurden vor 5 Jahren noch redesignt; ich erwarte, dass diese noch so 10 Jahre (bis etwa 2020) rumfahren (meinetwegen OK, denn ich mag diese Wagen).
Möglichkeiten:

1. V250 kommen ins Rennen -> einige Dutzende weitere Prio-Wagen (eigentlich auch ICR) kommen frei -> die Nicht-Prio-Wagen kriegen noch einen Prio-Redesign und fahren als IC.
2. V250 kommen ins Rennen -> einige Dutzende weitere Prio-Wagen (eigentlich auch ICR) kommen frei -> Verkauf an einem deutschen Privaten verkauft werden, um DB FV-Konkurrenz zu machen...:)
3. HSA pleite -> Verkauf der V250, HSL-Zuid kommt ins NL-Kernnetz -> die vorhandenen ICR erhalten Prio-Redesign und die auf der HSL-Zuid fahrenden ICs verkehren mit diesen Wagen, zusammen mit E186.1.

Sicher ist allerdings, dass die Wagen nicht in den Berlin-IC kommen, dafür sind die ja zu langsam.

Zu [2]: die ICM-Triebwagen sind noch nicht alle redesignt; im Moment läuft das Redesign der Vierteiler. Die Triebwagen sollen noch bis etwa 2025 fahren. Was danach passiert? Keine Ahnung.

Fest steht allerdings, dass wir 2025 zumindest zwei Kernnetzstrecken haben, die 200 km/h erlauben: die Hanzelinie und die ABS Amsterdam-Utrecht. Ich kann mich vorstellen, dass NS mit den neuen IC-Triebwagen diese 200 km/h auch mal gerne ausfahren möchte.
Andererseits hat NS auch schon mal vorgerechnet, dass 200 km/h in NL nicht rentiert.
Dennoch kann es lohnend sein, IC200-Triebwagen zu beschaffen, und damit z.B. Amsterdam-Köln zu fahren:
1. Emmerich-WES-OB-DU-D-K wird dann wohl großenteils mit 200 km/h befahrbar sein;
2. Düsseldorf (und auch Aachen) soll bereits 2015 schon Bestandteil des NL-Kernnetzes werden;
3. ich kann mich vorstellen, dass man auf Dauer auch in der Rhein-Ruhr-Region (ggf. als Abellio oder NedBahn) einen 10-Minutentakt anbieten möchte (dieser sollte 2020 in der Randstad Gang und Gebe sein).

Eine Möglichkeit wäre die Entwicklung eines Plattforms für echte IC-Dostos; die VIRM waren eigentlich für IR-Aufgaben ausgelegt; als der IR weitgehend eingestellt wurde, wanderten die Triebwagen ins IC-Reich ab. Bombardier TwindeXX wäre schon ein passender Nachfolger; die VIRM sind ja auch von Bombardier.

Die ICM-Triebwagen verkehren zur Zeit komplett auf der "Nord-Ost": Amsterdam/Schiphol/Den Haag/Rotterdam - Groningen/Leeuwarden/Enschede (Linien 5, 7, 15, 16, 17, 20 und 28). Diese Relation steht sehr hoch auf der DB Arriva Wunschliste, sollte NS das Kernnetz 2015 nicht mehr gegönnt werden: so kann man ja das nördliche Dieselnetz (das Arriva schon hat) optimal mit den Fernzügen verknüpfen und die Strecken Zwolle-Groningen und Zwolle-Leeuwarden auf 1 IC und 1 RB pro 30 Minuten erweitern (was NS bisher nicht geschafft hat).
Ich kann mich sogar vorstellen, dass man in solchem Fall sogar Gas gibt mit der Entwicklung der IC250-Triebwagen, eine abgespeckte Version dort erprobt und zunächst ausrollt. Auf der Hanzelinie kann man dann schon 200 km/h fahren (was NS nicht schafft) und zugleich wertvolle Kenntnisse ergattern für das Projekt in Deutschland, ohne den deutschen Fernverkehr ernsthaft zu beeinträchtigen; zudem gibt es dem Hersteller die Möglichkeit, einen internationalen IC-Plattform zu entwickeln.

Viele Möglichkeiten und Wünsche, aber auch viele Probleme und Herausforderungen. We'll wait and see!


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

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Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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