(nicht ganz ernst gemeinte) Gegendarstellung (Allgemeines Forum)

safe go, Chemnitz, Freitag, 07.01.2011, 12:55 (vor 5615 Tagen) @ Oscar (NL)

1. Für ein Auto brauchst du keine Abfahrstafeln oder HAFAS durchzustöbern.

aber die Jackentasche nach dem Autoschlüssel

2. Kein Vortransport: das Auto steht vor der Tür.

außer wenn es geklaut wurde und du es erstmal aus Tschechien/Polen/Litauen/... zurückholen musst

3. Kein Nachtransport: das Auto bringt Dich überall hin.

notfalls auch in den Straßengraben, aber auf manche Berggipfel würde ich dann doch à pied gehen

4. Das Auto ist bei Fahrtantritt niemals verspätet (bestenfalls der Fahrer).

Definitionsfrage, wenn es nicht anspringt oder man nicht aus der Parklücke kommt (vom Winterdienst zugeschoben), kann da ganz schnell eine da sein

5. Das Auto steht 24/7 zur Verfügung, auch vier Uhr nachts im Wochenende.

Es soll durchaus vorkommen, dass auch ein Auto mal in die Werkstatt muss. (Ok, ich geb ja zu, dass es ein Ersatzfahrzeug durch die Werkstatt geben kann.)

6. Schon versucht, 4 Koffer in die Bahn mitzuschleppen? Im Auto kein Problem.

Nö, aber 2 volle Rucksäcke, eine Laptoptasche und ein Plastebeutel mit 2 Brettspielen. Das ist auch schon belastend.

7. Während man bei der Bahn meistens voll bezahlt für Mitfahrer, sind die Mehrkosten für Mitfahrer im Auto marginal.

vielleicht materiell, aber ideell? Ich nerve meinen Vati gerne mit abweichenden Fahrtroutenwünschen. :D

8. Ein Auto ist nicht von Weichenstörungen betroffen.

Dafür gibt es nicht so viele Ausweichgleise (= freie Fahrspuren) (Kompensation durch lokal andere Fahrtroute möglich, aber das habe ich jetzt nicht gesagt :P)

9. Ein Auto ist nicht von Signalstörungen betroffen.

Eine Ampel kann auch mal ausfallen - dann viel Spaß auf der nachrangigen Straße, wenn Du links auf eine sehr stark befahrene Straße abbiegen willst ;-)

10. Ein Auto ist nicht von Oberleitungsstörungen betroffen.

Doch, wenn die Oberleitung an einem Bahnübergang runterkommt ...

11. Wenn die Bahn baut, verliert man meistens eine Stunde, wenn nicht mehr. Im Auto bei Straßenbaustellen einige Minuten.

Manche Baustellen neigen dazu, Stau zu verursachen.

12. Im Auto hat man selber Einfluß auf das Funktionieren einer Klimaanlage.

Solange sie korrekt funktioniert, bei Funktionstüchtigkeit ist es im Zug allerdings auch angenehm.

13. Das Straßensystem ist in allen Ländern gleich, während es bei grenzüberschreitenden Bahnfahrten manchmal zum Fahrzeugtausch kommt.

Dafür musst Du im Ausland andere Tempolimits und ggf. andere Auflagen erfüllen. Außerdem variieren die Dichte und Bezeichnung der Straßenklassen, soviel zum Thema überall gleich. ;)

14. Man braucht sich im Auto nicht auf eine Termin, einen Fahrweg oder ein gebuchtes Fahrzeug festzulegen.

Braucht man im Zug auch nicht, Fahrkarten können ja durchaus längere Gültigkeitsdauer aufweisen und verschiedene Fahrtwege erlauben (tarifliche Gleichstellung, Ländertickets).

15. Das Auto ist mit Anhänger und/oder Dachaufbauten ausbaubar.

Man kann auch eine zweiten, dritten, ..., siebten Zugteil anhängen (je nach Baureihe).

16. Es gibt mehr und bessere Navigationssysteme für den Autofahrer als für den Bahnfahrer.

Man muss ja einfach nur den Schienen folgen, da gibt es weniger Möglichkeiten sich zu verfahren, als wenn man der Naviansage nach wieder 'ne Sackgasse (ohne Wendemöglichkeit) zu früh abbiegt (=falsches Kartenmaterial oder menschliches Versagen).

17. Ein Auto streikt nicht!

Ein Bahnfahrzeug streikt in dem Sinne auch nicht. Wenn Du in fast menschenleeren rumänischen Gebieten nicht rechtzeitig tankst oder eine Panne hast, gibt's auch ein Problem.

Ja, ein Autofahrer steht manchmal im Stau. Aber:

Ich sehe auch genügend pünktliche Züge, die Marginalverspätungen kriegt man durch ungünstige Ampelschaltung oder überholende LKW auch schnell hin.

18. man kann einen qualmen

Setzt einen Mitfahren voraus, der das toleriert. Wenn man im Bahnhof steht, geht das Qualmen durchaus auch.

19. man kann die Stereoanlage voll hochdrehen

übermäßige Lärmemission (auch wenn §30 StVO sicher anders gemeint ist, verwende ich ihn für diesem Beitrag mal dazu, es gibt doch bestimmt auch andere Gesetze/Verordnungen, die für einen solchen Anwendungsfall gemacht sind)

20. man kann so laut wie möglich schreien

geht im Zug durchaus auch (muss nur eine gute Begründung parat haben)

Im Auto bekommt man so Frust los, in der Bahn bekommt man eine Strafanzeige.

Man schließe nicht von einem flachen Land auf den hügeligen Rest der Welt.

Allen, die es noch nicht mitbekommen haben, empfehle ich nochmals die Lektüre der Überschrift!

Viele Grüße
safe go


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