Autofahren vs. Bahnfahren: noch ein paar Aspekte (Allgemeines Forum)

Südfeld, Freitag, 07.01.2011, 13:33 (vor 5615 Tagen) @ Oscar (NL)

1. Autonomie: Man ist mit dem Auto nicht an Fahrpläne gebunden. (Muss bei wichtigen Terminen dennoch genauso Pufferzeit einplanen, ist auf Strecken zwischen Metropolen im Regelfall länger unterwegs, kann parallel weder Arbeiten noch die Augen zumachen und ist bei Ankunft angestrengter, erschöpfter und gestresster. Letzteres ist natürlich nur meine höchst eigene Meinung.)

2. Souveränität: Man ist aktiv tätig und nicht passiv von einem komplexen technischen System und den ganzen Menschen abhängig, die es am Laufen halten und bedienen und dabei Fehler machen können. (Dafür führt individuelles Fehlverhalten auf der Straße wesentlich häufiger zu Verletzungs- und Todesfällen. Also eher eine Kontrollillusion.)

3. Individualität und Status: Man kann sich selbst darstellen, durch Automarke, -farbe, Fahrverhalten usw. (Wem es wichtig ist...)

4. Soziale Distanz: Man hat eine - wenn auch winzige und äußerst funktional gestaltete - mobile "Zweitwohnung" mitten im öffentlichen Leben: immer ein bis zwei Blechwände von anderen Gesellschaftsmitgliedern getrennt, und muss - wie bereits von Dir veranschaulicht - jenseits der Beachtung der StVO-Regeln in seinem individuellen Verhalten wenig Rücksicht auf andere nehmen. (Dieser Punkt leuchtet mir persönlich am ehesten ein - volle Züge machen genauso wie volle Aufzüge nicht gerade entspannt, weil die räumliche Wohlfühldistanz zum Anderen nicht immer gewährleistet ist.)


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